Just me – Self Care – Innsbruck

Hallo in die Runde,

ich melde mich mal wieder, nach einem kleinen aber feinen Tripp am Wochenende. In den letzten Wochen hatte ich zu viele Termine und zu wenig Genuss.

P1000039

Also nahm ich mir ein just me Wochenende vor. Drei Tage lang nur machen was gut tut, Spaß macht und entspannt. Wow! Die Entscheidung für das Wochenende fiel in der letzten Minute. Ich machte es davon abhängig ob ich noch schnell ein Hotel finde, welches am Inn liegt, nen Parkplatz hat und einen Preis der mir gefällt. Kleines Glücksroulett sozusagen.

P1000066

Ich wollte schon seit längerem ein Theaterstück in Innsbruck anschauen und haderte mit dem Gedanken abends hin – und auch wieder zurückzufahren. Es ist nicht wirklich weit und die Strecke ist auch schön. Ich hab nur grade keine Lust auf Zwecktouren.

Andre Hofer im Tiroler Landestheater wollte ich jedoch unbedingt sehen. Einerseits hatte ich es jemandem versprochen, andererseits interessierte mich das Thema.

Als ich dann noch sah, dass am nächsten Tag das Tanztheaterstück gespielt wird, was ich auch sehen wollte, war es nur noch eine kurze Entscheidung.

Ich fragte booking.com nach einem netten Hotel und wurde traumhaft fündig. Das Hotel Heimgartl in Innsbruck sollte für die nächsten Tage mein zu hause werden. Dies war die beste Idee ever. Das Hotel liegt direkt am Inn, hat mehrere Parkplätze, ist fußläufig zur Innenstadt und das waren noch nicht die echten Highlights.

P1000037

Die Begrüßung war so warm und herzlich, dass die Sorgen der vergangenen Tage einfach wie weggeblasen waren. Meine Buchung war ein Zimmer mit kleinem Erker. Der Blick auf die Berge, den Inn und die Stadt war ein Traum. Morgens wachte ich vom Morgenrot auf und auch tagsüber konnte ich die Strahlen und die Wärme genießen. Ich saß in meinem kleinen Ledersessel, las mein Buch und schaute immer wieder verwundert auf das schöne Panorama. Die Decken auf dem Bett waren in Herzform gelegt und alles wirkte irgendwie total lieb!

P1000069

Der richtige Hit wurde jedoch das Frühstück am nächsten Tag – 20 selbst gemachte Marmeladen, frisch gebackener Kuchen, Obst, Cappuccino und frische Eier um nur einige der Köstlichkeiten aufzuzählen. Das ist Wellness von innen.

P1000068

Doch zurück zum Abend. Freitag der 13. sollte zumindest was Theater anging kein Pechtag sein. Die Vorstellung war zwar ziemlich ausgebucht, mein Lieblingsplatz in der letzten Reihe Balkon war jedoch frei. Die Karte konnte ich mir gemütlich im Laufe des Nachmittags an der Kasse des Theaters organisieren. Hm – Andre Hofer – ich hatte ein Mundartstück erwartet oder eine politische Selbstbeweihräucherung Tirols. Es kam jedoch anders. Die deutschen Schauspieler sprachen deutsch und nur einige sprachen wirklich Dialekt. Dieser war jedoch meist zu verstehen. Hofer selbst wurde grandios und innerlich zerrissen – so gar nicht als Held gezeigt. Er haderte und zweifelte, betete und fand zu einer Entscheidung die er später reute. Wo war der Held in dieser Geschichte? Für mich zeigte sich eine melodramatische sehr psychologische Deutung eines Geschehens, was viele Jahre her ist. Ein gelungenes Versuch Einblick in diesen Menschen zu finden. Ich war trotz aller Skepsis im Vorfeld begeistert.

Den Samstag gestaltete ich ein wenig beweglicher. Direkt neben meinem Hotel begann der Weg zum Alpenzoo. Jetzt bin ich kein so bergsteigender Mensch aber die paar Höhenmeter machten sogar mir Spaß. Der Alpenzoo war aufgrund des megasonnigen Wetters völlig überlaufen aber der Wanderweg führte noch ein wenig am Zoo vorbei Richtung Hungerburg (der Innsbrucker Höhenstadtteil). Also lief ich weiter und beobachtete den Wisent von der anderen Seite.

