Libanon 2017/18

Eine unvergessliche und absolut unvergleichliche Welt wollte ich besuchen. Eine Woche wollte ich Eindrücke sammeln die es wohl nirgendwo auf der Welt zu wiederholen gibt.

Wie bereitet man sich auf so ne Reise vor? Zuerst wollte ich antworten garnicht aber das stimmt wohl nicht ganz da ich im Vorfeld unvergleichliche Reisen machte…

Hier ein Bild aus der leckersten Patisserie in Tripoli…MU8A6309

Ich packe also meine Tasche und nehme mit… Ganz wichtig ist mein Daypack. Er ist türkis und eigentlich für die Ausflüge an den Berg gedacht. Von weitem sieht er aus wie ein typischer Touristenrucksack, leicht und wasserdicht und genug Platz für die schwere Kamera und die Objektive. Die mag ich nie in ner Fototasche tragen. Das sieht man ja schon von weitem und ich muss ja niemanden einladen mir die Taschen zu leeren, wenn ich wie hier in Tripoli unterwegs bin.

P1000015

Dann muss immer meine Kamera mit – die Canon 5 D Mark III ist mein absoluter Liebling. Keines meiner Fotos wird nachbearbeitet und die Kamera sieht besser als ich. Das mag ich am allerliebsten. No Photoshop at all!

MU8A6141

Die drittwichtigste Sache ohne die ich nie mehr verreise ist mein Mac Book – es ist superleicht und lässig zu bedienen. Die Schnelligkeit ist für die HDR Fotos ein absolutes Muss und das Alugehäuse verzeiht mal die eine oder andere Reiseunverträglichkeit. Die Dellen und Abschürfungen gehören dazu aber es geht mir nie kaputt.

Dann gibt es noch ein paar wichtige Details um als Frau in ein muslimisches Land zu verreisen – genug lange Kleidchen und Wenderöcke die ich über Jeans trage, einen Schal der als Kopftuch dienen könnte und so selten gebraucht wird und meine geliebten Turnschuhe mit denen ich 20 km am Tag easy durch die Stadt tigern kann. Da am liebsten die von Adidas – daheim in die Waschmaschine und der Spaß sieht aus wie neu.

So bepackt kann der Spaß beginnen 🙂

Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Käufen.

 

 

 

Werbeanzeigen

11 Tauchen und mehr

Am nächsten Morgen packte ich meine Tauchsachen und nahm all meinen Mut zusammen. Ich wollte Mantas sehen und wieder tauchen. Es waren aber diese vielen Erinnerungen die auch diesen Platz überschwemmten. Ich sah im Schlaf wieder diesen einen toten Menschen der mir den Mut am Tauchen nahm.

 481939_2348061518338_715881165_n

Kurz nachdem ich vor 5 Jahren von Komodo zurückkam war ich mir nicht mehr sicher ob ich jemals wieder tauchen mag. Zweimal abgetrieben und mit dem Leben davongekommen und doch noch immer eine blutige Anfängerin. Einerseits hatte ich ohne Ende Angest aber auf der anderen Seite eine unbändige Lust aufs Meer.

Ich liebe Mantas und Fische und das Meer in all seinen Farben. Was sollte ich also tun? Ich wollte unbändig tauchen lernen.

So kam ich an den Ort zurück an dem ich damals tauchen lernte und fing hier von vorn an.

Andrew nahm mich wieder mit in den Pool. Er lernte mir erneut unter Wasser atmen und tauchte so lange mit mir im flachsten Wasser bis sein gebrochener Arm und meine Seele geheilt waren. Dann wollten wir Beide wieder raus in die Welt.

Es gab da so einen Tauchplatz an dem ich unbedingt tauchen lernen sollte. Hier gab es Mola Molas. Wenn ich mal ein Guide werden möchte, müsse ich auch dort tauchen meinte Cody immer wieder und meine Antwort lautete immer wieder – ich bin noch nicht so weit. Ich hatte eine unbändige Angst zu sehen wie dort jemand in der Strömung umkommt und untergeht wie es ein bis zweimal je Sommer dort passiert.

So verging Tag um Tag und ich vermied den Platz wann immer ich konnte. Irgendwann konnte ich es nicht mehr vermeiden.

10399243_10201400493771664_1934345219612247962_n

Cody hatte Tauchgäste die nur im Flachwasser tauchen wollten und es war eine Runde um die große Koralle geplant. Dies galt als wundervoller Tauchgang der fast ungefährlich war. Ich hatte keine Ausrede mehr und fuhr mit. Das dumme Gefühl fuhr jedoch mit. Zitternd vor Angst sprang ich ins Wasser und war verkrampfter denn je, biss mich an meinem Mundstück fest und atmete gepresst. Wir tauchten den tollsten Fleck und ich konnte es kaum noch genießen. So vergingen die Minuten und irgendwann war e Zeit wiederaufzutauchen. Eine unbändige Freude durchflutete mich und ich wusste ich hatte es fast geschafft – den Tauchgang und mutig zu sein. Da sah ich Codys Gesicht.

Er bat mich den Tauchgang allein zu Ende zu führen, die beiden Frauen mitzunehmen und um Himmels Willen nicht nach oben zu schauen. Wir sollten noch 3 min warten und dann weit weg vom Boot auftauchen. Erst machte ich mir keine Sorgen da dies ein Teil der Ausbildung war. Als ich jedoch sah, dass Cody ohne jeden Sicherheitsstopp nach oben ging wusste ich, dass nichts in Ordnung ist.

Ich kümmerte mich um die beiden Frauen und gemeinsam warteten wir unendliche Sekunden. Ich hielt die Bitte von Cody nicht lange aus und schaute nach oben. Cody hat sicher Batman – unser Boot erreicht. Er umschwamm eine riesige Blutlache. Vor unserem Boot lag ein Mann wie ein gekreuzigter Jesus inmitten seines Blutes. Nichts hatte mich auf diesen Anblick vorbereitet. Mein Herz stockte und ich versuchte mich in dem was ich in den letzten Jahren gelernt hatte, wenn nichts mehr geht ist atmen die einzige und vielleicht beste Option.

Ich atmete ganz ruhig und signalisierte den beiden Frauen langsam aufzutauchen. Wir schwammen ein Stück weit weg vom Boot und kamen langsam nach oben.

Was war passiert? Mir gingen alle Möglichkeiten gleichzeitig durch den Kopf. Ist Cody was passiert? Gab es einen Unfall? Wurde der Mann erschossen? Von wem oder wie zur Hölle kommt man zu so unglaublich viel Blut?

Als wir an der Oberfläche waren, war Cody grade dabei die Füße über Bord zu heben und ihn zu beatmen. Er stöhnte und beatmete und massierte das Herz. Sein Rhythmus blieb schnell und er kam mehr und mehr aus der Puste. Die beiden Frauen an meiner Seite outeten sich als Krankenschwestern und wollten unbedingt aufs Boot. Nach einigem hin und her ließ sich Cody helfen. So wechselten sich alle drei beim Beatmen ab während mein Job darin bestand alles Zeug ins Boot zu schaffen, dass wir bald losfahren konnten.

Der tote Mann im Boot war und blieb mausetot.

Wir fuhren mit unserem Boot in schnellstmöglichem Tempo zum Strand an dem seine Frau wohnte. Es war eine gruselige Fahrt. Cody musste zu ihr in den Laden gehen und sie zum Boot holen. Er redete auf sie ein doch sie schien kein Wort zu verstehen.

