Bayern und Heimat?

Viele Menschen haben mich in den letzten Wochen gefragt, wie man von Oberbayern wegziehen kann. Es ist so wundervoll dort und schön und die Natur und die Begegnungen mit den verschiedenen Tieren ein Traum.

Andere Menschen haben mich gefragt, warum ich so lange in Bayern sein konnte. Es ist doch ein ganz anderer Menschenschlag und es muss doch sehr anstrengend sein, dort zurechtzukommen.

Meine Freiheit im Kopf und im Herzen stieß da schon an richtige Grenzen.

Beide Seiten haben völlig und in der Ganzheit recht.

Oberbayern ist das wunderschönste Fleckchen Erde, den ich bei meinen Reisen entdecken durfte. Ich liebe den Sonnenaufgang oder auch -untergang am Starnberger See.

Die langen Spaziergänge und die kleinen Naturentdeckungen am Tegernsee, lassen immer und immer wieder mein Herz höher schlagen.

Ich hatte Begegnungen mit Tieren, die ich so nah selten gesehen habe und viele wundervolle erholsame und gelassene Stunden in der Natur.

In Bayern wie auch in Karlsruhe habe ich wundervolle Freunde, die mir sehr am Herzen liegen und ich werde immer die Einen vermissen, wenn ich grad auf der anderen Seite bin.

Andererseits habe ich in Bayern auch eine sehr verwurzelte und damit altmodische Art kennengelernt.

Es gibt sie tatsächlich noch, die Welt in der man schief angeschaut wird, wenn man lesbisch oder einfach nur als Frau allein lebt.

Es gibt sie noch, die Welt in der der Handwerker wiederkommen will, wenn der Mann da ist. Hm – da kann er lange warten…

Es gibt die Welt noch in der Ausländer „die Schwarzen do“ genannt werden und mein syrischer Mitbewohner nur als „Dein Kleiner“ bezeichnet wurde. Er ging de facto in meinen Besitz über und ich musste alle Themen mit ihm klären, statt das Nachbarn mit ihm über Jobangebote, Termine oder Zigaretten auf dem Boden redeten.

Es gibt die Welt noch, in der man so katholisch ist, dass Liebe heimlich stattfindet oder verleugnet wird.

…und es gibt dort diese unglaublich schöne Natur und das schönste Fleckchen Erde…

Mich hat es wieder in die freie Welt gezogen aber liebes Bayern – ich werde so oft und so gern vorbeischauen bis die freie Welt auch dort angekommen ist 🙂

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Home sweet home

Ihr habt so so lange von mir nichts mehr gehört – sorry for that. Vor einigen Wochen hatte ich mich entschlossen mein beschaulich bayrisches Leben in Bad Tölz aufzugeben und wieder in meine alte Heimat zu ziehen.

Home sweet home – Karlsruhe hat mich wieder…

Auf den Tag genau sieben Jahre war ich in der Welt und in Bayern unterwegs und nun mag ich heim. Die Mentalität, die Wärme, die Nähe zu Frankreich, meine Freunde und die Art zu Leben und zu Arbeiten ist einfach einmalig.

Andere Plätze haben vielleicht schönere Strände und Berge aber hier sind mir die Menschen am liebsten. Es hat lange gedauert, dass ich erkennen konnte was für mich wirklich Glück und Zufriedenheit bedeutet.

Ich habe die tollsten Situationen erlebt, die feinsten Partys gefeiert und mit absoluter Sicherheit an den schönsten Stränden der Welt gebadet, getaucht oder geschlafen.

Der schönste Platz ist jedoch dort, wo ich die Menschen um mich herum mag und verstehe.

So packte ich die Innereien meines alten Häuschens zusammen und fand einen Job und eine Stadtwohnung.

Seit März arbeite ich mit Menschen mit Behinderungen in der Nähe von Karlsruhe. Jeder einzelne Tag lässt mich in fassungslosem Staunen und Glück zurück. Das hier und jetzt ist so unfassbar lustig und schön, wundervoll und ehrlich. Es macht Vergnügen heimzukommen.

Mein erster Arbeitstag war Fasching. Ich wollte die Leitung übernehmen und sollte nun in einem Kostüm anfangen zu arbeiten. Lange war ich hin- und hergerissen – verkleiden oder nicht, feiern oder nicht? Letzten Endes entschied ich mich mitzufeiern. Dies sollte eine der fröhlichsten und intensivsten Partys seit langem werden. Unsere Bewohner füllten 2 Minuten nach Veranstaltungsbeginn die Tanzfläche und tanzten 3 Stunden durch.

