Die liebe Geduld

Vor einigen Wochen habe ich Euch von meiner Entscheidung erzählt Erziehungsstelle zu werden. Das ist jetzt schon Wochen her und es ist gefühlt sehr wenig passiert.

Im Hintergrund wird das Konzept geschrieben und die Betriebserlaubnis überprüft, Informationen abgefragt und alle möglichen Formalien gecheckt. Dann – irgendwann, wenn all diese Dinge perfekt eingereicht sind, wird die Heimaufsicht um einen Termin gebeten. Diese muss sich mein zu hause anschauen. Wirklich erst, wenn diese Aufsicht ihr okay gegeben hat, kann es in echt losgehen.

P1010366

Jetzt bin ich doch aber so ungeduldig. Das schlimmste für mich im Moment, ist die Unmöglichkeit irgendwas zu tun. Ich kann zwar chillig die Kinderzimmer vorbereiten, Möbel aufbauen und die Wand blau und gelb malern, am Vorgang selbst beschleunigt sich dadurch nichts.

Da muss ich warten und warten und in der Zwischenzeit den Lebensraum der Kids verschönern. Es ist ein wenig wie ohne schwanger und trotzdem Nestbauphase. Ich mache Alles im Haus schön und sicher und baue ein Nest, was für uns Alle passt. Ich weiß noch immer nicht ob es Jungen oder Mädchen werden, wie alt sie genau sind usw. Das macht es im Ganzen recht lustig.

MU8A6806

 

Zum Glück weiß ich ja eigentlich worauf die Heimaufsicht achtet. Da müssen Schränke an der Wand festgeschraubt werden, damit sie nicht umfallen, wenn die Kids raufsteigen (ja, ganz in echt). Fenster benötigen abschließbare Griffe und die Steckdosen müssen kindersicher gemacht werden. Da ich ein wenig pragmatisch bin, habe ich mir ne Variante rausgesucht, bei der ich sie noch benutzen kann.

Witzigerweise achtet die Heimaufsicht weniger auf die Möblierung selbst oder die Spielsachen, sondern wirklich auf die Hardware des Hauses. Am Herd brauche ich dann einen Kinderschutz und die Treppe wie auch die Geländer müssen safe sein…

Mein Büro muss ich nach Datenschutzverordnung dann abschließen können und den Schrank darin auch. Da tut es zum Glück mein 80 Jahre alter Schreibtisch vom Opa. Der ist perfekt verschließbar und hat noch richtige Geheimfächer.

Mein Wohnraum wird ein öffentlicher Raum und mein Lebensraum eine kleine Wohngruppe. Da bin ich ja froh, dass ich nicht barrierefrei umbauen muss oder so 😉 Das würde in einem Tölzer Stadthaus aus dem 17. Jahrhundert ein lustiges Unterfangen werden.

Während ich auf der einen Seite für die Kids alles hübsch und schön gestalte, miste ich auf der anderen Seite rigoros aus. Für meine heißgeliebten Weinkisten ist leider als Regal kein Platz mehr. Da müssen richtige Lösungen her und so gab es zum Beispiel neue Badschränke aus Bambus.

Auch meine Stapelkorbkonstruktion in der Küche musste einem richtigen Schränkchen weichen.

IMAG0830

Verschiedene Shivastatuen, die ich nie mochte, müssen weichen. Sie sind noch nicht verschenkt oder verkauft aber sie stehen schon auf der Abstelltreppe. Wer eine davon haben mag, kann mir gern eine Mail schreiben – ihr zahlt das Porto – ich pack sie ein und trage sie zur Post… Wer mir die allerherzzerreißendste Mail schreibt, hat die besten Chancen auf Shiva. Die große Statue ist übrigens ca. 28 cm hoch und der Zwerg so 15 cm.