Nach einiger Zeit bat mich Cody zu übernehmen. Wir fuhren mit dem Boot weiter Richtung Krankenhaus und ich redete auf die Frau des Toten ein. Ich war die Einzige die wie sie deutsch sprach. Es war als würde sie erst jetzt langsam verstehen, was passierte und die Welt sickerte mit ihrer Sprache in ihre Seele ein. Es war tragisch zu sehen wie sie ihren Mann wachrütteln wollte, Cody anschrie und uns alle immer und immer wieder zu mehr Tempo antrieb.

Das Boot heizte so schnell es nur konnte über das Meer und hielt Kurs auf den Hafen von Lembongan.

Dort landeten wir mitten an der Anlegestelle der Boote aus Bali. Mitten im Trubel hatten wir einen Toten und eine schreiende Frau an Bord. Ich suchte schnell ein Tuch und hängte die Seite ab und erklärte den Menschen in der Nähe, dass sie leider ein wenig außer sich ist und wir da schon mit klarkommen. Ich hoffe sie verzeiht mir dies im Nachhinein…

Die balinesischen Jungs rannten zum Krankenhaus, telefonierten mit den Ärzten aber niemand war zu erreichen. Erst nach einer halben Stunde wurde einer der Ärzte geweckt. Er versprach schnell zu kommen. Alle anderen waren auf einem religiösen Betriebsausflug. Das Krankenhaus hatte heute geschlossen.

Kein guter Tag, um zu sterben.

So hielt ich weiter die deutsche Frau im Arm und redete beruhigend auf sie ein.

Nach einer gefühlten Ewigkeit wurde sie und ihr toter Mann von dem Arzt abgeholt und wir fuhren zu Blue Corner.

Dieser endgültige Moment hat keinen Platz in meiner bewussten Erinnerung gefunden. Ich habe ihn verpackt und verborgen und irgendwo in mir in einer Kiste verstaut.

335327_2383493364112_66457508_o

Ich bin erst wieder in mir als wir abends an der Bar saßen. Alle lachten und kicherten über die tollen Taucherlebnisse, das perfekte Wetter und die Mola Molas. Kein Wort fiel über ihn und die Dinge von heute Nachmittag. Ich war verblüfft und irritiert und unglücklich und mal wieder Gott froh, dass es Skype gibt und meine Familie und Freunde denen ich unter Tränen und mehr stumm als redend den Tag rüberbringen konnte. Ein weiterer Glücksgriff des heutigen Tages waren Markus und seine Frau. Sie halfen mir Worte zu finden und den Tränen eine Bedeutung zu geben. Dieser mir fremde tote Mensch und seine trauernde deutsche Frau hat mich tief in meiner Seele berührt.

Und am nächsten Morgen begann ich mal wieder im Pool ganz von vorn mit meinen Tauchübungen bis ich 4 Wochen später die Prüfung zum Divemaster machen konnte.

 411191_2380463168359_91426749_o

All diese Gedanken gingen mir in der Nacht und am nächsten Morgen durch den Kopf. Wir fuhren im gleichen Tauchboot wie einige Jahre vorher und machten uns auf den Weg zum Mantatauchplatz – vorbei an dem Strand wo wir ihn ans Krankenhaus übergaben, dem Strand wo wir seine Frau suchten und der Abzweigung zu dem damaligen Tauchplatz. Es war eine bewegte und irgendwie befreiende Fahrt. Ich wusste nun, dass er einfach an einem Herzanfall verstorben war und überall auf der Welt verstorben wäre. Nur weil er unter Wasser war, wurde es zu einer so blutigen Angelegenheit.

Ich wünschte seiner Seele Frieden und machte mich auf ins Wasser.

620628_2405941805309_2143538430_oAls Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Käufen.

10 Lembongan

Schnell schmiss ich den Rucksack ins Zimmer – in den Schrank konnte ich leider nichts stellen, da der Gecko und ich schreiend erstarrten, als ich die Tür öffnete. Ich schlug die Schranktür schnell wieder zu, schmiss den Rucksack ins Eck und ließen Gecko und Zimmer allein.

Eigentlich finde ich die kleinen süßen Geckos toll aber der war riesig, megariesig.

Ab ans Meer war mein erster Weg – Sand und Wellen und den Geruch von Lembongan in der Nase platzte mein Herz fast vor Glück. Ich ließ den Sand durch meine Zehen rinnen und ging am und durchs Wasser zu meinem Lieblingstauchplatz. Noch ein paar Minuten Zeit bis zum genialen Blue Corner Sunset mit Blick auf den Vulkan auf Bali. Die Vorfreude war riesig und mit jedem Schritt meines Weges kamen mehr Erinnerungen hoch.

 

412275_2383475883675_1606957615_o

Hier habe ich tauchen gelernt, meinen ersten toten Menschen gesehen, habe gelacht und geliebt, gesungen und getanzt. Blue Corner, ein Ort wie aus der Zeit genommen. Der wohl einzige Ort mit dem für mich perfekten Soundtrack. Der Pool am Strand mit Blick in den Sonnenuntergang, die Jungs, die Musik, die Partys und das Essen.

Nur noch wenige Minuten und war da. Die Jungs freuten sich riesig und luden mich auf die Party, ein Bier und unbedingt morgen tauchen ein.

335327_2383493324111_2125170455_o

Es war wie heimkommen und in alte Zeiten zurückkehren in Einem.

Ein Bintang später war es Zeit mich zu den Anderen in die Sitzsäcke zu setzen. Sonnenuntergang – der wichtigste Termin des Tages den man auf Reisen so haben kann. Ich bin immer wieder überrascht wie viele Farben, Gefühle und Schönheit die Natur in diesen einen kurzen Moment legen kann. Jeder ist anders und einzigartig und wundervoll.

Der Heutige war gekrönt von einer ufoförmigen Wolke die genau über dem Vulkan hing.

Ich war gespannt was mir die nächsten Tage bringen werden und versank mit meinem Buch tief in den Kissen.

Es gibt für mich so Orte auf der Erde die mich in völliger Ruhe ankommen lassen. Blue Corner ist so einer.  Einige Stunden später wechselte die Stimmung und die Party begann. Lagerfeuer wurden angezündet und die Kids kamen von der ganzen Insel zum Feiern. Hier feiert man noch als gäbe es kein Morgen. Es ist egal ob schwul, lesbisch oder hetero – Einheimischer oder Tourist, Mann oder Frau, jung oder alt… Alle finden hier ihren Platz.

So saß ich mit dem Vater von so Partykids am Feuer und wir redeten und tranken Bier und redeten weiter. Es ist ein Platz wo wildfremde Menschen sich ihre Alltagsgeschichten erzählen, keiner macht sich Gedanken was der Andere denkt. Manche trinken, manche reden und Andere tanzen aber jeder ist hier so echt wie er nur sein mag. Wie ein magischer Zauber der über diesen Partys liegt.

328263_2380490969054_339296173_o

Ich ließ mich immer tiefer in diese Welt fallen und genoss den wundervollen Abend, die Sterne über mir und das Meeresrauschen in meinen Ohren. Andy und Cody waren mal hier und mal dort und immer mal wieder bei uns am Feuer. Sie sind Freunde mit ihrer ganzen Ausstrahlung und man kann ihnen nah sein obwohl sie für die ganze Party sorgen.