P1000053

Die Sonne sorgte für prächtigstes Wetter und die Aussicht aus Richtung Hungerburg war wundervoll. Auf dem Waldweg konnte ich meine Gedanken ziehen lassen und lieber Wasserfälle, Blumen und Baumwurzeln bewundern. Es war traumhaft.

P1000058

Oben angekommen fand sich an der Bergstation Richtung Nordkette ein kleines Café mit Dinzler Kaffee – sie hatten schon gewonnen und Liegestühlen vor der Tür. Umringt von einer Reisegruppe Chinesen, genoss ich den Tag.

P1000048

Abends bummelte ich noch ein wenig durch die Stadt, kaufte mein Abendticket fürs Tanztheater und genoss die Sonne auf meiner schon ein wenig rötlichen Haut. Ich bin eher so der Lobster am ersten Tag aber dann wird es sonnig brauch 😉 Ich bummelte also an alten Häusern vorbei, genoss die Stimmung in der Altstadt und besichtigte (wie es sich gehört) das goldene Dachl.P1000063

Das Tanztheater Masterpiece am Abend war auch wunderbar. Ich mag die gekonnten Bewegungen der Tänzer und in diesem Stück zeigten sie sich von einer verspielten, verquatschten und nicht so eitlen Seite wie sonst. Häufig schien es, als nehmen sie sich selbst auf den Arm. Es wurde viel gelacht in diesem Stück und das Publikum wirkte wieder und wieder erstaunt. Das für mich eigentliche Meisterstück gelang als sie 10 Leute auf die Bühne holten die einfach dort mittanzten. Einfach grandios!

Nun durfte ich noch eine weitere Nacht in dem gemütlichen Hotel verbringen, mich auf ein weiteres Frühstück freuen und am Sonntag kehrte ich voller Eindrücke, mit heiß gelaufenen Füßen und braun gebrannt wieder heim.

P1000041

Vorher genoß ich allerdings noch ein paar Minuten im leuchtenden Sand des Inn. Ich kenne außer dem Ganges keinen Fluss der so schön glitzern kann 🙂P1000059

Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Käufen.

Werbeanzeigen

Beuys und Münter

Ich war mal wieder unterwegs. Diesmal wollte ich mir das Lenbachhaus in München anschauen. Am Königsplatz liegt dieses wundervolle Überraschungsei.

Im Kunstbau der unterirdisch liegt, ist die Münterausstellung – Malen ohne Umschweife zu sehen. Gabriele Münter lebte lebte 1877 bis 1962. Sie war Malerin des Expressionismus und eng verbunden mit den Mitgliedern der Blauen Reiter. Als jahrelange Lebensgefährtin von Wassily Kandinsky sicherte sie viele seiner Werke.

Mich beeindruckt an den Werken von Münter vor allem die unglaubliche Vielfältigkeit. In einigen Bildern nähert sie sich mehr und mehr der abstrakten Malerei, in anderen Bildern wirkt die Malerei künstlich bis spielerisch, einige Werke sind so detailliert, dass sie nahezu fotografisch die Welt betrachten. Dann wieder gibt es Bilder die sehr allgemein und fast flächig gestaltet sind.

Allen gemeinsam ist eine gewisse Gabriele Münter Farbwahl. Die Beige-, Grün- und warmen Rottöne wiederholen sich in unterschiedlichen Bilden und bilden die Einheit zwischen Allem.

IMAG0625

Danach widmeten wir uns Joseph Beuys im Lenbachhaus. Er lebte 1921 – 86 und arbeitete in einer gewaltigen Gedankenwelt. Seine Kunst ist nicht nur das was an der Wand zu sehen ist, sondern die Idee dahinter und die Einbindung in Themen wie Politik und Vergangenheit.