Kurze Pausen gab es allerhöchstens zum Essen oder wenn der DJ nicht mehr konnte. Dies war ein Traumstart. Die Bewohner konnten mich life und echt kennenlernen und wir kamen schnell in einen tollen Kontakt.

Einige Wochen später konnte ich in meine neue Wohnung umziehen. Ich lebe jetzt in einer richtigen Stadtwohnung. In wenigen Minuten kann ich zur Straßenbahn laufen, in die Innenstadt fahren oder mitten im Leben sein.

Für morgen habe ich Theaterkarten und im Kino laufen mehr ART House Filme als ich in den letzten 6 Jahren sehen konnte.

Mir gefällt mein Leben und ich genieße jeden Tag den neuen Start.

 

Gefühle die sich mit Gedanken überschlagen oder die fehlende Ruhe vor dem Sturm

Hallo Ihr Lieben,

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so langsam wird es ernst und ich tausche meine neue gegen die alte Heimat. Nach 7 Jahren kehre ich nach Karlsruhe zurück. Ich bin um viele Freunde, unglaubliche Erfahrungen und ein Paar Kenntnisse reicher.

Was habe ich gelernt?

  • Die Dinge sind, wie sie in dem Moment sind und nicht wie ich sie gern hätte…
  • Das Leben ist zu kurz für schlechte Eindrücke…
  • Menschen können sich nicht ändern aber trotzdem tun sie es immer wieder…
  • Ich war mein ganzes Leben immer zur richtigen Zeit am richtigen Ort, um genau das zu lernen was für mich wichtig ist…
  • Ich lerne wirklich immer genau so lange die selbe Lektion, bis ich sie verstanden habe… Das dauert leider manchmal ewig.
  • Nirgends ist es perfekt oder irgendwas fehlt immer :-

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Jetzt grad bin ich in Karlsruhe, fahre nach Baden Baden zur Banksy Ausstellung und bereite mich voller Freude auf meinen neuen Job vor. Ich genieße den Frühling und freue mich über jede Knospe, jedes Blümchen am Weg und das die Sonne auf meiner Haut.

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In meinen Gedanken bin ich aber auch noch in Bayern und vermisse den Schnee und die traumhaft schönen Bergseen, das Gefühl der kalten Luft auf meiner Haut und den klaren Blick.

Mein Leben ist jedoch mal wieder so lustig, dass ich selbst nicht weiß wie das so kommt. Momentan teile ich mir eine Mini WG mit einer koreanischen Geigern, 2 russischen Studentinnen und bald 2 Jungs. So werde ich eine Weile klarkommen, hatte ich mir so gedacht. Bald habe ich eine Wohnung und umziehen mag ich so spät wie möglich, dass ich noch ein wenig Tölzer Wochenenden genießen kann.

Soweit so gut – die koreanische Geigerin ist leider talentfrei. Das wäre bis dahin nicht so schlimm, müsste sie nicht bis Mittwoch für ihre Aufnahmeprüfung an der Musikhochschule üben. Das tut sie eifrig, ständig und mit nicht Enden wollendem Enthusiasmus.

In der Zwischenzeit versuchen wir zu dritt in der Miniküche etwas zu essen zu machen. Da es nur eine Herdplatte gibt, löste ich es mit Pizza während die anderen Mädels sich gegenseitig beim Kochen zuschauten.

Unterbrochen wurden wir nur von einem recht dynamischen Geräusch in der Nachbarschaft. Da übte doch tatsächlich jemand Schlagzeug – wunderbar immer neben dem koreanischen Geigerinnentakt mit der identischen Ausdauer.

Meine Zwischenwohnung ist also ein Traum, eine Gelassenheitsübung und ein lustiger Einstieg nach 6 Jahren Kulturentzug in Oberbayern 🙂

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Zurück in die Heimat

Hallo Ihr Lieben,

ich habe mich entschieden in meine Heimat zurückzuziehen, dahin wo meine Freunde leben und ich viele schöne Jahre verlebt habe. Es passt alles, die Wohnung war innerhalb weniger Tag fix und auch der Job klappte plötzlich genau so wie gewünscht.