Ein weiterer Once in a lifetime Abend meines Lebens ging dem Ende zu und ich lief langsam durch den Sand heim in meinen Bungalow zu meinem neuen Freund im Schrank.

Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Käufen.

Der Link zu Blue Corner Dive ist für Eure Info über den tollsten Tauchplatz der Welt.

9. Auf dem Weg nach Lembongan

Als ich mich später wieder bewegen konnte, machte ich mich auf den Rückweg durch die Touristenwelt. Shops und Stände wechselten sich mit Restaurants und Bars ab. Musiker spielten life und Menschen saßen auf den Mauern und hörten zu. Ganz ganz wenige und furchtbar Mutige trauten sich sogar einzeln auf die Tanzfläche und genossen die Stimmung.

Ich wurde noch gefühlte 30 mal zum Essen eingeladen aber für heute konnte selbst ich nicht mal mehr dran schnuppern.

So genoss ich den Augen- und Ohrenschmaus. Ich fühlte den Sand in meinen Flipflops und genoss den Sternenhimmel über mir. (Zehenringe gibt es übrigens hier 🙂)

12814153_10201438875731189_7302130728766742371_n

Dies war eine weitere der Nächte die nie vorbeigehen müsste. Sie dürfte ein Leben lang dauern.

Innig in Gedanken versunken schlenderte ich in meinen Bungalow, ließ mich aufs Bett fallen und konnte noch ein wenig mit meinen Liebsten daheim skypen bevor ich tot müde ins Bett fiel. Die Zeitverschiebung ist hier wirklich das Sahnehäubchen auf einem wundervollen Tag.

1618419_10201442420739812_4703882245432201716_n

Am nächsten Morgen war es Zeit für die Weiterreise – Lembongan war mein Ziel. Ich buchte also wieder ein Schnellboot und wanderte mit meinem Riesenrucksack (oder doch er mit mir) zurück zum Boot. Meine Abenteuer am Strand haben mir viele neue Bekannte eingebracht und so musste ich mich auf dem Weg häufiger verabschieden als mir in Anbetracht der Fahrzeit vom Boot lieb war.

Ich versprach ganz bald wiederzukommen, war mir jedoch nicht so sicher ob ich die Insel jemals wieder in diesem Zustand zu Gesicht bekomme. Der neue Flughafen in Lombok ist vor kurzem eröffnet worden und der Weg auf die Gilis entsprechend kurz geworden.

Das tut kleinen Paradiesen leider nur selten gut.

Die Sorge um mein Boot und das eigentlich viel zu hektische Verabschieden war mal wieder völlig umsonst. Ich war ja schließlich in Indonesien und außer mir fehlte so ungefähr die Hälfte der Gäste und ein kleiner Teil des Personals. Leider der Teil der den Bootsschlüssel hatte und das Kapitänspatent. So hatten wir noch urgemütlich Zeit an der Bar des nächstgelegensten Tauchshops den einen oder anderen Abschiedscappuccino zu trinken. Wieder einmal war ich froh, viel Zeit mitzubringen und nicht hektisch auf einen Flug oder ein weiteres Boot zu müssen. Auf mich warteten nur ein Hotelzimmer und liebe Freunde mit denen ich tauchen wollte.

Die Zeit verging, die anderen Boote legten ab und kamen an und irgendwann ging es auch für uns ein paar Meter weiter. Wir wurden zur Nachbarinsel gefahren und dort an den Strand gespuckt. Es sei doch jetzt Mittagszeit und sicher hätten wir inzwischen Hunger. Wir könnten doch schnell was essen gehen. Ich lachte innerlich und freute mich über den kleinen Ausflug nach Gili Trawangan. So konnte ich mir die Insel fix anschauen. Ein kleiner Lokalshop war schnell gefunden an dem ich ein typisches indonesisches Gericht mit Erdnusssoße und Hühnerspießen bekam. So gestärkt lief ich eine Runde durch die sehr touristische Insel. Der Strand war zwar auch hier zu sehen, er musste sich aber von dutzenden von Menschen geteilt werden. Touristen lagen neben Baubooten und Handwerker stiefelten an den Einkaufszeilen vorbei. Es war eine lustige Mischung die so einen ganz anderen Eindruck erweckte als Gili Air noch vor wenigen Minuten. Das könnte also Gili Air blühen, wenn der Flughafen gut besucht wird? Ich verabschiedete mich in Gedanken von der Insel und bewahrte das Bild was ich hatte ganz fest in meinem Kopf.

Einerseits wünsche ich ja den Menschen auf der Insel an dem Fortschritt und dem Gewinn durch die Touristen und Gäste teilzuhaben, andererseits geht mit jedem Gast ein Stück vom eigenen Zauber verloren. Mit jedem einzelnen Kompromiss gibt es ein Sandkörnchen weniger Gilis.

Die Menschen um mich wurden immer ungeduldiger, checkten ihre Handys, schauten nach den Flügen und fragten den Reiseleiter gefühlte 100 Mal wann es denn weitergehen könnte. Die Antwort war und blieb, „es geht weiter“. Nur das kleine Wörtchen wann konnte niemand sagen.

Ich setzte mich also ein Weilchen unter einen Baum, schaute auf das wundervolle türkisfarbene Meer und sprang immer mal wieder auf die Seite, um den Bauarbeitern aus dem Weg zu sein.

Einige Bauarbeiter, Boote und wundervolle türkisfarbene Wellen später kam unser Boot. Es sah ein wenig alt aus und ich wurde pitschepatsche nass beim Betreten des Decks. Diesmal las auch ich die Anleitung für die Schwimmwesten und interessierte mich für die Wasservorräte.

Ich suchte mir einen schönen Platz von dem ich schnell nach draußen konnte und schlief ein. Mitten auf dem Meer wachte ich wieder auf. Delfine – Delfine riefen einige auf dem Boot. Ich blickte schnell aufs Meer und entdeckte eine Schwarm Plastikflaschen der munter im Wasser auf und ab hüpfte. Ich schaute ihnen eine Weile zu und lächelte über den Irrtum. Lange lächelte ich jedoch nicht, denn die Motoren des Bootes waren aus. Wir dümpelten mitten auf dem Meer und die Motoren machten nicht den leisesten Ton.

Ich war verwirrt. Der Kapitän werkelte irgendwo in den Tiefen des Kahns herum und die Touristen freuten sich über Plastikflaschendelfine. Manchmal verwirrte mich die Welt einfach nur.

Der Kapitän und seine Crew krabbelten weiter in ihrem Boot herum. Sie riefen komische Dinge und telefonierten wild hin und her. Ich vertiefte mich wieder in meinen Sitz, schaute mir an wie viel Zeit uns noch blieb vor dem dunkel werden und war ziemlich froh, dass ich super gut schwimmen kann und vor so tief blauem Meer keine Furcht mehr habe.

Mit diesen Gedanken schlief ich wieder ein.

12814785_10201450180573803_3773052972782702311_n

Den nächsten wachen Moment hatte ich als wir auf Grund liefen. Die Motoren schienen sie wieder bemüßigt zu haben und wir sind in Lembongan gelandet.

Seit meinem letzten Aufenthalt an diesem Strand hat sich die Zahl der Boote verdreifacht. Am Strand war das reinste Gewusel. Wir sollten schnell zu dem Pickups gehen der uns ins Hotel bringt. Wie? Pickup? War ich wirklich so lange nicht hier, dass es Autos auf dieser Insel gibt?

Bei meinem letzten Aufenthalt sind Claudia und ich die 2 km am Strand langgestapft um in die kleine Pension zu kommen.