IMAG0829

Meine heiligen Tagebücher wanderten in eine Kiste auf den Dachboden und 1000 kleine Dinge, die die Welt nicht braucht, in den Müll bzw. Sperrmüll. Mein Mitbewohner nahm meinen Umräumwahn gleich zum Ansporn und reduzierte seine Möbel im Zimmer auf drei. So weit bin ich noch lange lange lange nicht aber das ist auch gut so 🙂

Doch nun zurück zur Geduld – es ist scheinbar mein Umgang mit Ungeduld ganz viele Aufgaben in Angriff zu nehmen und die Zeit somit ein wenig zu verkürzen. Dann versinke ich noch in Tagträume und überlege mir wie es so werden wird.

Was mit zudem sehr hilft sind Yogaübungen und stundenlange Spaziergänge an der Isar. Sie sieht jeden Tag anders aus und Wasser beruhigt mich immer und immer wieder. Meine Gedanken schweifen ab und die Sorgen schwimmen gen Norden.

P1000070

Der nächst liebste Weg, mit der Ungeduld umzugehen, sind jedoch wie immer kleine Reisen und Ausflüge. Heute geht es da noch nach München und im Juli ist ein Kurzurlaub nach Lucca in der Toskana geplant. Es ist lustig, ich habe halb Asien bereist und verschiedene Kontinente gesehen aber war noch nie in der Toskana. Ich freu mich so drauf… Ich werde viele Fotos von dem besonderen Licht für Euch machen und noch mal richtig auftanken.

Was macht ihr denn so, wenn ihr ungeduldig seid? Wie geht ihr mit langsamer Zeit um? Fällt es Euch schwer?

Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Käufen. Ihr könnt meine Arbeit sehr einfach unterstützen, wenn Ihr Euren nächsten Amazon Einkauf bei einem Link von mir startet. Herzlichen Dank…

 

Werbeanzeigen

Vorbereitung auf den großen Schritt

Ich habe in den letzten Wochen über meinen Entscheidungsweg berichtet. Jetzt möchte ich mein Haus vorbereiten, eine Erziehungsstelle zu werden. Zu hause arbeiten klingt nach Jahren des Reisens und der anstrengenden Jobs wie ein gigantisches Kontrastprogramm. Es ist für mich wundervoll endlich zu leben wo ich wohne und andererseits muss ich mein Haus ein wenig unter die Lupe nehmen.

IMAG0631

Der erste Schritt war eine weitere gigantische Aufräumaktion. Weniger ist häufig mehr und ich mag wirklich nur behalten woran mein Herz hängt oder was ich brauche. So wurden Bücher, Buddhas und Kalender der Prüfung unterzogen ob sie noch immer nützlich sind. Kontoauszüge von 1999 brauche ich sicher nicht mehr und Dekoartikel wurden auf Kindertauglichkeit überprüft.

26061183_10203988506430363_245976606_o

Es stellte sich die Frage welche Kindermöbel ich dringend haben mag und wie ich die Möbel im Haus so umstelle, dass zwei Menschen mehr drin Platz haben werden.

Ich habe mich entschieden, dass mein bisheriges Schlafzimmer Platz machen wird für die Zwerge. So räumte ich Bücherregale und diverse Dekoartikel um und bekam Platz in einem kleinen Nachbarraum. Dort steht jetzt mein Bett, einige Obstkisten als Regal und eine uralte Truhe die ich von meinem Großvater bekam. Ein silberner Spiegel und ein riesiges Buddhabild vervollständigen den Raum.

CIMG2238

Für die Kids plane ich recht spartanisch am Anfang. Sicher werden mit der Zeit viele Dinge dazukommen. Gut gefallen mir die Betten von Hoppekids.

Dazu ein bunter Teppich, eine Hängematte und ein Moskitonetz als Betthimmel und ein Indianertipi. Mir ist freies Spiel und Bewegung super wichtig, lieber mehr in der Natur und kreativ spielen als zu viel Spielzeug im Raum (mal sehen wie lange 🙂

Jetzt stehen noch ein paar innere Entscheidungen an. Wie alt sollen die Kids sein, die ich aufnehme – Mädchen oder Jungen? Bei diesen Fragen frage ich mich allerdings, wieso ich mir das aussuchen soll und Eltern das nie können. Ich werde auch hier auf mein Bauchgefühl hören und in mich reinspüren wer mir sympathisch ist und welche Geschichte eine Resonanz erzeugt. Ist es nicht eigentlich egal ob Junge oder Mädchen oder wäre Euch das wichtig?