Es ist jedoch absolut faszinierend was man in 6 Jahren so alles ansammeln kann. Da fällt mir erst mal auf, womit ich mich in den letzten Jahren so beschäftigt habe. Ein ganzer Karton voller Motorradbekleidung erinnert an meinen Führerschein und meine superschöne grüne indische Maschine, Unmengen Tauchutensilien füllen eine ganze Truhe und lassen Bilder von Mantarochen und Haien im Geiste aufsteigen, eine Hand Pan muss verpackt werden. Dies ist eines meiner liebsten Instrumente. Sie ist in einer Tonlage gestimmt. So muss ich mir nur noch den Rhythmus überlegen, die Töne passen immer. Nicht zu vergessen meine lieben Segelsachen… Wo segelt man eigentlich in Karlsruhe? Tipps Willkommen

Obwohl ich mir nur noch ganz selten Musik kaufe, gibt es dutzende CD s der letzten Jahre. Jede einzelne dieser CDs erinnert mich an einen wundervollen Moment, einen bezaubernden Ort oder liebe Menschen.

Leider muss ich auch ganz viel Kinderspielzeug verschenken, verkaufen oder unterbringen. Das so lange gewünschte Projekt fand in Bayern keinen Fluss. Trotz langer 9 Monate warten, machten die Genehmigungen keinerlei Fortschritte. Es wirkte eher wie im Rückfluss. Rahmenbedingungen verschlechterten sich und wichtige Personen die mich unterstützen könnten, bekamen andere Aufgaben zugeteilt. Ich trenne mich schweren Herzens von den Dingen aber vor allem von dem Wunsch mit Kids zu leben. Es soll scheinbar einfach nicht mein Weg sein – egal wie sehr ich mir dies wünsche.

Ich habe in Bayern jedoch nicht nur Dinge und Erlebnisse gesammelt, ich verabschiede mich momentan auch von wundervollen Menschen und Freunden, von einer absolut bezaubernden und einzigartigen Natur und von einem wundervollen Haus was mir 6 Jahre ein zu hause war. Mein hiesiger Vermieter hat mir einen so lieben Abschiedsbrief geschrieben, dass mir der Abschied von diesem daheim noch viel schwerer fällt.

Während ich packe, überlege ich einerseits was ich alles mitnehmen möchte, andererseits fallen mir auch all die Dinge ein, die hier in Bayern noch zu tun sind.

Kennt ihr solche Vorhaben? Jetzt stehen auf meiner Liste halt nur wirkliche Bayern to dos drauf:

  • So wollte ich jodeln lernen – das fällt mir na klar jetzt erst dringend ein 🙂
  • ich muss unbedingt noch in München in ein jüdisches Restaurant
  • ganz dringend noch mal im Powder Ski fahren – Schnee hat es ja mal wirklich genug aber jetzt ist gleich Lawinenwarnung
  • nochmal am Achensee einen Cappuccino trinken
  • in die Sauna gehen – nur welche?
  • heute gibt es das erste Highlight von der to do Liste – ein langer Spaziergang am Starnberger See und stundenlanges bummeln und genießen

Was für eine Woche…

Meine letzte Woche hatte es in sich… Meine Güte und es ist erst Donnerstag.

Am Montag habe ich erfahren, dass ich das erste Kennenlernen für meine Erziehungsstelle erleben darf. Dienstag hatte ich noch kurz Zeit, mich drauf vorzubereiten, Berichte zu lesen und eine Nacht drüber zu schlafen und Mittwoch ging es los.

Der Bub wohnt noch in einem Kinderheim, zu dem ich fast 1,5 h hinfahren musste. Zum Glück begleitete mich ein Psychologe. Ich war gefühlt fahruntauglich und wusste weder Ort noch Zeit. Hihi – meine Kolleginnen haben sich Sorgen gemacht, ob ich verkopftes Mensch Mama werden kann und Muttergefühle entwickle. Ich kann sogar das komplette Hirn ausschalten, so aufgeregt kann ich sein 🙂 Ich hoffe doch sehr, dass dieser Zustand nur einige Zeit anhält.

Im Kinderheim angekommen, brauchte ich erst mal eine Zeit zum Reden und Ankommen. Die Vormünden und die Bezugsbetreuerin erzählten ein wenig über den Kleinen sowie seine Vorgeschichte und meine Neugier wuchs. Nach einiger Zeit durfte ich ihn sehen.