Jetzt fuhr mich ein schwarzer Pickup bis fast vor meine Zimmertür. So einen Service kannte ich hier noch nicht.

Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Käufen.

Twilight

Hallo Ihr Lieben,

sicher fragen sich manche was so Reisende wie ich in der Freizeit machen 🙂

Ich bereite meine Reisen sehr selten vor. Wenn ich unterwegs bin, lebe ich so nah wie möglich an den Menschen vor Ort und entdecke den Alltag.

So habe ich hier in Deutschland alle Zeit der Welt zu leben, zu lieben und zu arbeiten wie alle meine Freunde auch.

An einem dieser Chilligen Wochenenden schaute ich mir Twilight an.

Eine Vampirsaga die mehr über unser Leben aussagt als ich in vielen anderen Filmen erleben durfte. Es geht um Liebe und die Kontrolle über die Emotionen.

Alle Menschen oder Vampire oder Wehrwölfe lernen sich zu kontrollieren und zu schützen was sie lieben.

Ich bin so überhaupt kein Vampirfilmfan und konnte mich lange nicht mit Twilight anfreunden. Jetzt freue ich mich über die vielen Metaphern auf die heutige Gesellschaft.

Es ist viel schöner Liebe zu leben als gewalttätig zu sein. Wer seine Gefühle kontrollieren kann, lebt sicherer und auch länger. Die Bösen gewinnen nur so lange bis sich die Guten in Liebe entgegenstellen. Manchmal ist Dein Feind eigentlich Dein Freund und Du hast nur noch nicht so genau hingeschaut.

Vieles in den Filmen erinnerte mich an Reaktionen von Menschen die viel Schlimmes erlebt haben – sie tragen später den Wolf in sich und wollen einfach nur schützen oder sie wollen alles niederreißen. Es ist aber egal was im eigenen Leben passiert ist oder was man von der Familie mitbekommen hat. Man kann sich immer für die Liebe und den Frieden entscheiden, wenn man in Liebe zusammenhält.

Sicher ist das hier die etwas Andere Filmbesprechung aber das Buch oder den Film kennt sicher jeder schon.

Licht und Liebe und ganz viel Spaß beim Schauen Jean.

Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Käufen.

8. Gilis

Die Frühstückspanaromaseite ist die nach Osten. Fischer fahren mit kleinen Booten auf die nahegelegene Insel Lombok hinüber und versuchen die Rekorde im Tüten stapeln zu brechen.

Die Boote wackeln und sinken tiefer und tiefer. Die Tütchen beginnen einen gespenstischen Tanz und nicht wenige der Päckchen ziehen es vor ins Wasser zu fallen.

Direkt neben diesem Spektakel ist mein Frühstückslokal. Ich bin meist der einzige Gast und die Belegschaft ist morgens um 11 noch nicht so ganz ausgeschlafen.

12799323_10201434965513436_3261953338117905560_n

Ich weiß ja jetzt was sie in der Nacht machen…

So lag ich auf meinem überdachten Balibett, las eines der Bücher die sich in jedem Hotel finden und wartete auf mein heutiges Überraschungsfrühstück.

Die Bedienungen sind jeden Tag Andere und die Köche scheinbar auch. So sieht ein Obstsalat oder ein Pancake, ein Toast mit Omelett oder ganz einfach ein Kaffee jeden Tag wie neu aus. Ich liebe dieses Restaurant. Es bietet mir jeden Tag was Neues ohne, dass ich mich bewegen muss. Urlaubertraum für mich. Ich kann also meine völlig unbekannten Bücher lesen und vor mich hin träumend den Zementtüten zuschauen die sich ins Meer stürzen und habe neben aller Gewohnheit täglich was Neues.

Frangipani pink

Apropos Bücher, so viele Reisende tragen ihren E Reader mit sich rum. Wie ist das so für Euch? Ich kann nicht. Ich brauche den Geruch von Papier und das gelbliche der Seiten unter meinen Fingern. Ich liebe den Gedanken wer das Buch schon gelesen hat und wo es schon war. Wegen mir könnte es ein eigenes Reisetagebuch für sich schreiben.

Beim Backpacken reise ich immer mit einem Buch los und dann geht es ans Tauschen. So kam ich im Laufe der Zeit sicher schon an hundert Bücher die ich so zum Teil nie lesen würde.

Per Anhalter durch die Galaxis war eine meiner Lieblingsüberraschungen. Ich hätte es nie gekauft und bin seit dem ersten Buch vernarrt bis über beide Ohren.

Anfänglich las ich nur deutsche Bücher aber das wurde bei meinem Verbrauch zu teuer und zu irrwitzig immer wieder deutsche Literatur zu finden. Wieso stehen wir deutschen Frauen eigentlich auf Kitschromane während die Niederländer die tollsten und spannendsten Krimis und Mittelaltergeschichten im Urlaub lesen? Im amerkikanischen Sprachgebrauch ist sogar Humor oder sience fiction möglich.

So wurde ich ein wenig vielseitiger und mein Geldbeutel freute sich. Es ist doch netter ein Buch auch mal mehrere Tage zu lesen als jedes nur zu verschlingen.

P1020175

Zurück zum Frühstück, ich lese also immer noch auf meinem Balibettchen und das Meer übt sich weiter in seinen wunderschönsten türkis Tönen. Den Kellner habe ich in der Zwischenzeit schon dreimal lieb gefragt wie es meinem Kaffee geht. Der Obstsalat schläft noch irgendwo in der Küche.

Vermutlich ist der Hotelboy grad mit dem Radel einkaufen und schaut mal was er meiner Beschreibung entsprechend so einkaufen kann.

Ich liebe es, wenn das Abenteuer schon morgens beginnt. Währenddessen halte ich den Kellner Madi auf dem Laufenden was ich heute so vorhabe. Ich bin mir gefühlt sicher, dass er mich den ganzen Tag über egal wo auf der Insel finden würde – so denn ich mich nur an meinen eigenen Plan hielte.

Zu Hause auf den Gilis – ein tolles Leben… (Für alle die noch mehr über Bali lesen und wissen wollen)

Nach meinen üblichen Strandrunden ist heute mal die Touristenseite dran. Strandbekannte, die man beim Backpacken gern und auch häufig trifft, haben über den besten Schokoladenkuchen der Welt berichtet.

Das muss ich natürlich heute Abend überprüfen.

Es würde da einen ganz tollen Grill und super Fisch zum Abendessen geben, der Capucchino sei phantastisch und der Schokoladenkuchen ein Gedicht.

Also war mein Plan für heute, spazieren bis zum Abend – zwischendrin Reis und Gemüse und dann hungrig ans BuffetBlütenbad.

Juchhuh… Ich freute mich schon auf lustige Touristengeschichten und genoss die Vorfreude.

Stunden später stand ich hungrig, geduscht (heute warm) und im passend zum Meer Kleidchen am Grill.

Vor mir lag eine Auswahl recht unanonymer Fische die mich vorwurfsvoll anstarrten.

War ich nicht vielleicht doch Vegetarier? Der Blick auf den Kartoffelsalat schrie nein. Die Majonaise stand zu weit oben auf der tu das bitte nicht im Urlaub Liste.

So mussten sich die Fische umdrehen, einer wurde ausgezogen und filetiert und verschwand im Bananenblatt auf dem Grill.

