Wieso reise ich oder was ich vermisse, wenn ich daheim bin?

Sind es die Sonne und das Meer oder eher die Wellen und das Essen? Ich kann es nicht in Worte fassen was die Freiheit ausmacht, allein zu reisen. Ist die tägliche Entscheidung zu tun was ich möchte, ist es die fehlende Verantwortung…?

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Sei es vielleicht die eigenwillige Veranlagung aller Kriegsflüchtlingsenkel? Es liegt mir im Blut aus Hoffnung Kraft zu schöpfen. Es liegt in meinen familiären Genen in der Ferne nach Glück zu suchen.

Vielleicht ist es jedoch auch einfach nur der Gedanke, dass das Gras auf der anderen Seite grüner sei 🙂

Dafür muss auch nicht unbedingt am Ende der Welt sein… Ein paar Tage in Insbruck im Hotel Heimgartl oder im Norden haben den selben Effekt. Es ist der Moment, in dem ich beginne, den neuen Ort zu erkunden und mein Sinne die Dinge aufnehmen, die um mich passieren.

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In meinem Beruf muss ich so oft tun, was Andere von mir möchten – an meinen Reisetagen tue ich einfach das was mir gut tut.

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Es ist nicht wichtig was es kostet und in den günstigsten Unterkünften habe ich schon die entspannendsten Erfahrungen gemacht. Reisen beginnt für mich in dem Moment wo ich meine Reisetasche über die Schulter lege, das Haus verlasse und mich auf den Weg mache. Für viele Menschen liegt das Ziel des Reisens im Ankommen. Ich dagegen, entspanne am liebsten, wenn ich unterwegs bin. So startet jeder Urlaub wirklich vor der Haustür. Es ist für mich ein Abenteuer die Menschen im Zug zu beobachten, Auto zu fahren, auf einer Fähre oder in einem Bus zu sitzen und neue Dinge kennenzulernen.

Bahnfahrten gehen bei mir leider oft gnadenlos schief. So ist meine Einstellung was reisen angeht, gleichzeitig völlig unverständlich und ein Segen. Da meine Zugverbindungen häufig zwischen 4 und 8 Stunden später ankommen, kann ich die Zeit sehr lange genießen. Ich habe schon Umleitungen von Rostock über Berlin, Hannover und Köln nach München erlebt oder stand mehrere Stunden mit der Hamburger Fußballmannschaft auf einem Bahngleis neben einem Feld fest. Manchmal trifft man Menschen, die spannende Geschichten erzählen, wie z.B. einen guten Freund von Peter Maffay und den damit zusammenhängenden Bikerstorys oder Felix Neureuther den Skifahrer, eine Therapeutin für Traumatherapie und viele Andere. An anderen Tagen bin ich eher stundenlang in ein Buch vertieft und unterbreche das Lesen nur, um mal wieder den Zug zu wechseln.

Noch lieber als mit der Bahn, reise ich mit dem Flugzeug. Es ist sicher nicht so ökologisch. Ich hoffe, das mein Fußabdruck durch viele andere nachhaltige Dinge ein wenig ausgeglichen wird. Es ist schon ein Wahnsinn wie heute Flüge gebucht werden können. So ist es häufig günstiger einen Baliflug mit einem Tagesausflug nach Paris zu verbinden, als direkt zu fliegen. Auch Amsterdam, Lissabon, Istanbul oder Athen habe ich mir als Stopover schon angeschaut. Sucht einfach nach günstigen Flügen und bleibt neugierig wie die längste Verbindung funktioniert. Wichtig ist nur die Visabedingungen der beflogenen Länder zu kennen. Es wäre zu schade 20 h auf einem Flughafen zu stecken, ohne ihn verlassen zu können. Auch ein guter Tipp ist es den Wetterbericht zu schauen. So bin ich schon in gelbem SMOG in Peking gelandet und wollte nicht vor die Tür oder habe bei einem Stopover im warmen Athen, nur die dicken Sachen dabei gehabt. Kurz im Internet das Wetter googeln, ein paar entsprechende Klamotten ins Daypack und der Kurztripp kann beginnen.

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Da kommt die Lieblingsfrage aller Fragen – wann buche ich Flüge und vor allem wo? Das ist eigentlich ganz einfach. So 4 Monate vorher fange ich an zu schauen. Da sich das Netzt so ziemlich alles merkt, bekomme ich immer günstigere Flüge angeboten. Gute Flugtage sind am Dienstag oder Donnerstag. Buchen klappt 2 Monate vorher am effizientesten und für mich ist Skyscanner die Lieblings – Suchmaschine. Der findet noch den zwergigsten Flughafen auf einer indonesischen Insel oder kann einen Flug mit Bestpreis finden. Ich kann nach dem günstigsten Tag im Monat suchen oder aber auch Flughäfen im Umkreis einbeziehen. Für mich kann die Maschine alles was ich mag. Einige Zeit habe ich mir ein Menü für den Flug vorbestellt. Das kommt dann einfach eher als es die anderen Gäste bekommen und ich kann vegetarisch, koscher, Diät oder was auch immer auswählen. Da in der letzten Zeit jedoch immer mehr Menschen vorbestellen, mag ich den Menschen an Bord nicht noch mehr Stress machen als sie schon haben.