Mir ist wichtig, dass man sich mag und ob es Jungen, Mädchen oder Beides sind, tut für mich nichts dazu.

P1010366

Ich überlege eher wie ich leben will, was mir wichtig ist – Natur oder Kindergarten, malen und kreativ sein, lesen und reden, spüren und fühlen. Werde ich mit dem Radel an der Isar lang düsen und einen Radelanhänger mitnehmen? Wenn ja, wäre der Queridoo super hübsch und hat prima Kritiken oder fahre ich lieber mit dem Auto und brauche Kindersitze.

Wird es ein Biokindergarten oder bleiben wir ganz lange daheim? Gibt es eher Obst oder kocht man mittags warm? Wie geht einschlafen und wie erzeuge ich Bindung… So viele Erziehungsratgeber, so viel Ahnung durch meine Berufserfahrung und doch kaum Ahnung.

Und dann die Fragen aller Fragen – wie viele Bananen und Smoothies werden wir wohl so brauchen? 😉

P1010908

Das Wochenende habe ich in der Umgebung verbracht. Meine Familie und ich schauten nach Spielplätzen und Ausflugszielen und genossen noch mal richtig viel Zeit miteinander.

Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Käufen. Dort könnt ihr gern neugierig weiterschauen und die Dinge kaufen die Euch interessieren. Viel Spaß dabei…

 

Und plötzlich war es da, das Gefühl…

Hallo Ihr Lieben,

vor einigen Tagen habe ich über meine fehlende Entscheidungsfindung berichtet. Ich war Tage und Wochen unterwegs und habe gebrütet, geschaut, Wohnungen und Jobs angesehen. Ich habe mich beworben und immer wieder bin ich rumgereist. Für nichts konnte ich mich begeistern – dort zu wenig Geld, hier die Leute nicht nett, die Wohnungen zu teuer oder das Wetter gruselig.

10399243_10201400493771664_1934345219612247962_n

Und plötzlich war sie da, die Entscheidung. Es begann mit einem ganz sicheren Gefühl, dass ich hier aus meinem Haus nicht weg möchte. Es gibt wundervolle liebe Freunde in Karlsruhe. Ich war seit Jahren Heimweh geplagt; zu meinen Freunden und dem Ort an dem ich 20 Jahre wohnte. Aber es gibt eben mein Heim nur hier. Ich wohne in einem irrsinnig alten Tölzer Stadthaus, dass völlig verwinkelt ist, immer irgendwo kaputt geht und so richtig gemütlich mein daheim ist.

P1000096

Da war dieses Gefühl von ich möchte hier bleiben. Ich möchte Lebensqualität. Es ist mir wichtig auf dem Markt einkaufen zu gehen, an der Isar zu sitzen und Steine zu stapeln, Rad zu fahren und mich mit Freunden vor dem Eiscafé zu treffen – einfach weil sie da rumsitzen. Ich möchte meine Nachbarn kennen und von der Bäckerin mit Namen angesprochen werden. Es ist wundervoll in der Tür zu stehen und mit den Nachbarn zu ratschen und seinen Schornsteinfeger zu kennen.

MU8A6506

Das bayrische Leben und Leben lassen, wird für mich wohl noch lange eine Herausforderung bleiben aber ich habe eine wundervolle Umwelt drum rum.