»Joseph Beuys hat sein Publikum nicht nur mit seiner Kunst, sondern auch mit seiner Philosophie und den politischen Aktivitäten verwirrt – durch strategisch eingesetzten Humor.« (Simone Dattenberger, Münchner Merkur)

IMAG0629

Mein Lieblingsbild ist dieses – es wirkt verloren und doch voller Eindrücke eines Tages im Atelier. Es weckt den Wunsch seine Erlebnisse und Erfahrungen zu kennen. Ist es Absicht, ist es Zufall oder wie wurde es gestaltet? Wer mehr über Beuys wissen mag, kann gern nachlesen.

IMAG0628

Dieses Bild ist ein „einwandfreies Bild“ – Beuys nutzte Packpapier aus der DDR und beschriftete mit Bleistift. Der Bleistift ist dabei ein für ihn weiches Material was trotz allem einen deutlichen Ausdruck ermöglicht. Auch hier ist wieder die Frage nach Kontext und Hintergrund in meinem Kopf. So gern würde ich fragen, was er dazu sagen würde. Die politische Aussage dieses Bildes ist erdenkbar. Was jedoch hat er gedacht?

IMAG0630

Auch bei dieser Skizze zeigt sich mir nur ungenau der Gedanke dahinter. Ich sehe eine Bleistiftskizze und interpretiere einen unsicheren gar vorsichtigen Menschen. Zart wirkt die Linienführung, fast unscheinbar anmutend das Bild. Das ist Beuys? Die Unterschrift kaum zu entziffern – wurde aus diesem Künstler ein Prof. an der Kunstakademie in Düsseldorf und einer der bekanntesten Künstler der deutschen Nachkriegszeit. Ich bin erstaunt. Einer der wichtigsten Kunsttheoretiker und Aktionskünstler hinterließ in der Zeichnung eine so weiche Spur. Wie war er wohl als Mensch – nicht als öffentlicher Künstler sondern als Mensch hinter den Kulissen?

IMAG0627

Da ich jetzt stolze Besitzerin einer Jahreskarte fürs Lenbachhaus bin, werde ich wohl im Laufe des Jahres noch einige Ausstellungen anschauen.

Ich hoffe Ihr hattet Spaß beim Lesen und Schauen. Die Bilder sind Fotos aus der Beuys Ausstellung.

Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Käufen. Dort könnt Ihr Bücher und Bildbände über die beiden so unterschiedlichen Künstler anschauen.

Raupen fressen sich durch den Botanischen Garten…

Es ist Freitag und ich bin eine ganze Woche mit den Flüchtlingsjungs unterwegs gewesen. Ich habe den Kopf voller Sorgen und keine Ahnung wie ich zur Ruhe kommen kann. An so einem Tag, kam mir der Vorschlag einer Freundin wie gerufen. Sie schickte mir Fotos von ihrem letzten Ausflug in den Botanischen Garten.

MU8A6898

Idealerweise hatte sie auch freitags Zeit und zu allem Spaß auch noch Ahnung von Biologie. So trafen wir uns vor der LMU und liefen die 15 m in den Botanischen Garten.

MU8A6918

Wir genoßen die Wärme und die feuchte Luft in den Räumen. Der grünste und wärmste Raum war den Schmetterlingen vorbehalten. Wusstet ihr, dass sie mit einer Nährlösung aus Zucker, Traubensaft und Salz gefüttert werden und das Obst quasi nur der Träger dafür ist? Sie saugen die Flüssigkeit aus dem Obst heraus und später wird sie wieder nachgefüllt. Wenn ihr mehr über Schmetterlinge wissen wollt, lest gern hier nach. Falls ihr Lust habt selbst welche zu züchten, gibt es sogar ein Set.

MU8A6922

Wir sahen die größten und buntesten Schmetterlinge die wir uns vorstellen konnten. Manche erreichten die Größe meiner Hand.

MU8A6902Das bezaubernde Grün beruhigte meine Gedanken und die schwirrenden Schmetterlinge halfen ein Lächeln in mein Gesicht zu zaubern. Es ist so einfach achtsam und im Moment zu sein, wenn um mich herum so viel Schönes ist.

MU8A6946Bei diesen wundervollen Schönheiten, ist selbst ein Fehler schön. Voller Bewunderung liefen wir durch den Garten und staunten. Hinter den Blättern fanden wir immer neue und schönere fliegende Räupchen.