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Zurück zu meiner Frage – was zieht mich also in die Ferne? Es ist die Ruhe und die fehlende Anforderung im Außen. Ich liebe aber auch die neuen Dinge, das Abenteuer, den Genuss, leckeres Essen und die Möglichkeit in jeder Sekunde neue Erfahrungen zu machen. Die Sonne auf der Haut scheint sich anders anzufühlen und jeder Sonnenuntergang und jede Welle zeigen eine neue Schönheit.

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Wenn ich reise, komme ich an viele verschiedene Punkte. Oft verbringe ich nur 1 bis 3 Nächte in einem Hotel. Manche Orte besuche ich jedoch mehrmals im Leben aber dann über eine recht lange Zeit. So gibt es einen Ort in Indien an dem ich mehr als einen Monat war, obwohl es dort nur 3000 Einwohner gibt, keinen Strand aber dafür den großartigsten Kamelmarkt der asiatischen Region.

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Ein anderer Ort an den ich immer wiederkehre liegt in Holland. Seit sicherlich 20 Jahren hat es mir Bergen aan Zee angetan. Ich und viele meiner Freunde haben diesen Ort kennen und lieben gelernt und fahren seit Jahren in unterschiedlichen Konstellationen dort hin. Die Erdnussbutter, das Meer, die Pfannkuchen und der Milchkaffe, die Pommes oder der Geruch der Dünen und der Kiefernwälder… Da ist so viel was mir ein Gefühl von daheim und ankommen an einem mir so fremden Ort gibt.

So ist es die Verbindung von Sehnsucht, Fernweh, Heimweh und Neugier die mich reisen lässt.

Wieso reist ihr oder wo reist ihr so hin? Ich bin so neugierig auf all die Menschen die meinen Blogg lesen. Ihr kommt aus Island, Österreich, Kanada und Indien? Erzählt in den Kommentaren mal ein paar Worte über Euch – ich mag Euch auch kennenlernen 🙂

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Heute mal musikalisch

In meinem Leben begleitet mich ganz viel Musik und Bilder und Geschichten. Damit kann ich meine Gefühle ausdrücken und Monate später fühlen was sich da so schön angefühlt hat.

Zum Beispiel von Marcel Brill – Nur den Augenblick. Dieses Lied ist einfach nur gigantisch.

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Es sind Lichter und Geräusche und Eindrücke die Erinnerungen wecken… Da sind die Momente in Rom mit dieser gigantischen Musik vor mir. Wir saßen an einem wundervollen Platz und staunten mit weit offenem Herzen und schwangen in der Musik von Niki la Rosa.

_U8A4792Auch immer wieder gern mag ich den Abend in Napoli in der wundervollen Oper. Es ist wohl die schönste der Welt. Mit Sicherheit aber die größte in Europa. Die Optik war einfach fantastisch. Die Sängerinnen leider nicht so sehr. Jedes Mal wenn ich Anna Netrebko und Elina Garanca höre, sehe ich die Oper vor mir und wünschte mir ich hätte dort ihre Stimmen hören dürfen. Vielleicht ein ander mal.

_U8A5396Manchmal sind Orte auch mit viel Liebe verbunden. So ein Ort ist für mich der Achensee mit all seinen Stimmungen. Joel Brandenstein – Diese Liebe enthält so viel Gefühl wie ich nicht in Bilder packen kann…MU8A6522Zu guter Letzt der Soundtrack für die wundervollste Zeit meines Lebens – so voller Genuss, tauchen, Bali anschauen und mit lieben Freunden Zeit verbringen… Eine Zeit die so voller Licht und Liebe ist, dass ich noch lange daran denken werde – Lembongan ist einfach Genuss pur… Sarah Mc Lachlan – In the Arms of an Angel

411191_2380463168359_91426749_oIch hoffe ihr hattet Spaß an dieser kleinen Kombi – ich wünsche Euch einen wundervollen Tag… Lasst es Euch gut gehen wo immer ihr seid.

Pentatonix – Hallelujah

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13 Lembongan heute – Tränen im Blick

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Ich war geschockt. Dies hier war noch vor 5 Jahren Niemandsland. Nur Schlangen bahnten sich hier ihren Weg und Krokodile verkrochen sich. Jetzt gab es breite Straßen, Müllwagen und Plastik soweit das Auge reicht.

Was tun wir nur mit der Welt die wir doch so schön finden?

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Allabendlich beim Sonnenuntergang saßen wir am Beach und diskutierten welchen Anteil jeder Einzelne hatte und was man tun kann, um ein klein wenig Anstoß zu regen auf diese schöne Welt aufzupassen.

Cody und Andrew nutzten ihre Bar und die Partypeople – Pappstrohhalme waren hier stylisch, die Deko essbar und Müll wurde kaum produziert. Gelegentliche Vorträge mit anschließender Cocktailverkostung und Quizabende waren die Wege von den Beiden ihre Ideen weiter zu verbreiten. Andrew war als Meeresbiologe bestens informiert und konnte alle Fragen beantworten oder einfach nur Geschichten erzählen.