Er saß grade am Tisch und kämpfte mit Messer, Gabel, Spaghetti und Tomatensauce. Es war nicht klar wer gewinnt aber die eine oder andere Nudel fand tatsächlich den Weg in den Mund. Der Bub sah mehr wie ein Heimkind aus, als ich es von meinen Wohngruppen kenne – verschnupft, in Tomatensoße gebadet und mit uralten Klamotten und nem gigantisch schlechten Haarschnitt. Das Lächeln machte stand aber drüber.

Nur wenig Sekunden und er wollte wissen wer wir sind und versuchte uns zum Lachen zu bringen. Nach einiger Zeit durfte ich mit ihm spielen, er zeigte mir sein Zimmer, die Kuscheltiere und seine Bücher. Wie kann ein so kleiner Mann nur so ohne Mama und Papa klarkommen? Unglaublich…

Wir verbrachten einige Zeit spielend und redend und gingen wieder vor zu den Betreuern. Der Bann war gebrochen und der Glücksbub stapfte in meinen Turnschuhen durch die Wohngruppe. Er war der Meinung, dass ich ja dann nicht wieder gehen könnte. Später bekam ich zwar meine Schuhe zurück aber dafür keine Verabschiedung.

Er erklärte mir, dass ich ja wiederkommen MUSS, wenn er jetzt nicht ciao sagt. So klein und so ein Herzensbrecher. Es gibt keine zweite Chance für einen gelungenen ersten Eindruck – ich würde sagen er hat sie effizient genutzt.

Ich freue mich so auf die weitere Zeit – herzlichen Dank liebes Leben

 

 

Tinitus und Musik

Habt ihr gewusst, dass Tinitus nach einer Ohrenentzündung entstehen kann? Ich bis vor einigen Tagen nicht. Jetzt leider schon. Die Entzündung hatte ich kaum bemerkt. Es tat gelegentlich kurz weh aber weder hatte ich das Gefühl schlecht zu hören, noch hörte ich Dinge die ich nicht wollte. Dieses kurze Wehtun verband sich jedoch nach einigen Tagen mit einem Einschlafpiepsen. Ist denn dagegen ein Kraut gewachsen?

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Wer braucht denn so was? Also Termin beim Ohrenarzt mit der Bitte das Ohr zu reinigen und damit hoffentlich das Piepsen zu eliminieren. Einige Stunden später lag ich am Tropf und bekam Antibiotikum verabreicht. Einmal in der höchsten Dosis, da die Entzündung im Innenohr wohl schon was länger da wohnte. Wie jetzt? Ich dachte immer Ohrenentzündung, das tut grauenvoll weh und man merkt es sofort?

Nein – das wäre zu einfach. Manchmal merkt man es an leichten Gleichgewichtsproblemen und daran, dass man ein Fremdkörpergefühl im Ohr hat und gelegentlich aufs Ohr drückt. Das wars schon. Die kurzen Ohrenschmerzen am Abend kamen nicht mal von der Innenohrentzündung,  sondern nur von der Reizung da ich wohl einmal zu oft (gegen das Fremdkörpergefühl) die Ohren geputzt hatte 🙂

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Was nun tun? Rätsel über Rätsel. Der Arzt empfahl mir Musik und Ablenkung, Ruhe und alles tun, was mich nicht stresst. Dazu ein wenig Gingko und natürlich musste in meinem Fall noch die Infektion weg. Ja, ihr habt richtig gelesen – Gingko stärkt nicht nur das Gedächtnis sondern es gibt Untersuchungen, dass es gegen Tinitus hilft. Die Chinesen benutzten Ginkgo Biloba um Asthma und Höhenlungenödem (HAPE) zu lindern und um das Sexleben zu verbessern, den Blutkreislauf zu regulieren und ein langes Leben zu fördern. Ginkgo Biloba wurde in der traditionellen chinesischen Medizin seit über 4000 Jahre benutzt. Es fördert die Durchblutung im Hirn, in den Augen und Ohren und auch in der Muskulatur und den Beinen. Damit hilft es wohl unter anderem gegen Tinitus.

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Ja – ihr habt richtig gehört – Musik gegen Tinitus. Dies gibt es wissenschaftlich fundiert im Sinne der Musiktherapie. Wenn ihr jedoch googelt, findet ihr eine ganze Reihe von Youtubetipps mit knackenden und piepsenden Geräuschen aber auch ganz einfach Musik tut gut. Dies lenkt das Gehörgedächtnis ab und kann damit entspannend wirken.

