Was für eine Woche…


Meine letzte Woche hatte es in sich… Meine Güte und es ist erst Donnerstag.

Am Montag habe ich erfahren, dass ich das erste Kennenlernen für meine Erziehungsstelle erleben darf. Dienstag hatte ich noch kurz Zeit, mich drauf vorzubereiten, Berichte zu lesen und eine Nacht drüber zu schlafen und Mittwoch ging es los.

Der Bub wohnt noch in einem Kinderheim, zu dem ich fast 1,5 h hinfahren musste. Zum Glück begleitete mich ein Psychologe. Ich war gefühlt fahruntauglich und wusste weder Ort noch Zeit. Hihi – meine Kolleginnen haben sich Sorgen gemacht, ob ich verkopftes Mensch Mama werden kann und Muttergefühle entwickle. Ich kann sogar das komplette Hirn ausschalten, so aufgeregt kann ich sein 🙂 Ich hoffe doch sehr, dass dieser Zustand nur einige Zeit anhält.

Im Kinderheim angekommen, brauchte ich erst mal eine Zeit zum Reden und Ankommen. Die Vormünden und die Bezugsbetreuerin erzählten ein wenig über den Kleinen sowie seine Vorgeschichte und meine Neugier wuchs. Nach einiger Zeit durfte ich ihn sehen.

Er saß grade am Tisch und kämpfte mit Messer, Gabel, Spaghetti und Tomatensauce. Es war nicht klar wer gewinnt aber die eine oder andere Nudel fand tatsächlich den Weg in den Mund. Der Bub sah mehr wie ein Heimkind aus, als ich es von meinen Wohngruppen kenne – verschnupft, in Tomatensoße gebadet und mit uralten Klamotten und nem gigantisch schlechten Haarschnitt. Das Lächeln machte stand aber drüber.

Nur wenig Sekunden und er wollte wissen wer wir sind und versuchte uns zum Lachen zu bringen. Nach einiger Zeit durfte ich mit ihm spielen, er zeigte mir sein Zimmer, die Kuscheltiere und seine Bücher. Wie kann ein so kleiner Mann nur so ohne Mama und Papa klarkommen? Unglaublich…

Wir verbrachten einige Zeit spielend und redend und gingen wieder vor zu den Betreuern. Der Bann war gebrochen und der Glücksbub stapfte in meinen Turnschuhen durch die Wohngruppe. Er war der Meinung, dass ich ja dann nicht wieder gehen könnte. Später bekam ich zwar meine Schuhe zurück aber dafür keine Verabschiedung.

Er erklärte mir, dass ich ja wiederkommen MUSS, wenn er jetzt nicht ciao sagt. So klein und so ein Herzensbrecher. Es gibt keine zweite Chance für einen gelungenen ersten Eindruck – ich würde sagen er hat sie effizient genutzt.

Ich freue mich so auf die weitere Zeit – herzlichen Dank liebes Leben

 

 

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2 Kommentare

  1. Hi Jonas – herzlichen Dank für die Frage.
    Ja – ich bin Erzieherin und das ist dann quasi Beruf und Leben zusammen…

  2. Danke für den tollen Beitrag, wie funktioniert das denn dann? Darf der Bub dann zu dir nach Hause und du bist dann seine „Erzieherin“ und kriegst Geld dafür?

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