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Wenn er erzählte wurden die Umweltbanausen zu bösen Buben und die Taucher zu Rettern der Welt. Sie waren die Helden die unter Wasser davon abhielten Korallen mit Initialen zu verzieren, Haie zu füttern oder Müll im Meer sammelten. Wer wollte nicht so cool wie Andrew sein und einfach ein bisschen die Welt retten?

So trafen wir uns zum Strand säubern, tauchend Müll einsammeln und hörten allabendlich wieder seinen Geschichten zu.

Aber natürlich sind auch wir Teil dieser Welt. Auch wir konsumieren und denken viel zu oft nicht daran was aus unserem Müll wird.

Darum hier ein paar ganz kleine Ideen die vielleicht nicht die Welt retten aber in der Summer vielleicht die eine oder andere Schildkröte?

Glastrinkhalme – sie sehen lustig aus und begeistern genau wie die aus Plastik – sie sind jedoch wiederverwendbar und auch in 20 Jahren noch nutzbar. Müllbeutel aus Biofolien – werden auf Basis von Gentechnik freier Maisstärke und pflanzlichen Ölen hergestellt. Sie sind biologisch abbaubar und kompostierbar und können nach der Verwendung über die Biotonne entsorgt werden. Sie können als Tragetüte oder als Müllbeutel verwendet werden und machen nicht noch mehr Müll. Glastrinkflasche – die wohl größte Müllorgie auf der Welt entsteht durch Plastiktrinkflaschen. Dabei können wir doch das Wasser aus der Leitung trinken oder im Urlaub riesige Flaschen kaufen die mehrfach benutzt werden und uns für den Tag was abfüllen? Es kann so einfach sein und dazu auch noch hübsch… Ich mag die Soulbottles. Sie sind stylisch, frei von Plastik und Weichmachern und dürfen in die Spülmaschine. Bio ist cool…

Machen wir doch alle zusammen unsere Welt wieder ein wenig schöner und hübscher, sicherer und nachhaltiger.

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12 Tauchen ins Glück

Der Tauchplatz für die Mantas ist so kalt. Das vergesse ich immer wieder. Rundherum der strahlendste Sonnenschein und hier eine Wassertemperatur von 15 Grad. Meine Tauchuhr von Suunto ist da absolut unbestechlich. Tapfer verrät sie mir Zeit, Tiefe, Temperatur und wie lange ich noch unter Wasser bleiben darf. Mein Lieblingstauchbuddy sozusagen.

Buhuh… Ich paddelte mich ein wenig warm und versuchte dann unterzutauchen. Vor lauter Gedanken im Kopf ging jedoch nichts – ich schaffte es einfach nicht und musste tatsächlich unter Wasser gezogen werden. Hm – das hatte ich auch noch nicht. Kaum war ich unten, war ich jedoch wieder in meiner bekannten Welt. Ich schwamm entspannt durch die Gegend, guckte mir die kleinen Haie, Mantas und Stachelrochen an und war entspannt und guter Dinge.

Zum Glück trug ich meinen Lieblingsglücksbringertaucheranzug von Cressi. Einerseits fühle ich mich pudelwohl und beweglich. Andererseits ist er mit einer Dicke von 5 mm so warm wie nur möglich. Das tut so gut und entspannt ungemein.

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Tauchen kann so schön sein, wenn der Kopf gechillt bleibt. Es ist eine schwerelose Welt in der die Gesetze der Bewegung fast frei funktionieren. Ich liebte es durchs Wasser zu gleiten, im Kopfstand im Raum zu schweben, einen Purzelbaum zu schlagen oder ein wenig schneller zu schwimmen. Es fühlte sich so frei an.

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Fünf Mantas schwammen um uns herum, schauten uns zu und fraßen gemütlich Plankton.

Da die Sicht nicht so gut war, waren wir fast die einzigen Taucher in der Bucht. Nur die Mantas und wir in Interaktion miteinander. Ein traumhaftes Vergnügen für uns Alle.

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Die Mantas machten ihre Futterrollen, die Stachelrochen spielten fangen, wir versuchten so dicht wie möglich dran zu kommen ohne überschwommen zu werden und so wurde es ein ewig langer Spaß.

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Moränen schauten uns bei unserem Spaß zu 🙂

Wieder auf dem Boot hatte ich das Taucherstrahlen in den Augen und war glücklich ohne Ende.

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Mantas – so konnte ich am Abend meinen Deal mit mir einlösen. Wenn ich mich traue hier zu tauchen, werde ich mir einen silbernen Mantaanhänger als neuen Talisman mitnehmen. Der durfte mich nun begleiten.

Die folgenden Tage waren ein gleichförmiges Einerlei aus Scooterfahrten zu allen Stellen auf der Insel die ich vermisste und abendlichen Sonnenuntergängen.

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10 Lembongan

Schnell schmiss ich den Rucksack ins Zimmer – in den Schrank konnte ich leider nichts stellen, da der Gecko und ich schreiend erstarrten, als ich die Tür öffnete. Ich schlug die Schranktür schnell wieder zu, schmiss den Rucksack ins Eck und ließen Gecko und Zimmer allein.