Tja und in der Nacht war auch die berufliche Entscheidung da, sozusagen geboren. Ich werde zwei Kids aufnehmen und hauptberuflich Mama. Da ich im Erstberuf Erzieherin bin, ist das sozusagen ein Vollzeitjob. Er nennt sich Erziehungsstelle. Die Kids werden bei mir wohnen und 2 Kinder entsprechen einem Vollzeitgehalt. Ich bin krankenversichert, rentenversichert und habe (wenn die Zwerge älter sind) Urlaubsanspruch. Bis dahin vergeht jedoch sicher noch ne ganze Weile Zeit. Zusätzlich bekomme ich einen kleinen Mietanteil und der Lebensunterhalt der Kinder wird grundgesichert.

MU8A6759

Die Karriere wird abgesagt und ich werde die nächsten Jahre mit Windeln, Kindergärten, Laufrädern und auf Spielplätzen verbringen. Vor allen Dingen werde ich aber in dem Haus wohnen, dass ich liebe und an den Plätzen in Bad Tölz sein können, die ich mag.

14079970_10202042902911491_7887506952605357894_n

Ich werde endlich die Vorteile der Welt, in der ich lebe, nutzen können. Stellt Euch vor, ich wohne mit einem Wochenmarkt vor der Haustür und muss immer arbeiten bevor er aufmacht und komme zurück wenn er schließt 🙂

Ich sehe Bad Tölz dann unter der Woche und nicht wie jetzt, wenn alle anderen Wochenendausflügler auch da sind.

Es wird ein anstrengender Job, ein erfüllender Job und hoffentlich ein Job auf Lebenszeit. Vielleicht wird es ein Job bei dem sich meine Reisen verändern und meine Sicht zu fotografieren.

IMG_0197-001

Auf jeden Fall werde ich weiter schreiben und Euch an meinem Leben teilhaben lassen können. Vielleicht werde ich ein wenig müder sein als jetzt und viel seltener Balibilder schicken… Dafür werde ich die allerlustigsten Kindergeschichten erzählen und spielen ohne Ende!

1618419_10201442420739812_4703882245432201716_n

Wie ist es nun genau zu der Entscheidung gekommen? Geholfen hat mir die Zeit. Ich habe mich nicht unter Druck gesetzt, sondern gewusst, dass ich mich entscheiden werde. Mir hilft es auch immer drüber zu schlafen und zu schauen was ich so träume und vor allem wie ich träume. Wirkt ein neuer Wohnort bedrohlich oder freue ich mich drauf? Fange ich an ihn einzurichten und zu planen oder finde ich Hürden und Hindernisse? Geht mein Herz auf bei der Idee oder sind die Gefühle eher unbeteiligt? Bei allen Jobideen war ich mal mehr und mal weniger begeistert. Das Gesamtpaket Job, Wohnung und Menschen die da arbeiten, hat jedoch nie gepasst. Immer gab es für mich ein aber und nie konnte ich mich komplett einlassen. Mal war es zu viel Verantwortung, mal war es der fehlende Wohnraum, mal war es das Gehalt und mal der ungemütliche Vermieter. Das Haar in der Suppe erschien mir immer größer als der Suppenteller selbst.

So kannte ich mich nicht. Zu keinem einzigen Angebot bekam ich wirklich einen Draht.

IMG_1605

Ich dachte und überlegte, spürte und träumte und als das Gefühl für die richtige Entscheidung endlich da war, war Alles gut.

Ich begann zu planen, mich zu freuen und immer wieder die Gedanken in die Richtung Erziehungsstelle und Kinder zu richten.

In Gedanken richtete ich die Wohnung ein und plante meinen Tag in Gedanken. Ich freue mich auf die wichtigen Dinge des Lebens wie Pfannkuchen und Isarspaziergänge, Laterne basteln und Vorlesen – juchhu… Slow Family

Jetzt am Wochenende kommen erst mal meine Eltern und ich fange langsam an über meinen bald neuen Job zu reden. Manche Menschen finden es großartig, andere völlig verrückt…

Was war denn Eure unglaublichste Entscheidung im Leben? Ich bin gespannt was Ihr so berichtet…

Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Käufen. Dort könnt ihr manche Gedanken weiter verfolgen oder aber auch das eine oder andere Produkt bestellen und damit meine Seite unterstützen.