Ich mag momentan am liebsten die Klaviermusik von Joep Beving. Dieser Künstler, Komponist und Pianist berührt meine Seele, umhüllt mein Leben mit Musik und gleichzeitig kann ich spüren, wie sich mein Ohr entspannt und die Geräusche nachlassen.

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Die entspannende Komponente mit dem stressfreien Leben versuche ich hauptsächlich im Wald zu verbringen. Ich habe vor einiger Zeit begonnen auf Berge zu gehen und genieße die Geräusche in der Natur und die Weite, wenn ich oben ankomme.

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Auch sehr schön für mich ist Musik mit 432 Hertz. Diese bringt mich in meine Mitte und wirkt entspannend und damit auch heilend.

Dazu noch ein wenig Vitamin C, Entspannungsübungen für den Kiefer und ganz viel Gelassenheit und ich bin mir sicher, dass das Piepsen wieder gehen wird. Es geht schon jetzt häufig für eine Zeit aber bald ist es ganz weg.

Einen Vorteil hat diese ganze Geschichte jedoch – mein ach so feines Gehör, was beim erklingen einer Stradivari wie zum Beispiel der von Anne Sophie Mutter in regelmäßigen Abständen eine sehr unangenehme Gänsehaut hatte, hört jetzt nur noch Frequenzen bis 8000 Hertz. Man soll es nicht glauben aber es ist ein Genuss nicht mehr jeden hohen Ton zu erkennen, sondern an der Stelle einfach Stille zu spüren. Ein Wunder…

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Hilfe bei einer Entscheidung bitte :-)

Ich brauche in den nächsten Tagen alle Tricks und Tipps und Ratschläge zu einer Entscheidung. Sie ist irrational und völlig unsinnig und wenn ich nur den Kopf gebrauche, sagt der so was von nein aber da gibt es noch den Bauch.

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In meinem halben Leben wollte ich nie wirklich Wurzeln und immer nur reisen und unterwegs sein. Jetzt habe ich einen uralten Platz gefunden, an dem ich gern meinen Feriensitz basteln würde. Wie man sich jedoch vorstellen kann, ist es ein Platz wie kein anderer auf der Welt.

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Ich hab mein Herz an eine Berghütte in der Nähe des Lago Maggiore verloren und denke Tag und Nacht darüber nach, ob ich sie kaufe und renoviere. Hm – wie soll man sich entscheiden, wenn das Haus 30 min Bergfußweg entfernt von jeglicher Zivilisation liegt. Ich müsste jeden Tag einen ziemlich steilen Weg, über eine Hängebrücke und durch Wälder zurücklegen, um zu diesem Kleinod zu kommen.

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Der Weg geht über Stock und Stein und ist relativ umständlich und ein kleines Abenteuer für sich. Alle Lebensmittel, die Wäsche und auch die Baustoffe müssten auf diesem Fußweg oder aber mit einem Helikopter ans Haus geflogen werden. Laut Aussagen des Maklers wäre dies dort völlig normal aber was sagen schon Makler 😉

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Andererseits führt diese Angelegenheit zu dutzenden Vorteilen. Die Natur beginnt direkt vor der Tür. Die essbaren Pilze stehen sozusagen im Garten und das Quellwasser fließt 50 m am Haus vorbei. Die Esskastanien bilden den Schatten und auch Haselnüsse und Buchen wachsen auf dem kleinen Grundstück.

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Geheizt wird die Berghütte mit dem Holz was von den Bäumen hinunterfällt und auch der Ofen, mit dem gekocht werden kann, wird mit Holz beheizt.

Das Häuschen hat ein relativ neues Dach, einen richtigen Kamin, fließend Wasser (aus einer Wasserleitung) und Strom und sogar eine Dusche und ein Bidet. Vom Rohzustand her ist es sicher gut herzurichten. Mich sorgen nur die 200 bis 300 Fußwege für das Baumaterial. Das stelle ich mir auf die Dauer genau so ungemütlich vor wie einen Einkauf für 3 Personen den Berg hinaufzutragen.

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Andererseits ist die Luft und die Ruhe, die Natur und das unglaubliche Grün einfach kaum in Worte zu fassen. Die Idee morgens aufzuwachen und nichts zu hören außer dem Wind und den Vögeln finde ich eine unglaubliche Idee.

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Und dann noch der Lago – nach einer halben Stunde Fußweg und 13 km mit dem Auto wäre ich so oft ich mag an diesem wundervollen See und könnte baden, segeln, staunen, schauen, rumtoben und die italienische Kleinstadt Cannobio genießen.