Jetzt schnell an die Salatbar. Es gibt grünen Salat, ich meine am Äquator auf einer Insel. Dann hätte ich noch die Variante Eiersalat, russischer Salat und diverse Versionen anderer Majonaisensalate testen können.

Ich überließ die Toiletten lieber den anderen Gästen und fand Karotten und gegrillte Kartoffeln hervorragend zu Fisch.

An meinem Tisch versank ich in Sitzkissen und lag mit entspanntem Blick auf Lombok noch immer dort als der Kellner ankam. Zu dem Fisch im Bananenshirt hat sich noch ein Händchen Pommes, Grillgemüse und diverse Deko gesellt. Es könnte also gut sein, dass ich mir den Abend einteilen muss, damit sich der Schokoladenkuchen nachher nicht völlig überflüssig vorkommt.

Ein Gläschen Wein sollte das Ganze abrunden. Ups – nicht aufgepasst. Wein und Inseln und so kurz vor Australien – das kann zwar gut klappen. Heute war jedoch nicht mein Glückstag. Ich sollte mir die Kombi – Bali ist Bintang einfach besser einprägen.

Der Fisch war göttlich, die Karotten und die Deko blieben am Leben und ich genoss das (wie ich in Bali zu oft sage) beste Essen ever. Kugelrund und voller Genuss schaute ich auf den Sternenhimmel. Die Palmen über uns raschelten leicht vor sich hin und das Meer versank in einem immer tieferen schwarz.

Zeit für Schokoladenkuchen wie ich fand – Schokoladenkuchen mit einem wundervollen Espresso dazu. Ich bin so ein alter Kaffeejunkie wie sicher schon aufgefallen ist. Ja, man kann nach einem Kaffee um 22 Uhr wundervoll schlafen.

So lag ich noch immer in meinem Megakissen, versuchte mit Situps gelegentlich stilvoll an die Gabel zu reichen und verkrümelte meinen Kuchen mit innig verlaufendem Schokoinnenleben um mich herum.

Es war ein Fest.

Diese Seite enthält Affiliate Links zu Werbezwecken. Sie können Sie gern nutzen und sich die Produkte anschauen.

Sri Lanka – Botanischer Garten Kandy

Auf meiner Reise nach Sri Lanka entdeckte ich einen riesigen wundervollen Garten den ich Euch nicht vorenthalten mag. Viele viele Stunden sind wir gewandelt und haben erstaunt geschaut und neue und immer neue Dinge entdeckt.

Leider wartete unsere Rikscha vor der Tür. So mussten wir irgendwann mit müden Füßen wieder gehen.

P1030028

60 ha Garten in denen man genießen, chillen schauen und auf dem weichsten „Gras“ herumlaufen konnte. Mehrere Gewächshäuser enthielten Orchideen wie ich sie noch nie gesehen hatte.

P1030018.jpg01

Riesige Ficusbäume, Bambus hinter dem man sich verstecken kann und riesige Wiesen bieten genug Platz zum spielen, toben und auch anderen Familien zuschauen.

Mir gefielen jedoch die Orchideen mit den vielen Gesichtern am Besten.

P1030008.jpg 01

Verwundert schaute ich mir die Gesichter in den Blüten an und wandelte durch die Gewächshäuser. Ein Meer der Farben und Formen ergoss sich in wahrer Pracht.

P1030016.jpg01

4000 verschiedene Pflanzenarten boten mir ständig neue Farben und Formen und begeistern mein Fotografenherz.

P1030036

Leuchtende Farben, warmes Klima um mich herum und wundervolles Licht machten diesen Ausflug zu einem wahren Erlebnis.

P1030038

Viele dieser Pflanzen (Strilitzie) kannte ich allenfalls aus dem Blumenladen. Sie hier in Heckenform zu sehen überstieg schier meine Vorstellung.

P1030042

Dieser Beitrag enthält Affiliate Links zu Amazon. Dort könnt ihr Euch über die Produkte informieren.

 

 

Der Junge der Träume schenkte

Natale, der Junge der Träume schenkte ist ein charismatischer wundervoller kleiner und immer größer werdende Junge im New York am Anfang des 19. Jahrhunderts.

Er kam mit dem Frachter und seiner Mutter aus Italien und träumten von einem besseren Leben. Was dann kam wurde anders und veränderte das Leben der Beiden von Grund auf.

Armut, Elend und Kriminalität treiben die Kids der Lower East Side in Gangs und Kämpfe miteinander. Das Leben ist von Armut und Dunkelheit geprägt.

Natale begeistert alle Menschen um sich herum und fasziniert mit seinem Wesen in all dem Kampf.

Dies Buch fesselt und hält völlig gefangen in dieser Welt. Prostitution, Gewalt und Alkohol vermischen sich mit der Geschichte um diesen wundervollen Menschen der versucht die Liebe zu bewahren und seine Mutter zu ehren.

Es wird kaum gelingen dieses Buch aus der Hand zu legen, denn der amerikanische Traum und die Gangstergeschichten liegen dichter beieinander als man es sich vorstellen kann.

Luca di Fulvio ist ein spannender Autor der ein breites Spektrum an Literatur abdeckt. Viel Spaß beim Lesen…

Der Junge, der Träume schenkte

Diese Seite enthält Affiliate Links. Auf denen könnt ihr das Produkt genauer anschauen.

 

7. Gilis

Mein SpeedBoot auf die Gilis sollte bald ablegen. Die Touristenwelt hatte mich wieder.

Ja, es gibt diese Gedanken zwischen Backpackern und Touris. Wer reist denn jetzt besser und passt besser auf die Welt auf? Wer kennt sich besser aus oder wer ist verloren?

In der Welt der Touristen und Zettelchen, Jetons und Reihen zum Anstellen bin eindeutig ich verloren. Obwohl ich doch schon an die richtige Stelle gestellt wurde, ging ich immer wieder auf die Toilette, ein Getränk holen oder anderweitig verloren. Unglaublich wie oft mich der nette Guide immer wieder aufgeräumt hat.

Eigentlich ein Wunder, dass Menschen wie ich so völlig unaufgeräumt auch überleben? Ich bin verwirrt.

MU8A3847

Nach Stunden des Wartens, das Boot sollte eigentlich schon längst wieder gelandet sein, durften wir endlich einsteigen.

Es wurde die lustigste Bootstour meines Lebens.

Auf den sonst üblichen schnellen Fischerbooten mit denen ich unterwegs war hat sich noch nie jemand die Schwimmwesten erklären lassen. Wir wurden auch nie gebeten Sonnencreme aufzutragen und auch die Beschwerden über zu warme Cola kannte ich nicht.

Eine ganz neue Erfahrungswelt tat sich auf.

Die schönste Episode war jedoch als sich ein etwas beleibter Reisegast auf die Ankerleine setzte und ich beim Ablegen nicht dazu bewegen ließ diesen Platz zu verlassen.

Mitreisende, der Kapitän und viele Besatzungsmitglieder versuchten es in vielen Sprachen aber er saß.

So zogen sie das Ankerseil zu viert unter ihm hervor damit wir nach 20 Minuten dann doch ablegen konnten.

Ich habe wohl das wahre Abenteuer der Reisen mit Guide bisher immer unterschätzt.

Es ist mir ein wohliges Vergnügen.

So fuhren wir irgendwann mit dem Speedboot aufs Meer, cremten uns ein, tranken die zu warme Cola, wurden gebeten nicht vom Dach zu fallen und bekamen die Buchten und Berge der Insel benannt.

