Was hilft eigentlich gegen Müdigkeit?


Ich weiß – meine Lieblingsantwort wäre jetzt na klar, schlafen… Das meine ich jedoch nicht. Mein Schlaf liegt bei 7,5 bis 9 Stunden. Ich gehe häufig vor 24 Uhr zu Bett und muss meist erst um 8 aufstehen. Am Wochenende kann ich noch gemütlich liegen bleiben. Trotzdem plagte mich immer wieder eine tiefe Müdigkeit, gefolgt von Muskelschmerzen und Unkonzentriertheit. Wo ich doch sonst so entspannt lese und schreibe, kann ich an diesen Tagen jeden Satz dreimal anschauen, schreibe in Zeitlupe und muss noch ein paar mal drüber lesen bevor ich die Fehler finde.

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So begann ich mich vor einigen Jahren mit den Themen der Vitamine und Mineralien, Hormone und Sonne auseinanderzusetzen.

Wer so müde ist, gilt erst mal als Schlafmütze oder als faul. Was wäre jedoch, wenn innere chemische Prozesse mit dafür verantwortlich wären?

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Die erste Verdächtige, die von den Ärzten in dem Fall gecheckt wird, ist die Schilddrüse. Sie spendet lebensbejahende Hormone und gibt den Antrieb für unseren Körper vor. Arbeitet sie schnell, sind wir schnell und auf Zack. Wir reden, diskutieren, bewegen uns und denken in einem raschen Tempo – schlafen recht wenig und fühlen uns fit. Arbeitet sie eher langsam und befindet sich in der Unterfunktion, führt dies zu Übergewicht, Müdigkeit, einer gefühlten Überforderung und Traurigkeit. Alle Körperfunktionen wirken träge. Mich hat erschreckt, dass Ärzte Werte noch im Normalbereich sehen, die für den Menschen selber oft schon unangenehm sind. So gilt ein TSH Bereich (beim Bluttest) von 0,3 bis 4 als normal. Der Wohlfühlbereich liegt jedoch zwischen 0,5 und 1,5. Viele Menschen leben also mit einem Wert, der sich nicht mehr gut anfühlt aber noch richtig ist. Andere Menschen leben drüber oder drunter, fühlen sich völlig normal in ihrem Leid und nur ein Arzt könnte klären, dass sie garnicht leiden müssten.

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Auch wichtig, um ausgeschlafen und fit zu sein, ist der D Vitamin Spiegel. D 3 gilt als Vitamin aber es ist ein Hormon. Es wird einerseits mit Hilfe der Sonne gebildet und andererseits kann es mit bestimmter Nahrung aufgenommen werden. Lebertran ist so ein Nahrungsextrakt, welches früher häufig in unseren Breitengraden genutzt wurde. Wieso eigentlich? Wir können in Deutschland nur zu bestimmten Jahreszeiten unseren D Hormonspiegel aufstocken. Die Sonne steht nur im Sommer und da nur um die Mittagszeit im richtigen Winkel, um die wichtige UVB Strahlung auf die Haut zu bringen. Wenn wir in dieser Zeit innen arbeiten, zu viel Bekleidung tragen oder mit Sonnenschutz draußen sind, hat sie keine Chance. Dann hilft nur Urlaub in südlichen Breitengraden oder die Ergänzung durch eingenommenes D 3. Wichtig hierbei ist es, dass D 3 nur in Verbindung mit Vitamin K aufgenommen werden kann. Zudem ist es ein fettlösliches Vitamin. Lebertran lässt grüßen. Es gibt aber auch treppenförmige Kombipräparate. Wenn D 3 fehlt, fühlen wir uns müde und weniger belastungsfähig. Die Konzentration lässt nach und die Knie wie auch der Rücken können weh tun. D 3 Mangel kann zu Traurigkeit bis hin zu Depressionen führen. (Es lohnt sich also immer wieder nicht nur die Psyche sondern auch den Organismus anzuschauen.) Den Vitamin D Spiegel kann übrigens der Arzt auf Anfrage wunderbar testen. Ein kleiner Piks und die Ergebnisse sind nach wenigen Tagen da. Nahrungsergänzungsmittel sollten jedoch nie einfach so genommen werden. Dann könnten sie sogar schaden.

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Wenn der Arzt diesen Bluttest macht, kann er ja auch gleich nach den Eisenwerten schauen. Es hält sich ja noch immer das Gerücht, dass viel Spinat den Eisenspeicher auffüllt. Viel mehr Eisen enthalten jedoch Blutwurst oder Pinienkerne, Weizenkleie oder Linsen. Im Internet finden sich viele Tabellen mit den Nährwertangaben der Nahrungsmittel. Wenn der Körper zu wenig Eisen speichern konnte, führt auch dies wieder zu einer leichteren Ermüdung, Schwäche, Schwindel und Kurzatmigkeit. Hier kommt allerdings häufig noch eine blasse Haus und eine gewisse Neigung zum Frieren hinzu. Menschen mit Eisenmangel mögen morgens gern noch mit Bekleidung im Bett kuscheln, gehen nicht gern nach draußen, wirken nervös oder unruhig und können sich bei Infektionserkrankungen schneller anstecken. Die Haut erscheint trocken, die Mundwinkel reißen ein und auch Nägel und Haar wirken brüchig.