 

 

Starnberger See im Sommerfeeling mit ein paar Kräutern und Entspannung angereichert oder Urlaub im Kloster

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10 Tage Urlaub am Starnberger See – tagsüber segeln und abends im Kloster übernachten. Das war eine traumhafte Zeit. Selten konnte ich so abschalten und fühlte mich doch fast daheim. Täglich hätte ich heimfahren können und ich genoss jede einzelne Sekunde dort.

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Habt ihr schon mal in einem Kloster Urlaub gemacht? Es ist leise und riesig und mir begegnete ein beständiges freundliches Gesicht. Einige der Schwestern kannten mich nach wenigen Tagen beim Namen und fragten wie mein Tag war oder was ich vor habe. Das Frühstück war liebevoll und von morgens bis abends gab es hilfreiche Schwestern an der Rezeption, Getränke in Selbstbedienung und jeglichen Service. Auf der anderen Seite genoss ich die unendliche Ruhe des Klostergartens oder einfach nur den Blick aus meinem Zimmer auf den See. Mir taten einige Tage ohne Telefon, Fernsehen und W Lan richtig gut.

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Jeden Morgen ging ich hinüber in den Hafen und lief zu meinem Segelkurs. Die Segelschule ermöglichte mir 10 Tage segeln und Trainer auf dem See und ganz viel Spaß – zumindest wenn Wind war. Ich kann jetzt entspannter ohne Wind segeln als ich es je für möglich gehalten hatte. Der Starnberger See ist nicht grade ein Windparadies.

MU8A7852Allabendlich unternahm ich einen kleinen Ausflug in den Kloster- und anschließend in den Kräutergarten. Die Schwestern bereiten wirklich noch eigene Tees und Mischungen zu die sie zum Verkauf anbieten oder einfach selbst nutzen.

So MU8A7848So schaute ich Abend für Abend was ich neues entdecken kann. Ich hätte es ja fast für Erdbeerblätter gehalten aber es ist wirklich krause Minze.

MU8A7844Der Kräutergarten ist angefüllt mit Heilpflanzen, Küchenkräutern und Tomaten – welch lustige Mischung.

MU8A7840Für mich war es das reinste Nasen- und Augenparadies. Es ist erstaunlich wie schnell die Seele zur Ruhe kommt, wenn ich die Farbe grün sehe und einfach Ruhe um mich habe.

MU8A7836Dieses kleine Einst im Kräutergarten brachte mich immer wieder zum lächeln. Diese völlig überwachsene Gartenhütte bildete das Zentrum des Klostergärtchens.

Wer von Euch war denn schon mal im Klosterurlaub?

Ich habe die Tage sehr genossen und werde sie immer mal wieder wiederholen. Es ist schön zu wissen, dass hier auch Kinder willkommen waren und die Preise auch für Familien finanzierbar sind.

Schaut doch einfach mal im Internet nach dem Kloster Bernried.

 

 

 

Fischerstechen statt Fisch erstechen

Gaudi in Bayern oder wenn ich mal wieder vor die Tür gehe 🙂

Das Leben ist schon ein wenig spannend und oftmals anders so um mich rum. Da reise ich um die halbe Welt und die wirklich unerwarteten menschlichen Lustigkeiten sind vor der Haustür. So verbrachte ich ein Wochenende am Starnberger See und wollte meinem besten Freund unbedingt das Nordbad zeigen. Normalerweise treffen sich hier die Reichen und Schönen. Sie tragen ihre beste Bekleidung spazieren und hören wundervolle Musik. Die Bekleidung gehört normalerweise der Marke Gant und Tommy und die Musik fällt in die Ecke Café del mare.

Heute war alles anders – wie ja eigentlich so oft, wenn ich unterwegs bin. Der Programmpunkt hieß Fischerstechen und wir dachten an Angelwettbewerbe, Speerfischen, lustige Tischspiele oder Steckerlfisch…

Nö – es ging um Fischer und das hinunterstechen derselbigen von einem wackeligen Boot.40139983_10204866239533142_1429509890866413568_oDies weitete sich zu einem Mordsgaudi aus. Die Damen trugen heute Dirndl und die Herren ihre feschen Lederhosen. Die Fischerbuben verkleideten sich als Winnetou und Clown und polterten sich gegenseitig von den Ruderbooten. Ritterspiele und Wasserspiele gemixt sozusagen.