MU8A6950

In dieser Umgebung gefallen mir sogar Raupen. Mich faszinieren die Formen und die Farben jeden Moment mehr.

MU8A6970

Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Käufen.MU8A6978

 

 

 

Mal so eben schnell zwischendrin

Ich bin nach zwei Tagen auf der Art wieder in Bayern. Der Bericht über die Art folgt in Ruhe.

IMG_0197-001

Grad geht es eher um Kälte und die lustigen Dinge die damit so in Verbindung stehen. Meine Autofahrt nach Karlsruhe war ein kleines Dilemma. Ich hab zwar an den Scheibenenteiser im Wasser gedacht aber nicht an die Dosierung. So ein Autonerd bin ich eigentlich garnicht aber mit 10 Grad unter null bei eisigem Ostwind habe ich nicht im Mindesten gerechnet. Zum Glück kann man Alles bestellen und nachfüllen. Jetzt steige ich um auf den Scheibenreiniger und Enteiser der bis – 70 Grad gehen würde. Da bin ich mal ganz sicher entspannt in diesem Winter. Bristol verspricht, dass sogar die Düsen eisfrei bleiben und man das Türschloss damit enteisen könnte. Ich bin ja eigentlich kein Freund von Chemie wie ihr schon mitbekommen habt aber in dem Fall mag ich auf der Autobahn keinen Blindflug riskieren.

MU8A6596

In Karlsruhe war ich von dem Ostwind recht überrascht. Meine Lieblingsstadt liegt doch eigentlich in der Rheinebene und ist immer wärmer als ich es aus meinem bayrischen Wohnort kenne. Diesmal musste ich mich warm einpacken. Zum Glück hatte ich meinen Mantel mit Kaschmiranteil dabei. In dem edlen grau war ich gut angezogen und die Wolle hielt mich warm. Nein – dies muss nicht mal teuer sein. Es sieht einfach nur edel aus. So konnte ich den Kragen hochschlagen und mich durch den Wind kämpfen.

IMG_0208-001

Mein roter Pashmina Schal passt wundervoll zu diesem Mantel und mit einem schwarzen Kleidchen bin ich immer gut angezogen.

So gerüstet konnte mir bisher die Kälte nicht viel ausmachen bis ich heute aus einer Laune heraus meinte die Fenster putzen zu müssen. Habt ihr gewusst, dass ein ganz normales Fensterputzmittel bei -15 Grad einfriert? Ich hab mir einfach keine Gedanken gemacht… Das nächste mal putze ich dann wohl mit Scheibenenteiser oder doch erst wieder im Sommer.

Ich wünsche Euch noch einen wundervollen Abend mit Euren Lieben.

Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Käufen. Viel Vergnügen beim Stöbern.

Achensee – ein Wintertraum

MU8A6546Auf dem Weg von Bad Tölz zum Achensee, quere ich erst einmal den Silvensteinstausee. Jedes Mal freue ich mich über das faszinierende Licht. Jetzt gibt es Menschen die die Lichtreflexe der Kamera mehr mögen und Andere die sie bewusst vermeiden. Ich spiele damit. Meine Kamera – die Canon 5 D Mark III kann die perfekten Bilder machen. Photoshop oder andere Bildbearbeitungsprogramme vermeide ich so weit wie möglich. Ich genieße es HDR Bilder zu fotografieren und in dem Moment so zu gestalten wie ich sie haben mag. An diesem verspielten Tag gehörten die verspielten Lichtbälle (auch Orbs genannt) einfach dazu. MU8A6510Hier bin ich einige Kilometer weiter am Achensee. Diesen See liebe ich einfach nur. Ich mag das Licht, die Farben, die Berge im Hintergrund und die Tiefe des Sees.

Im Sommer ist es mein Lieblingsplatz zum Segeln und im Winter zum Spazierengehen. Es braucht eigentlich nur die richtige Kleidung und der See macht Spaß. Auch hier begleitet mir meist meine geliebte Jacke von Dynafit. Das leichte Primaloft Material macht sie superbequem und gleichzeitig warm.

Meine Mütze von Eisbär in cremigem weiß und Fleece hält die Ohren und die Seele warm und macht mich von weitem erkennbar 😉

MU8A6522So kann ich weiter um den See ziehen, in Pertisau im Hotel Enters eine heiße Schokolade genießen und den Ausblick auf den See zelebrieren.