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Wenn die Erschöpfung chronisch wirkt, ist häufig ein B 12 Mangel zu überprüfen. B 12 hilft uns bei der Zellteilung, der Blutbildung und unterstützt das Nervensystem. Es kann vom Körper nicht gebildet werden und muss von außen zugeführt werden. Die einzige vegane Variante der Zufuhr stellen Algen dar. Ansosten sind Mikroorganismen, Fermentationsprozesse oder tierische Nahrung nötig, um B 12 aufzunehmen. Die Aufnahme erfolgt über den Darm. Ist dieser aus dem Lot, geht es auch wieder schwieriger. Dann helfen allerdings noch Spritzen. Mir gefallen die beim Heilpraktiker ganz gut – es wirkt wie ein Turbobuster fürs Gehirn und den Körper. Das Blut scheint spürbar in den Adern zu pulsieren und die Lebenslust kehrt auf einen Schlag zurück. Wichtig sind solche Injektionen nach Unfällen, tragischen Lebenssituationen oder sehr anstrengenden Stressphasen im Leben (natürlich immer nach Absprache mit dem Arzt und einen Bluttest mit Mangelwerten vorausgesetzt).

Der nächste Verbündete unserer Fitness ist ein Hormon, welches viele Menschen nur aus Negativschlagzeilen kennen. Cortisol wird in der Nebenniere gebildet und stellt einen wichtigen Lebensbaustein dar. So ist das Cortisol an verschiedenen Stoffwechselprozessen des Körpers beteiligt. Es ist ein Hormon zur Stressregulation. Durch dieses Hormon wird der Energieumsatz in den Zellen reguliert, der Blutzucker gesteuert und auch der Eiweißstoffwechsel angeregt oder gebremst. Eine Überfunktion steigert die Blutzuckerwert und den Hunger während eine Unterfunktion zu einem niedrigen Blutzuckerspiegel, Übelkeit, Müdigkeit und zu Muskel- und Gelenkschmerzen führt. Ein wichtiges Symptom der Unterfunktion ist der nächtliche Toilettengang. Der Körper hat erst nachts genügend Energie, für die grundlegenden Stoffwechselvorgänge. Da Cortisol im Schlaf gebildet wird, versucht der Körper genug Schlaf zu bekommen, um die Speicher aufzufüllen. Typische Symptome sind zudem frösteln, Müdigkeit am späten Nachmittag, Rückenschmerzen im Nierenbereich und eine allgemeine Erschöpfung. Der Körper versucht alles, um in die ruhige Entspannung des Schlafes zu gelangen, die den Cortisolspeicher normalerweise auffüllt. Hier hilft nur wirklich ruhiger treten. Am besten nutzt der Schlaf vor 22 Uhr. Alle kraftzehrenden Hobbys und Situationen im beruflichen und privaten Leben müssen eine Weile zurückgefahren werden, damit die Speicher sich auffüllen können. Sport, Anstrengung und berufliche Belange müssen reduziert werden. Cortisol ist ein lebenswichtiges Hormon. Es darf nicht dauerhaft fehlen. Falls dies nicht gelingt, hilft nur eine hormonelle Therapie in Begleitung des Arztes. Hierbei kann Hydrocortison von außen zugeführt werden, was aber gewisse Risiken mit sich bringt. Aufschluss über die Cortisolwerte bringt ein Urintest, die Beschreibung der Symptome oder ein Bluttest. Weitere Informationen finden sie bei der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie. Hier sind viele Tipps, Hilfe bei der Arztwahl und Broschüren zu finden.

Bitte nehmt Euch die Zeit mit einem Arzt die entsprechenden Blutbilder zu checken. Die Symptome sind wie ihr sehr so ähnlich, dass Selbstmedikation nichts nutzt.

Wer noch weiter lesen mag, hier noch ein Link

zum Vitamindoktor … Dort gibt es noch mehr Tipps zu Ursachen und Möglichkeiten der Lösung.

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4 Kommentare

  1. Bis in den 40 ern war es eine Modeerscheinung Kindern und Erwachsenen Lebertran zu geben 🙂 Dann hat man sie in die Sonne gestellt. Da wir grad jedoch Immer mehr arbeiten, kommt kaum noch jemand zwischen 11.30 und 13.30 raus. Abends ist das Vitamin D aber schon weg und im Club oder am PC gibt es keins. Also doch wieder als Modeerscheinung aus der Dose 😉

  2. Oh ich habe den selbst gezahlt und musste mir trotzdem anhören, es sei eine Modeerscheinung, dass alle jetzt ihr Vitamin D wissen wollen 😂

  3. immer dranbleiben 🙂 im Übrigen sind die Tests günstiger als man denkt. Im Zweifelsfall selbst zahlen…
    Ich wünsche gute Besserung und alles Gute!

  4. Danke für diesen Beitrag! Ich habe selbst vor ein paar Tagen erfahren, dass mein Vitamin D-Spiegel zu niedrig ist, aber ich musste meinen Arzt wirklich zum Test überreden, weil er es immer auf die Psyche schieben möchte! Ich nehme jetzt auch ein Präparat, bin mir aber fast sicher, dass auch noch andere Mängel bestehen (Schilddrüsenunterfunktion). Ich werde mal weiter recherchieren 🙂

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