Eigentlich finde ich die kleinen süßen Geckos toll aber der war riesig, megariesig.

Ab ans Meer war mein erster Weg – Sand und Wellen und den Geruch von Lembongan in der Nase platzte mein Herz fast vor Glück. Ich ließ den Sand durch meine Zehen rinnen und ging am und durchs Wasser zu meinem Lieblingstauchplatz. Noch ein paar Minuten Zeit bis zum genialen Blue Corner Sunset mit Blick auf den Vulkan auf Bali. Die Vorfreude war riesig und mit jedem Schritt meines Weges kamen mehr Erinnerungen hoch.

 

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Hier habe ich tauchen gelernt, meinen ersten toten Menschen gesehen, habe gelacht und geliebt, gesungen und getanzt. Blue Corner, ein Ort wie aus der Zeit genommen. Der wohl einzige Ort mit dem für mich perfekten Soundtrack. Der Pool am Strand mit Blick in den Sonnenuntergang, die Jungs, die Musik, die Partys und das Essen.

Nur noch wenige Minuten und war da. Die Jungs freuten sich riesig und luden mich auf die Party, ein Bier und unbedingt morgen tauchen ein.

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Es war wie heimkommen und in alte Zeiten zurückkehren in Einem.

Ein Bintang später war es Zeit mich zu den Anderen in die Sitzsäcke zu setzen. Sonnenuntergang – der wichtigste Termin des Tages den man auf Reisen so haben kann. Ich bin immer wieder überrascht wie viele Farben, Gefühle und Schönheit die Natur in diesen einen kurzen Moment legen kann. Jeder ist anders und einzigartig und wundervoll.

Der Heutige war gekrönt von einer ufoförmigen Wolke die genau über dem Vulkan hing.

Ich war gespannt was mir die nächsten Tage bringen werden und versank mit meinem Buch tief in den Kissen.

Es gibt für mich so Orte auf der Erde die mich in völliger Ruhe ankommen lassen. Blue Corner ist so einer.  Einige Stunden später wechselte die Stimmung und die Party begann. Lagerfeuer wurden angezündet und die Kids kamen von der ganzen Insel zum Feiern. Hier feiert man noch als gäbe es kein Morgen. Es ist egal ob schwul, lesbisch oder hetero – Einheimischer oder Tourist, Mann oder Frau, jung oder alt… Alle finden hier ihren Platz.

So saß ich mit dem Vater von so Partykids am Feuer und wir redeten und tranken Bier und redeten weiter. Es ist ein Platz wo wildfremde Menschen sich ihre Alltagsgeschichten erzählen, keiner macht sich Gedanken was der Andere denkt. Manche trinken, manche reden und Andere tanzen aber jeder ist hier so echt wie er nur sein mag. Wie ein magischer Zauber der über diesen Partys liegt.

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Ich ließ mich immer tiefer in diese Welt fallen und genoss den wundervollen Abend, die Sterne über mir und das Meeresrauschen in meinen Ohren. Andy und Cody waren mal hier und mal dort und immer mal wieder bei uns am Feuer. Sie sind Freunde mit ihrer ganzen Ausstrahlung und man kann ihnen nah sein obwohl sie für die ganze Party sorgen.

Ein weiterer Once in a lifetime Abend meines Lebens ging dem Ende zu und ich lief langsam durch den Sand heim in meinen Bungalow zu meinem neuen Freund im Schrank.

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Der Link zu Blue Corner Dive ist für Eure Info über den tollsten Tauchplatz der Welt.

9. Auf dem Weg nach Lembongan

Als ich mich später wieder bewegen konnte, machte ich mich auf den Rückweg durch die Touristenwelt. Shops und Stände wechselten sich mit Restaurants und Bars ab. Musiker spielten life und Menschen saßen auf den Mauern und hörten zu. Ganz ganz wenige und furchtbar Mutige trauten sich sogar einzeln auf die Tanzfläche und genossen die Stimmung.

Ich wurde noch gefühlte 30 mal zum Essen eingeladen aber für heute konnte selbst ich nicht mal mehr dran schnuppern.

So genoss ich den Augen- und Ohrenschmaus. Ich fühlte den Sand in meinen Flipflops und genoss den Sternenhimmel über mir. (Zehenringe gibt es übrigens hier 🙂)

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Dies war eine weitere der Nächte die nie vorbeigehen müsste. Sie dürfte ein Leben lang dauern.

Innig in Gedanken versunken schlenderte ich in meinen Bungalow, ließ mich aufs Bett fallen und konnte noch ein wenig mit meinen Liebsten daheim skypen bevor ich tot müde ins Bett fiel. Die Zeitverschiebung ist hier wirklich das Sahnehäubchen auf einem wundervollen Tag.

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Am nächsten Morgen war es Zeit für die Weiterreise – Lembongan war mein Ziel. Ich buchte also wieder ein Schnellboot und wanderte mit meinem Riesenrucksack (oder doch er mit mir) zurück zum Boot. Meine Abenteuer am Strand haben mir viele neue Bekannte eingebracht und so musste ich mich auf dem Weg häufiger verabschieden als mir in Anbetracht der Fahrzeit vom Boot lieb war.