MU8A6534Es ist einfach ein Traum der Farben.

Egal wie kalt es ist, macht meine Kamera schnell und absolut brilliant die Bilder die ich haben mag. Ich benötige nur wenige Sekunden für die Einstellungen und bin hin und weg, dass es keine weitere Technik braucht. Ich freue mich schon auf die Sommersegelbilder…

Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Käufen.

3. Zwischenstopp daheim

Doch erst mal lernte ich Bayern kennen. Ich lernte, dass mein Rennrad super ungünstig ist in den Bergen und auf Schotter, dass Kühe mit und ohne Hörner vorkommen, dass Bullen auf der Weide oft schlechte Laune haben und es sinnvoll ist zu lernen wie man mit den Muhtieren umgehen kann.

vcm_s_kf_repr_587x886

Es werden pro Jahr mehr Menschen durch einen Kuhangriff getötet als von einem Hai. Ungläubig guckend lernte ich, dass man trotzdem mitten durch eine Weide läuft. Das würde ich im Haifischbecken niemals tun.

Die wirklich wahren Abenteuer kann man erleben, wenn man einfach nur mit offenen Augen durch die Welt geht.

vcm_s_kf_repr_882x588

Ab jetzt also Abenteuer auf dem Bauernhof, beim Langlaufski fahren und Berg gehen. Leben wo andere Menschen Urlaub machen.

Ich lernte mein uraltes Haus zu kalken und 2 Jahre guten Morgen zu sagen ohne jemals eine Antwort zu bekommen. Mittlerweile kann ich Grüß Gott über meine Lippen bekommen. Dies macht es einfacher. Dazu lernte ich noch die richtigen Fachausdrücke für Semmel und Brezen und ein Gescheithaferl zu sein. Hm – wusste ich schon aber außerhalb von Bayern störte es niemals.

Ich lernte, dass jede Fahrt zur Arbeit, zu Freunden und einfach am Wochenende hier eine Reise wird. Unter einer halben Stunde bin ich niemals dort wo ich hinwill.

vcm_s_kf_repr_882x589

Ich lernte auch, dass man die Heimat nicht an einem Haus festmacht, sondern an den Menschen die man liebt und in dem kleinen Ort tief drin im eigenen Herzen. Dieser kleine sichere Ort den man immer dabei hat und der an jeden anderen Ort der Welt mitkommt.

IMG_0249

Ich fand wieder meine innere Ruhe und baute mir meine Höhle aus der ich die Welt entdecken kann.

Und so plante ich meine Homebase, holte meine Möbel aus Karlsruhe und plante meine nächste Reise.

1. Wie Alles begann

Hallo liebe Welt

Wer keine Zeit für eine Weltreise hat, macht sie einfach in Etappen (dachte ich mir vor einigen Jahren).

Eine Base im Süden von Bayern – ein Job bei dem ich mein Geld verdiene und reisen, reisen und reisen…

Ich bin mittlerweile 45, lesbisch oder auch hetero – es kommt drauf an wer fragt. In meinen besseren Jahren war ich sicher jünger und hübscher und auffallender aber ich misse keines davon. Alle Fältchen sind in vielen glücklichen Momenten gewachsen und jede Sekunde meines Lebens war eine Erfahrung.

Meine grünen Augen retten jeden Moment und lenken glücklicherweise von den Bereichen ab, die ich nicht mehr in den Mittelpunkt setzen mag.

Die Haare sind lockig, lang und rötlich blond. Alles ins rechte Licht gesetzt und Kerzen dazu, mache ich immer noch einen hervorragenden Eindruck.

Ich lebe allein – tja eigentlich nicht ganz – mit mir im Haus wohnt mein 19 jähriger Mitbewohner Adan – bildhübsch und sündig jugendlich; meine Daueraffäre und guter Freund Robin, wenn er mal wieder eine Base braucht, um die Beziehungen auszuhalten und dann wohnt da noch Marina. Sie ist nur selten da und eigentlich Münchenerin – eine Künstlerin die mal gern die eine oder andere Nacht in Tölz verbringt.