40192402_10204866851508441_6782552443344388096_oDie Musik unter Palmen kam heute auch nicht aus der Dose sondern eher so aus der Blaskapelle. Gut, dass ich Musikantenstadl erzogen bin… Ich gestehe, den einen oder anderen Text kannte ich sogar.

40233552_10204866843588243_266346422561931264_oZum Glück hat das Nordbad auch andere Seiten und wir waren vom morgendlichen Sonne sitzen noch megaentspannt. So konnte der Tag gelungen weitergehen.

40046965_10204863745270787_5824273741286211584_oEin weiteres Highlight des Wochenendes war für mich mal wieder das Museum der Phantasie in Bernried. Dort finden sich Blätterbilder einträchtig neben Papptanten im Café. Die Pferde vom Karussell reiten an der Decke während im Nachbarraum die Kunst der 20 und 30 er Jahre zu bestaunen ist. Dicht gefolgt von Parfümfläschchen, einem Schriebtisch des Museumsgründers, afrikanischen Masken und mal wieder Kunst. Es ist für mich ein Lach- und Genussmuseum – eben ein Museum der Phantasie. Am liebsten mag ich jedoch das Gebäude an sich und den bezaubernden Blick auf den Starnberger See.

40138428_10204866848068355_9006347798949396480_oDen Abend genossen wir in einem kleinen Tutziger Italiener. Das Mille Lire ist schlicht und einfach unglaublich. Dieses nette Plättchen bekommt man nach dem Essen, wenn man sich noch einen Abschiedsespresso bestellt. Strahleaugen vorprogrammiert – es war so lecker wie es aussieht…

Die Tage waren so genial wie die Bilder und das Lachen in meinen Augen 🙂

Ich mag den Starnberger See…

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Gaufest und wo ist das Holz vor der Hütten?

Hm – ein Blick auf die Plakate zeigt seit Wochen Werbung fürs Gaufest. Mein Mac kennt das Wort schon mal nicht… Google hilft nur in so fern weiter, dass das wohl ständig stattfindet – immer in anderen Orten und irgendwas mit Trachten zu tun hat.

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Jeder Gauverband (mein Rechtschreibprogramm fand Gaunerverband lustiger) richtet wohl sein eigenes Fest aus. Zu diesem Fest kommen alle Mitglieder – Trachtler und Trachtlerinnen – und feiern, zeigen sich und machen einen Umzug durch die Stadt. Klassischerweise gehört auch immer ein Gottesdienst dazu.

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In unserem Fall trachtelte es drei Tage. Wikipedia hat vergessen die Blaskapellen zu erwähnen die durch die Stadt ziehen und mit Tuba in die Metzgerei wollen.

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Ich bekam den Spaß das ganze Wochenende mit und wurde drei Tage mit Blasmusik, Kapellen und Jihah Schreien beschallt. Es wirkte ein wenig archaisch auf mich aber meine Umgebung blieb entspannt und meinte dies gehört so.

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Sonntag begann es ein wenig lauter zu werden. Der Umzug begann gegen Mittag und alle 4000 Trachtler, Trommler, Paukenspieler, Tubabläser und mehr zogen durch die Innenstadt. Erstaunlicherweise sind fast alle Blaskapellen mit Männern gefüllt. Frauen durften hübsch aussehen und nett laufen.

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Übrigens – die Bayerin hat kein „Holz vor der Hüttn“. Das sind Blumen – von Busen war hier mal nix zu sehn… Die Oberweite wird total gefakt. Aber das nur so nebenbei.

So ein Gaufest scheint eine bierernste Sache zu sein. Spaß sah ich selten und lächeln war eher so die Ausnahme. Der grantelige Oberbayer grantelt scheinbar auch am Fest.

Die Trachten der Damen sind von Verein zu Verein unterschiedlich (für mich als Laien oft ähnlich aber doch sehr individuell. Sie kann man natürlich nicht einfach so kaufen.

Die Männer haben es da schon einfacher. Eine gescheite Lederhose kann man mittlerweile recht einfach erstehen. Sie hält ein Leben lang und wird zu jedem Fest getragen. Sie wächst ein wenig mit und so trägt sie der junge Mann noch ein wenig fesch und eng und später weitet sie sich zum Bierbauch.

Ihr seht, man muss also nicht in die Toskana fliegen, um Abenteuer zu erleben. Manches Kulturgut ist direkt vor der Haustür 🙂

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