Ich versprach ganz bald wiederzukommen, war mir jedoch nicht so sicher ob ich die Insel jemals wieder in diesem Zustand zu Gesicht bekomme. Der neue Flughafen in Lombok ist vor kurzem eröffnet worden und der Weg auf die Gilis entsprechend kurz geworden.

Das tut kleinen Paradiesen leider nur selten gut.

Die Sorge um mein Boot und das eigentlich viel zu hektische Verabschieden war mal wieder völlig umsonst. Ich war ja schließlich in Indonesien und außer mir fehlte so ungefähr die Hälfte der Gäste und ein kleiner Teil des Personals. Leider der Teil der den Bootsschlüssel hatte und das Kapitänspatent. So hatten wir noch urgemütlich Zeit an der Bar des nächstgelegensten Tauchshops den einen oder anderen Abschiedscappuccino zu trinken. Wieder einmal war ich froh, viel Zeit mitzubringen und nicht hektisch auf einen Flug oder ein weiteres Boot zu müssen. Auf mich warteten nur ein Hotelzimmer und liebe Freunde mit denen ich tauchen wollte.

Die Zeit verging, die anderen Boote legten ab und kamen an und irgendwann ging es auch für uns ein paar Meter weiter. Wir wurden zur Nachbarinsel gefahren und dort an den Strand gespuckt. Es sei doch jetzt Mittagszeit und sicher hätten wir inzwischen Hunger. Wir könnten doch schnell was essen gehen. Ich lachte innerlich und freute mich über den kleinen Ausflug nach Gili Trawangan. So konnte ich mir die Insel fix anschauen. Ein kleiner Lokalshop war schnell gefunden an dem ich ein typisches indonesisches Gericht mit Erdnusssoße und Hühnerspießen bekam. So gestärkt lief ich eine Runde durch die sehr touristische Insel. Der Strand war zwar auch hier zu sehen, er musste sich aber von dutzenden von Menschen geteilt werden. Touristen lagen neben Baubooten und Handwerker stiefelten an den Einkaufszeilen vorbei. Es war eine lustige Mischung die so einen ganz anderen Eindruck erweckte als Gili Air noch vor wenigen Minuten. Das könnte also Gili Air blühen, wenn der Flughafen gut besucht wird? Ich verabschiedete mich in Gedanken von der Insel und bewahrte das Bild was ich hatte ganz fest in meinem Kopf.

Einerseits wünsche ich ja den Menschen auf der Insel an dem Fortschritt und dem Gewinn durch die Touristen und Gäste teilzuhaben, andererseits geht mit jedem Gast ein Stück vom eigenen Zauber verloren. Mit jedem einzelnen Kompromiss gibt es ein Sandkörnchen weniger Gilis.

Die Menschen um mich wurden immer ungeduldiger, checkten ihre Handys, schauten nach den Flügen und fragten den Reiseleiter gefühlte 100 Mal wann es denn weitergehen könnte. Die Antwort war und blieb, „es geht weiter“. Nur das kleine Wörtchen wann konnte niemand sagen.

Ich setzte mich also ein Weilchen unter einen Baum, schaute auf das wundervolle türkisfarbene Meer und sprang immer mal wieder auf die Seite, um den Bauarbeitern aus dem Weg zu sein.

Einige Bauarbeiter, Boote und wundervolle türkisfarbene Wellen später kam unser Boot. Es sah ein wenig alt aus und ich wurde pitschepatsche nass beim Betreten des Decks. Diesmal las auch ich die Anleitung für die Schwimmwesten und interessierte mich für die Wasservorräte.

Ich suchte mir einen schönen Platz von dem ich schnell nach draußen konnte und schlief ein. Mitten auf dem Meer wachte ich wieder auf. Delfine – Delfine riefen einige auf dem Boot. Ich blickte schnell aufs Meer und entdeckte eine Schwarm Plastikflaschen der munter im Wasser auf und ab hüpfte. Ich schaute ihnen eine Weile zu und lächelte über den Irrtum. Lange lächelte ich jedoch nicht, denn die Motoren des Bootes waren aus. Wir dümpelten mitten auf dem Meer und die Motoren machten nicht den leisesten Ton.

Ich war verwirrt. Der Kapitän werkelte irgendwo in den Tiefen des Kahns herum und die Touristen freuten sich über Plastikflaschendelfine. Manchmal verwirrte mich die Welt einfach nur.

Der Kapitän und seine Crew krabbelten weiter in ihrem Boot herum. Sie riefen komische Dinge und telefonierten wild hin und her. Ich vertiefte mich wieder in meinen Sitz, schaute mir an wie viel Zeit uns noch blieb vor dem dunkel werden und war ziemlich froh, dass ich super gut schwimmen kann und vor so tief blauem Meer keine Furcht mehr habe.

Mit diesen Gedanken schlief ich wieder ein.

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Den nächsten wachen Moment hatte ich als wir auf Grund liefen. Die Motoren schienen sie wieder bemüßigt zu haben und wir sind in Lembongan gelandet.