Was für ein Spaß!!!

Wie gebucht kam noch eine Schule Delphine zu unserer Begleitung vorbei. Der Kapitän wurde schnell dazugerufen ob es auch echte Delphine sind und als er dies bestätigte freute sich das Boot gemeinsam.

Ich hatte Tränen in den Augen vor Lachen, vor Glück, vor Vergnügen und einfach, weil es so schön war.

MU8A3856

Bali und der Mount Agung hinter uns wurde immer kleiner und verschwand schließlich fast aus dem Blickfeld.

Das Boot jagte übers Meer und langsam kamen die Gilis in Sicht.

Ich war noch nie auf einer Insel die so ganz kitschig das Wort Inselparadies verdient hat. Das Boot brachte mich direkt nach Gili Air. Sand soweit das Auge reicht begrüßte uns und Palmen wiegten sich still im Wind. Das Meer hatte die Farbe meines türkisfarbenen Kleides und die Menschen wirkten als hätte ihnen jemand das Lachen ins Gesicht gezaubert.

Wir hüpften an den Strand und wurden hüfttief nass. Die Rucksäcke schafften es teilweise fast trocken an den Strand aber nichts konnte das Lächeln trüben.

Die Insel hat eine fast schon schmeichelnd gelassene Ausstrahlung. Tauchbasen, Cafes, Fischer und kleine Shops und Hotelchen lösen einander ab, wenn man den mittleren Weg durch die Insel geht.

Ich hatte meine kleine Unterkunft mal wieder schon vorher gebucht. Meist suche ich mir in der Zwischenzeit bei Booking ein Zimmerchen oder in dem Fall einen ganzen Bungalow aus.

Er lag malerisch inmitten eines Blumengartens und 5 weiterer Bungalows. Hier war also mein Reich für die nächsten Tage – mein Ruhepool, meine Base und mein zuhause auf Zeit.

MU8A3774

Es war ein Traum. Eidechsen lagen auf den Steinen und sonnten sich, ein Frangipanibaum war noch dabei zu wachsen um später mal Schatten zu spenden und überall blühte und zwitscherte es.

Nach einer kurzen Pause um die üblichen Papiere durchzugehen, meinen Reisepass abzuschreiben und alle Quittungen zu unterschreiben durfte ich endlich ans Meer.

Es zog mich magisch an.

Gili Air ist eine kleine Insel vor Lombok und ich schaffte es zu Fuß mehrfach sie in jeweils 2 Stunden zu umrunden.

Das wurde mein willkommenes Abend- und manchmal zusätzlich auch Mittagsritual. Auf der Suche nach den schönsten Stränden, den tollsten Kokosnüssen und den allerbesten Smothies hatte ich viel zu tun. Meist wurde ich im Norden der Insel fündig wo es ein wenig ruhiger und familiärer zugeht. Am zweiten Tag kommt schon die Frage wie es mir geht und wo ich gestern Abend war. Es ist wie nachhause kommen in den Fremde.

Das mit Abstand Beste und unwirklichste und wunderschönste an Gili Air sind jedoch neben den Menschen, Palmen, Stränden und Cocktails die absolut atemberaubenden Sonnenuntergänge die ich in dieser Farbkombination noch nie gesehen habe.

Der abendliche Sonnenuntergang ist ein mindestens einstündiges Farbspektakel was sich nicht nur im Westen abspielt, sondern sich in den Süden und Nordwesten ausweitet.

282536_2622594821499_440041090_n

Der halbe Himmel ist in lila, rot, orange, blau und gelbe Nuancen getaucht die ein feierliches Fest feiern. Ich wanderte jeden Abend die ganze Westseite entlang und erfreute mich wieder und wieder und wieder an den phantastischen Bildern. Manche schafften es auf die Kamera aber die allermeisten sind in meinem Kopf.

12799323_10201434965513436_3261953338117905560_n

Ein Bild was ich nur als absolut mindblowing in Erinnerung habe (seitdem weiß ich was das Wort bedeutet) war ein wundervoller Sonnenuntergang in den tollsten Farben. Heute war mal grün mit dran aber die Hauptfarbe war und blieb dunkelrot lila. Wir saßen also in unserem Kinopanorama uns schauten den Krebse Sammlern bei der Arbeit zu.

10610874_10201464455890677_1877390304274608990_n

In diesem Moment kam eine traumschöne Frau mit ihren Freundinnen und einem schneeweißen Pferd mit langer Mähne ans Meer gelaufen und begann es im Sonnenuntergang zu putzen.

Es ist ein Bild wie vom Kitschposter. Das passiert nicht in der wirklichen Welt oder? Schauen die Menschen neben mir genauso? Ist das wirklich wirklich echt? (alle Bilder auf der Seite sind mit einem HTC 8 fotografiert – no Photoshop!!!)

Scheinbar ja – also genießen und schauen und für immer im Kopf abspeichern.

Wir saßen noch lange am Strand und ließen diese Bilder auf uns wirken. Es war einfach unfassbar und gewaltig und atemberaubend.

249324_10201442421059820_5345327925754362770_n

Irgendwann wurde es immer dunkler und die blaue Stunde begann. Das Pferd war sicher unglaublich sauber und es wurde Zeit weiterzugehen.

Am Abend war ein Fest geplant. Gerüchte besagen, dass man auf den Gilis alle Drogen dieser Welt haben könnte und dieses Fest wäre ein guter Platz sie zu testen. Ich bin einfach nur neugierig und mag zuschauen.

Wie soll so ein Platz ausschauen? Wie geht es den Menschen dort und was passiert heute Abend?

Neugier über Neugier ließ mich weiter in den Süden auf das Partygelände am Meer laufen.

Schon von Weitem begrüßten uns wehende Tüllfahnen. Psychodelische Musik und neonfarbene Pilzmalereien an der Wand machten einen phantasievollen Eindruck. Lichter, Fackeln und Lampen in den unterschiedlichsten Farben machten die Tüllfahnen bunt und sorgten für flackernde und flatternde Schatten.

Der DJ war aufs ärgste bemüht keine Musik zu spielen die man irgendwo schon mal gehört oder gar gemocht hätte. Es war ein wenig wie in einem Gruselfilm nur in der Wärme und am Meer.

Ich brauchte an diesem Ort weder wahrnehmungserweiternde Substanzen noch hätte ich diese haben wollen. Der Ort allein war schon unwirklich und Geschichten anregend genug. Schon mein kurzer Gang aufs Stille Örtchen wurde zu einer kleinen Mutprobe. Später setzte ich mich mitten ins Geschehen und ließ Alles auf mich wirken. Entweder waren wir alle noch zu früh oder es waren eindeutig mehr Zuschauer als Partygäste hier.

Alle schauten zu wer welche Drogen genommen haben könnte aber keiner wirkte irgendwie außerhalb der eh schon abstrusen Wahrnehmung.

Nachdem ich mir den Zauber eine Weile angeschaut hatte, wandelte ich weiter.

Am Abend sieht man die anderen Seiten der Insel. Die Touristen sind brav in den Restaurants verräumt und die Einheimischen kommen an die Strände. Kids spielen Fußball, Männer führen ihre Frauen spazieren, Bauarbeiter haben sich ein Basketballnetzt gespannt und trinken Bier. Es ist eine ganz familiäre Atmosphäre. Ständig werde ich eingeladen, gebeten mitzuspielen oder ein Bier mitzutrinken. Nichts davon erweckt einen ungemütlichen Anschein. Ich fühlte mich wohl und entspannt und schaute mit den Jungs aufs Meer.