Ja, Bad Tölz – meine Base. Der wohl verschlafenste Ort an dem ich jemals gewohnt habe. Es ist der absolut perfekte Ort um zwischen den Reisen zu entspannen und garantiert nicht auf ablenkende Gedanken zu kommen.

Ein Tag ist hier wie der Andere und wird nur von den Touristen unterbrochen die bei Sonnenschein die Stadt fluten. Das stört mich jedoch selten.

Ungünstig sind nur die wenigen Momente in denen ich in meinem im 17. Jahrhundert gebauten Haus in Shirt die Fenster putze und die entsetzen Reisebusführungen vor dem Haus verstört sind da ich dies nicht im Dirndl tue. Hm – es stört wirklich das Bild aber ich vergesse das immer mal wieder beim vor mich hin wohnen.

Wie kam es eigentlich zu diesem lustigen Chaos? Vor einigen Jahren habe ich mich auf den Weg gemacht die Erinnerungen an eine Freundin zu verdrängen.

Neue Geschichten mussten her – eigene Geschichten, möglichst viele, unglaubliche und alles überdeckende Geschichten in denen sie möglichst nicht vorkommt.

Ort sollten sich so selten wie möglich doppeln und ich wollte meine Geschichte neu weiterschreiben.

Sie sollte so aufregend werden, dass ich später die Angestellten im Altersheim so wenig wie möglich langweile. Sie sollte so aufregend sein, dass ich mich immer dran erinnern kann.

Ich wollte so aufregend leben, dass es Fotos und Storys und Emotionen und Bilder im Kopf gibt, die bitte genau meine Geschichte sind.

Ich wollte die Koinszidenzen erkennen und spüren und leben.

Also wünschte ich mir eine Base in Bayern wo ich leben und arbeiten kann, in einer Stunde in München bin und lebe wo andere Urlaub machen.

Die Idee kam mir als ich auf einer kleinen lustigen Insel bei Bali lebte, den Tag damit verbrachte vor mich hin zu tauchen und neue Menschen kennenzulernen. Blue Corner Dive war der Dive Shop der mir beibrachte wie ich oben und unten auseinanderhalte und das es durchaus Sinn macht einfach zu atmen. Atmen als Lebensrettung, als Entspannung, als Krisenrettung und weil es schön ist.

Genau auf dieser Insel saß ich und stellte fest, dass ich nicht wieder heim wollte, sondern bitte ab sofort lebe wo andere Urlaub machen.

Also habe ich geatmet und im Internet gesurft und einen Job im kleinsten bayrischen Dorf gefunden was ich finden konnte. Sie waren so verrückt mich für eine Weile einzustellen und so kam ich zurück nach Deutschland.

Was ich noch nicht hatte war meine Base. Die Base die mir die Wurzeln gibt um in der Welt unterwegs sein zu können.

Also wünschte ich mir ein Haus…

Wie mein Großvater schon sagte, verwünsch Dich nicht – es könnte in Erfüllung gehen.

Also gab ich mir große Mühe mit einer Freundin alle Details auszuarbeiten. Angefangen beim Blumentopf vor dem Haus über den Weg zur Isar, weiter mit dem Fahrradstellplatz im Gang, der Möglichkeit meine Bilder aufzuhängen, Holzböden, Blumenkästen, Küchen, Bäder und vieles mehr. Die Liste wurde lang und immer länger. Ich machte mir keine Vorstellung was ich so alles mit inkludieren wollte, wenn ich schon mal die Gedanken frei schweifen lasse.

Am nächsten Tag schaute ich nach ob „mein“ Haus schon gefunden werden möchte. Ich schaute nicht freiwillig – ich wurde erinnert und erinnert und Dilek stupste mich bis ich endlich Mut fasste.

Und tatsächlich da war es – in der richtigen Größe, am Traumort, wundervoll und perfekt für Alles was ich mir so vorstellte und erträumte.

Es war mein Haus und wurde meine Base – der Ort wo meine Lieben wohnen und meine wichtigen Dinge lagern. Es ist im Laufe der Jahre ein Heim geworden.

Die Base war da, die Klamotten sind willig zu reisen und ich hungrig nach neuen Ideen.