Seit meinem letzten Aufenthalt an diesem Strand hat sich die Zahl der Boote verdreifacht. Am Strand war das reinste Gewusel. Wir sollten schnell zu dem Pickups gehen der uns ins Hotel bringt. Wie? Pickup? War ich wirklich so lange nicht hier, dass es Autos auf dieser Insel gibt?

Bei meinem letzten Aufenthalt sind Claudia und ich die 2 km am Strand langgestapft um in die kleine Pension zu kommen.

Jetzt fuhr mich ein schwarzer Pickup bis fast vor meine Zimmertür. So einen Service kannte ich hier noch nicht.

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6. Amed auf Bali – Tauchen und mehr

Amed und Oli waren das nächste Ziel. Mein Tauchfreund hat eine Base in Bali eröffnet und sein Nomadenleben aufgegeben. Er ist sesshaft geworden. Das muss ich mir anschauen und ihm mit ner dicken Umarmung gratulieren.

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Also rein ins Taxi und quer über die Insel in den Norden. Vorbei an malerischen Reisterrassen und Tempeln, Bauernmärkten und Hunden. Der Duft von Frangipani kitzelte meine Nase während ich mich im Abenteuer wohl fühlte. Die Scooter und Autos um mich herum störten mich kaum und auch die Geräusche blendete ich einfach aus. So groß war die Vorfreude.

Endlich meinen guten Freund wiedersehen und ratschen, tauchen, zusammen essen und ganz viel feiern. Das klang für mich nach einem fantastischen Plan.

Totmüde und Stunden später kam ich endlich in Amed an. Ich fand das Restaurant und mein kleines Hotel. Alles war entspannt und wundervoll und so viel ich mitten am Tag totmüde ins Bett.

Zum Abendessen tauchte ich langsam wieder auf und fühlte mich ein wenig lebendiger. Ich freute mich auf Oliver der endlich vom Tauchen zurück war, auf seine Freundin die junge Künstlerin und hübscheste Balinesin die ich kenne. Dann bekam ich noch zwei Gratisgäste dazu. Zwei Tauchlehrer haben einen kleinen Ausflug von den Malediven gewagt da es dort auf Dauer zu alkoholfrei war. Na ja, da sind sie bei Oli an der perfekten Adresse. Hier gibt es Wisky, Bier und Wisky in abwechselnder Kombi.

Wir redeten über Freunde und die letzten Jahre, über Kunst und Bali, über Langeweile und noch mehr Langeweile. Kann man sich vorstellen, dass ein für mich wundervoller Platz für Olis Freundin so langweilig ist. Jeder findet Heimat in anderen Bereichen. Sie braucht Freunde und Party, feiern und noch mehr Freunde. Das Meer kennt sie seit sie auf der Welt ist und damit ist der tollste Strand langweilig und uninteressant.MU8A3804

Gegen Abend kam das Gespräch aufs Tauchen. Oli wollte mich mitnehmen und mir abenteuerliche Tauchseiten zeigen. Das war der Grund aus dem ich gekommen bin und nun hatte ich Angst. Ich erstarrte innerlich und mein Herz begann zu rasen. Ich wurde immer aufgeregter und die Panik überflutete mich völlig unangekündigt.

Alte Erinnerungen kamen hoch und wollten nicht gehen.

Oli und ich lernten uns vor vielen Jahren auf einem Tauchboot in Komodo kennen. Ja, das Komodo mit den Waranen. Es gibt dutzende Inseln und zwischendrin die tollsten Tauchplätze dieser Welt. Ich war blutige Anfängerin und sprang in eines der tollsten aber auch gefährlichsten Tauchgebiete der Welt.

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Haie umkreisten und und Muränen kamen aus ihren Höhlen. Ungekannte Inseln wollten von uns erkundet werden und die knapp gezeichneten Karten waren unsere einzige Hilfe.

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Ich hatte vorher meinen 8. Tauchgang geschafft und sprang in ein Paradies mit ICE Tempo.

Die Strömungen überwältigten mich und es war oft kaum möglich auf der Stelle zu bleiben. Wenn wir mal in der Tiefe den Haien zuschauen wollten, hielten wir uns an Sticks fest oder flatterten an Bändern wie ein Fähnchen in der Strömung.

Wir sahen die tollsten Schildkröten, Mantas und die buntesten Fische und Korallen die ich je erleben sollte. Manche Bilder waren so surreal, dass wir dachten wir träumen.

Oft war das Wasser so klar und die Welt so bunt, dass wir vergaßen zu atmen.

Die Sonnenuntergänge auf dem Boot, das Essen und die tollen Menschen um uns machten den Traum komplett.

So schwankten wir zwischen absoluter Begeisterung und gefährlicher Anspannung in der Strömung. Batu Bulong wurde eine meiner Lieblingstauchplätze und ich genoß das Unterwasseraquarium und vergaß mehr und mehr die Strömung.

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Bis zu dem einen Tag an dem sich Alles veränderte… Ich wollte nicht tauchen. Ich wollte nicht ins Meer und war irgendwie innerlich unleidig. Wir wollten um eine Insel tauche. Eigentlich nichts Besonderes außer, dass man die Kurve am Ende der Insel sehr eng nehmen sollte um nicht abzutreiben.