12814153_10201438875731189_7302130728766742371_n

Gefühlte Stunden später ging es wieder heim in meine kleine Miniwelt. Morgen ist ein neuer Tag. Wichtige Strände wollen erkundet, Muscheln gefunden und Wellen gehüpft werden. Ja, ich bin zu diesem Zeitpunkt 43 Jahre alt. Glaubt ihr wirklich das die Wichtigkeit dieser Aufgaben eine zeitliche Begrenzung hat?

Sie sind lebenslang wichtig.

So schnell ein wenig schlafen, dann kalt duschen (nicht weil ich möchte sondern weil die Sonne das Wasser erst mittags warm macht) und dann ab zum Frühstück.

Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Käufen.

6. Amed auf Bali – Tauchen und mehr

Amed und Oli waren das nächste Ziel. Mein Tauchfreund hat eine Base in Bali eröffnet und sein Nomadenleben aufgegeben. Er ist sesshaft geworden. Das muss ich mir anschauen und ihm mit ner dicken Umarmung gratulieren.

MU8A3825.JPG001

Also rein ins Taxi und quer über die Insel in den Norden. Vorbei an malerischen Reisterrassen und Tempeln, Bauernmärkten und Hunden. Der Duft von Frangipani kitzelte meine Nase während ich mich im Abenteuer wohl fühlte. Die Scooter und Autos um mich herum störten mich kaum und auch die Geräusche blendete ich einfach aus. So groß war die Vorfreude.

Endlich meinen guten Freund wiedersehen und ratschen, tauchen, zusammen essen und ganz viel feiern. Das klang für mich nach einem fantastischen Plan.

Totmüde und Stunden später kam ich endlich in Amed an. Ich fand das Restaurant und mein kleines Hotel. Alles war entspannt und wundervoll und so viel ich mitten am Tag totmüde ins Bett.

Zum Abendessen tauchte ich langsam wieder auf und fühlte mich ein wenig lebendiger. Ich freute mich auf Oliver der endlich vom Tauchen zurück war, auf seine Freundin die junge Künstlerin und hübscheste Balinesin die ich kenne. Dann bekam ich noch zwei Gratisgäste dazu. Zwei Tauchlehrer haben einen kleinen Ausflug von den Malediven gewagt da es dort auf Dauer zu alkoholfrei war. Na ja, da sind sie bei Oli an der perfekten Adresse. Hier gibt es Wisky, Bier und Wisky in abwechselnder Kombi.

Wir redeten über Freunde und die letzten Jahre, über Kunst und Bali, über Langeweile und noch mehr Langeweile. Kann man sich vorstellen, dass ein für mich wundervoller Platz für Olis Freundin so langweilig ist. Jeder findet Heimat in anderen Bereichen. Sie braucht Freunde und Party, feiern und noch mehr Freunde. Das Meer kennt sie seit sie auf der Welt ist und damit ist der tollste Strand langweilig und uninteressant.MU8A3804

Gegen Abend kam das Gespräch aufs Tauchen. Oli wollte mich mitnehmen und mir abenteuerliche Tauchseiten zeigen. Das war der Grund aus dem ich gekommen bin und nun hatte ich Angst. Ich erstarrte innerlich und mein Herz begann zu rasen. Ich wurde immer aufgeregter und die Panik überflutete mich völlig unangekündigt.

Alte Erinnerungen kamen hoch und wollten nicht gehen.

Oli und ich lernten uns vor vielen Jahren auf einem Tauchboot in Komodo kennen. Ja, das Komodo mit den Waranen. Es gibt dutzende Inseln und zwischendrin die tollsten Tauchplätze dieser Welt. Ich war blutige Anfängerin und sprang in eines der tollsten aber auch gefährlichsten Tauchgebiete der Welt.

411375_2356410367054_926232190_o

Haie umkreisten und und Muränen kamen aus ihren Höhlen. Ungekannte Inseln wollten von uns erkundet werden und die knapp gezeichneten Karten waren unsere einzige Hilfe.

208229_2348087318983_104599244_n

Ich hatte vorher meinen 8. Tauchgang geschafft und sprang in ein Paradies mit ICE Tempo.

Die Strömungen überwältigten mich und es war oft kaum möglich auf der Stelle zu bleiben. Wenn wir mal in der Tiefe den Haien zuschauen wollten, hielten wir uns an Sticks fest oder flatterten an Bändern wie ein Fähnchen in der Strömung.

Wir sahen die tollsten Schildkröten, Mantas und die buntesten Fische und Korallen die ich je erleben sollte. Manche Bilder waren so surreal, dass wir dachten wir träumen.

Oft war das Wasser so klar und die Welt so bunt, dass wir vergaßen zu atmen.

Die Sonnenuntergänge auf dem Boot, das Essen und die tollen Menschen um uns machten den Traum komplett.

So schwankten wir zwischen absoluter Begeisterung und gefährlicher Anspannung in der Strömung. Batu Bulong wurde eine meiner Lieblingstauchplätze und ich genoß das Unterwasseraquarium und vergaß mehr und mehr die Strömung.

481939_2348061518338_715881165_n

Bis zu dem einen Tag an dem sich Alles veränderte… Ich wollte nicht tauchen. Ich wollte nicht ins Meer und war irgendwie innerlich unleidig. Wir wollten um eine Insel tauche. Eigentlich nichts Besonderes außer, dass man die Kurve am Ende der Insel sehr eng nehmen sollte um nicht abzutreiben.

So die Theorie.

Die Praxis und ich sind oft anderer Meinung. Ich ließ mich überreden, tauchte mit meinen Jungs, verpasste die Kurve und kam in die krasseste Strömung die ich je erlebte.

Ich paddelte wie irre um zu meinen Freunden zurückzukommen aber hatte keine Chance. Sie wurden immer kleiner.

Zum Glück machte sich einer der Tauchfreunde mit auf meinen Weg und begleitete mich mit seiner Erfahrung. Atmen und immer atmen, ihm in die Augen schauen und hoch und runter paddeln damit uns die Strömung nicht zu arg in der Höhe verändert.

Ich atmete wie eine Dampflok und versuchte doch ruhig zu bleiben.

Gefühlt verging so eine Ewigkeit und wir trieben 3 km aufs weite Meer hinaus. Unter uns war nur noch tiefstes Blau. Irgendwo über uns war der Himmel aber wir konnten nur ganz langsam nach oben. Zu langsam für meinen Geschmack.

Irgendwann nach vielen Momenten und kurz bevor meine Luft aufgebraucht war, erreichten wir endlich die Oberfläche.

Unter uns war tiefstes Meer, so dunkel wie ich es noch nie gesehen hatte.

Unser Boot war km weit weg – einer kleiner Punkt am Himmel.

Mir war nach weinen, verzweifeln oder wüten aber ich hatte keine Kraft mehr.

Langsam setzte sich das Boot in Bewegung und nach Ewigkeiten sammelten sie uns ein.

Ich war fassungslos und entsetzt wie nach ich einer Katastrophe war und schwor mir nie mehr zu tauchen.

Abends auf dem Boot schwor Oli mir Alles, dass dies normalerweise sehr selten passiert und ich mir keine Sorgen machen soll.

265810_2378175991181_643724419_o

Einfach am nächsten Tag wieder ins Wasser und next try.