So die Theorie.

Die Praxis und ich sind oft anderer Meinung. Ich ließ mich überreden, tauchte mit meinen Jungs, verpasste die Kurve und kam in die krasseste Strömung die ich je erlebte.

Ich paddelte wie irre um zu meinen Freunden zurückzukommen aber hatte keine Chance. Sie wurden immer kleiner.

Zum Glück machte sich einer der Tauchfreunde mit auf meinen Weg und begleitete mich mit seiner Erfahrung. Atmen und immer atmen, ihm in die Augen schauen und hoch und runter paddeln damit uns die Strömung nicht zu arg in der Höhe verändert.

Ich atmete wie eine Dampflok und versuchte doch ruhig zu bleiben.

Gefühlt verging so eine Ewigkeit und wir trieben 3 km aufs weite Meer hinaus. Unter uns war nur noch tiefstes Blau. Irgendwo über uns war der Himmel aber wir konnten nur ganz langsam nach oben. Zu langsam für meinen Geschmack.

Irgendwann nach vielen Momenten und kurz bevor meine Luft aufgebraucht war, erreichten wir endlich die Oberfläche.

Unter uns war tiefstes Meer, so dunkel wie ich es noch nie gesehen hatte.

Unser Boot war km weit weg – einer kleiner Punkt am Himmel.

Mir war nach weinen, verzweifeln oder wüten aber ich hatte keine Kraft mehr.

Langsam setzte sich das Boot in Bewegung und nach Ewigkeiten sammelten sie uns ein.

Ich war fassungslos und entsetzt wie nach ich einer Katastrophe war und schwor mir nie mehr zu tauchen.

Abends auf dem Boot schwor Oli mir Alles, dass dies normalerweise sehr selten passiert und ich mir keine Sorgen machen soll.

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Einfach am nächsten Tag wieder ins Wasser und next try.

Das ist leichter gesagt als getan. Die Nacht war der Horror schlecht hin. Ich durchlebte das Abenteuer wieder und wieder und starb und überlebte abwechselnd und aus unterschiedlichen Gründen.

Am nächsten Morgen fühlte ich mich tot und tauchuntauglich.

Oli überredete mich trotzdem es noch einmal zu versuchen. Diesmal war eine andere Insel dran und die Strömung war dort nicht so arg.

Gesagt und getan sprangen wir in die Fluten, tauchten an einer der wunderschönsten Plätze, kamen an die letzte Kurve und wurden alle abgetrieben.

Ich hielt die Luft an und dachte an die Träume der letzten Nacht. Der ironische Teil in mir fing an zu lachen und der Rest blieb einfach in Schockstarre und schaute zu.

Zu viert schwammen wir mit der Strömung und gegen die Strömung und kamen ganz langsam nach oben.

Die Luft reichte wieder knapp und wir kamen 2-3 km von der Insel entfernt nach oben.

Ein Dejav,u so ungefragt und überraschend, dass ich fassungslos ins tiefe Blau schaute. Das Boot war ein Punkt in der Ferne und die anderen Taucher kaum zu sehen.

Ich versuchte zu atmen und mich zu entspannen. Die Zeit zu strecken oder zu kombinieren erschien mir das Einzige was ich jetzt tun konnte.

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All diese Erinnerungen kamen in Bali wieder hoch. Sie wanderten ungefragt in meinen Kopf und stellten mit meinem Bauchgefühl ein Chaos an. Alles was ich wollte war schlafen und ausruhen und hoffen, dass Alles gut wird.

Tauchen war ein Traum für den ich bis Bali geflogen bin und nun das.

Oli versuchte mich aufzumuntern, zu überreden, mich unter Druck zu setzen es doch zu versuchen aber Morgen über Morgen hatte er keine Chance.

Ich verbrachte meine Tage mit stundenlangen Spaziergängen und Gesprächen mit Einheimischen. Ich atmete und fand langsam meine innere Ruhe wieder.

Ich schaute mir den Strand an und ging erst mal schnorcheln, fuhr mit dem Motorroller am Meer entlang und genoss einen Strand nach dem Anderen.

Ich fand meinen Frieden wieder und wurde ruhiger und immer ruhiger.

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Nach einigen Tagen hatte mich mein Mut wiedergefunden und die Erinnerungen waren ein Teil meiner Geschichte.

Nach einem weiteren grandiosen Essen mit Oli und einem gefeierten Abend entschlossen wir uns morgen ein Wrack anzuschauen.

Ich ging zu Bett und träumte zum erstem Mal seit Tagen wieder schöne Dinge von Fischen und blauem Meer zum reinhüpfen.

Am nächsten Morgen erwartete uns ein zauberhaftes Frühstück. Pfannkuchen stärkten mich für den Tag und Smothies sorgten für die gesunden Vitamine drum rum.

Ich atmete und blieb in meiner Ruhe und Gelassenheit.