Das ist leichter gesagt als getan. Die Nacht war der Horror schlecht hin. Ich durchlebte das Abenteuer wieder und wieder und starb und überlebte abwechselnd und aus unterschiedlichen Gründen.

Am nächsten Morgen fühlte ich mich tot und tauchuntauglich.

Oli überredete mich trotzdem es noch einmal zu versuchen. Diesmal war eine andere Insel dran und die Strömung war dort nicht so arg.

Gesagt und getan sprangen wir in die Fluten, tauchten an einer der wunderschönsten Plätze, kamen an die letzte Kurve und wurden alle abgetrieben.

Ich hielt die Luft an und dachte an die Träume der letzten Nacht. Der ironische Teil in mir fing an zu lachen und der Rest blieb einfach in Schockstarre und schaute zu.

Zu viert schwammen wir mit der Strömung und gegen die Strömung und kamen ganz langsam nach oben.

Die Luft reichte wieder knapp und wir kamen 2-3 km von der Insel entfernt nach oben.

Ein Dejav,u so ungefragt und überraschend, dass ich fassungslos ins tiefe Blau schaute. Das Boot war ein Punkt in der Ferne und die anderen Taucher kaum zu sehen.

Ich versuchte zu atmen und mich zu entspannen. Die Zeit zu strecken oder zu kombinieren erschien mir das Einzige was ich jetzt tun konnte.

191048_2383450963052_173244710_o

 

All diese Erinnerungen kamen in Bali wieder hoch. Sie wanderten ungefragt in meinen Kopf und stellten mit meinem Bauchgefühl ein Chaos an. Alles was ich wollte war schlafen und ausruhen und hoffen, dass Alles gut wird.

Tauchen war ein Traum für den ich bis Bali geflogen bin und nun das.

Oli versuchte mich aufzumuntern, zu überreden, mich unter Druck zu setzen es doch zu versuchen aber Morgen über Morgen hatte er keine Chance.

Ich verbrachte meine Tage mit stundenlangen Spaziergängen und Gesprächen mit Einheimischen. Ich atmete und fand langsam meine innere Ruhe wieder.

Ich schaute mir den Strand an und ging erst mal schnorcheln, fuhr mit dem Motorroller am Meer entlang und genoss einen Strand nach dem Anderen.

Ich fand meinen Frieden wieder und wurde ruhiger und immer ruhiger.

IMG_1605

Nach einigen Tagen hatte mich mein Mut wiedergefunden und die Erinnerungen waren ein Teil meiner Geschichte.

Nach einem weiteren grandiosen Essen mit Oli und einem gefeierten Abend entschlossen wir uns morgen ein Wrack anzuschauen.

Ich ging zu Bett und träumte zum erstem Mal seit Tagen wieder schöne Dinge von Fischen und blauem Meer zum reinhüpfen.

Am nächsten Morgen erwartete uns ein zauberhaftes Frühstück. Pfannkuchen stärkten mich für den Tag und Smothies sorgten für die gesunden Vitamine drum rum.

Ich atmete und blieb in meiner Ruhe und Gelassenheit.

Die Tour mit dem Auto zum Tauchplatz genoss ich in vollen Zügen. Wir lachten, machten Quatsch und erzählten lustige Geschichten über alte Zeiten.

Oli kaufte eine neue Sonnenbrille, seine Freundin passte nicht mehr in den Taucheranzug oder doch? Ich schaute mir in aller Ruhe meine Sachen an und kam wieder in ein glückliches Tauchgefühl

Das Lachen war mir im Gesicht gemeißelt und auf gings zum ersten Wrack meines Lebens. Ab in die Tiefe und wild mit den Flossen geschlagen. Ich wollte gucken und Oli eher so eine Art Wettrennen gestalten ob wir es bis ans Schiffsende schaffen. Aber die Fischis??? Ich trödelte vor mich hin und schaute den Doktoren und Nemos, den Aalen und Schlangen, den Schildkröten und Korallen zu. Irgendwann fiel mir endlich auf, dass wir ja ein Schiff besichtigten. Und da war es wieder – dieses glücklich sinnlose Taucherlachen was so schnell die Brille flutet und dieses zweite Lachen darüber, dass ich nicht aufhören kann. Wann werde ich es lernen?

Tulamben – so heißt der Wracktauchplatz in Bali – wird mir auf jeden Fall in schöner und vor allem entspannter Erinnerung bleiben.

Wieder oben war ich einige Euro ärmer aber mal wieder mit dem Tauchflashglück im Bauch gesegnet. Jubel ist ein inside Job.

IMG_1614

Wir fuhren wieder zurück um den Abend gemeinsam mit Olis Koch in der Küche zu verbringen. Viel helfen geht zwar nicht – das wäre gegen die Ehre des Gastes aber ein wenig zuschauen und den Fisch mit einwickeln ist immer möglich. Neugierde zieht da ganz gewaltig.

Es gab Banana Fishfilet mit der typisch balinesch scharfen Soße eingelegt. Es wurde ein Traum. Die Bananenblätter lagen im Grill und verbrieteten langsam aber immer gewaltiger den Kokosnuss- und Gewürzduft.

Wir schlugen uns derweil die Zeit mit dem einen oder anderen Bintang rum. Bintang Bier mit Eis und einer dicken Scheibe Limone ist das beste Bier für mich. Ich hoffe alle Bayern haben das gechillt und entspannt überlesen ohne jetzt das Buch zu verbrennen.

Jeder hat so seine kleinen Sünden, nicht wahr? Dies ist meine…

Gefühlte Stunden später tafelte Oli auf: es gab gefüllte Bananenblätter, Pancakes, Reis, Huhn, Gemüse in einer Kokossoße gekocht, anderes Gemüse gedünstet. Von beiden Sorten hatte ich noch nie gehört, geschweige denn sie geschmeckt.

Obst rundete die Tafel ab und mundete zwischendrin und danach. Wir badeten in Ananas und Papaya, Melone und Mango. Es war ein Fest.

Nach einem so genüsslichen Abend fiel ich totmüde ins Bett. Im Schlaf wackelte mal wieder leicht die Erde als der Vulkan sich ein wenig entspannte aber sonst war es eine perfekte sternenklare traumschönwarme Nacht.

Morgens weckte mich das Gerenne von Oliver und mir fiel siedendheiß ein, dass mich nach dem Frühstück das Taxi zum Boot holt. Es ist mein letzter Morgen.

Schon wieder verabschieden. Das ist so schön Freunde nach Jahren wieder zu sehen aber man vergisst immer wieder diesen letzten Moment. Wann werde ich wieder in Bali sein? Wird es ein nächstes Mal geben? Wenn man so viel reist wie ich, dann gibt es viele liebe Menschen die Spuren im Herzen hinterlassen und die man am liebsten für immer dabei hätte aber nur Wenige kann man immer und immer wieder sehen.

Also ein letztes Frühstück, einen letzten Balicafe mit Oli. Er ist noch nie ein Riese im Verabschieden gewesen also tut er so als ginge ich nur auf nen Tagesausflug und er auch. „Stell Dich nicht so an, Du bist doch eh bald wieder da“ So klangen die letzten Worte in meinem Ohr als er mit seinen Kunden Richtung Tauchplatz verschwand.

Mal schauen ob er Recht behalten wird.

Ich packte meine sieben Sachen, umarmte alle lieben Kollegen und Freunde von Oli und machte mich weiter auf die Reise.

Die Seite enthält Affiliäte Links. Diese dienen Eurer Information.