Die Tour mit dem Auto zum Tauchplatz genoss ich in vollen Zügen. Wir lachten, machten Quatsch und erzählten lustige Geschichten über alte Zeiten.

Oli kaufte eine neue Sonnenbrille, seine Freundin passte nicht mehr in den Taucheranzug oder doch? Ich schaute mir in aller Ruhe meine Sachen an und kam wieder in ein glückliches Tauchgefühl

Das Lachen war mir im Gesicht gemeißelt und auf gings zum ersten Wrack meines Lebens. Ab in die Tiefe und wild mit den Flossen geschlagen. Ich wollte gucken und Oli eher so eine Art Wettrennen gestalten ob wir es bis ans Schiffsende schaffen. Aber die Fischis??? Ich trödelte vor mich hin und schaute den Doktoren und Nemos, den Aalen und Schlangen, den Schildkröten und Korallen zu. Irgendwann fiel mir endlich auf, dass wir ja ein Schiff besichtigten. Und da war es wieder – dieses glücklich sinnlose Taucherlachen was so schnell die Brille flutet und dieses zweite Lachen darüber, dass ich nicht aufhören kann. Wann werde ich es lernen?

Tulamben – so heißt der Wracktauchplatz in Bali – wird mir auf jeden Fall in schöner und vor allem entspannter Erinnerung bleiben.

Wieder oben war ich einige Euro ärmer aber mal wieder mit dem Tauchflashglück im Bauch gesegnet. Jubel ist ein inside Job.

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Wir fuhren wieder zurück um den Abend gemeinsam mit Olis Koch in der Küche zu verbringen. Viel helfen geht zwar nicht – das wäre gegen die Ehre des Gastes aber ein wenig zuschauen und den Fisch mit einwickeln ist immer möglich. Neugierde zieht da ganz gewaltig.

Es gab Banana Fishfilet mit der typisch balinesch scharfen Soße eingelegt. Es wurde ein Traum. Die Bananenblätter lagen im Grill und verbrieteten langsam aber immer gewaltiger den Kokosnuss- und Gewürzduft.

Wir schlugen uns derweil die Zeit mit dem einen oder anderen Bintang rum. Bintang Bier mit Eis und einer dicken Scheibe Limone ist das beste Bier für mich. Ich hoffe alle Bayern haben das gechillt und entspannt überlesen ohne jetzt das Buch zu verbrennen.

Jeder hat so seine kleinen Sünden, nicht wahr? Dies ist meine…

Gefühlte Stunden später tafelte Oli auf: es gab gefüllte Bananenblätter, Pancakes, Reis, Huhn, Gemüse in einer Kokossoße gekocht, anderes Gemüse gedünstet. Von beiden Sorten hatte ich noch nie gehört, geschweige denn sie geschmeckt.

Obst rundete die Tafel ab und mundete zwischendrin und danach. Wir badeten in Ananas und Papaya, Melone und Mango. Es war ein Fest.

Nach einem so genüsslichen Abend fiel ich totmüde ins Bett. Im Schlaf wackelte mal wieder leicht die Erde als der Vulkan sich ein wenig entspannte aber sonst war es eine perfekte sternenklare traumschönwarme Nacht.

Morgens weckte mich das Gerenne von Oliver und mir fiel siedendheiß ein, dass mich nach dem Frühstück das Taxi zum Boot holt. Es ist mein letzter Morgen.

Schon wieder verabschieden. Das ist so schön Freunde nach Jahren wieder zu sehen aber man vergisst immer wieder diesen letzten Moment. Wann werde ich wieder in Bali sein? Wird es ein nächstes Mal geben? Wenn man so viel reist wie ich, dann gibt es viele liebe Menschen die Spuren im Herzen hinterlassen und die man am liebsten für immer dabei hätte aber nur Wenige kann man immer und immer wieder sehen.

Also ein letztes Frühstück, einen letzten Balicafe mit Oli. Er ist noch nie ein Riese im Verabschieden gewesen also tut er so als ginge ich nur auf nen Tagesausflug und er auch. „Stell Dich nicht so an, Du bist doch eh bald wieder da“ So klangen die letzten Worte in meinem Ohr als er mit seinen Kunden Richtung Tauchplatz verschwand.

Mal schauen ob er Recht behalten wird.

Ich packte meine sieben Sachen, umarmte alle lieben Kollegen und Freunde von Oli und machte mich weiter auf die Reise.

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5. Bali in Canguu

Bali stand auf dem Plan. Nur noch einige Tage und es geht auf die nächste große Reise. In Bali hatte ich während meiner Weltreise gelebt und Freunde gefunden. Viele davon wollte ich wiedersehen und Erinnerungen aufleben lassen.IMG_1682

Bali war für mich immer ein Traum und jetzt wollte ich diesen Traum ein weiteres Mal wahrmachen. Freunde, Mantas tauchen und Meer genießen. Diese Welt wieder erleben und mit allen Gefühlen eintauchen.

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Anfang März 2016 war es endlich so weit. Der Flieger hob ab und brachte mich über die Vereinigten Arabischen Emirate auf die Insel. Die Träume an den letzten Urlaub ermunterten mich auf dem ewig langen Flug.

Es fühlte sich an wie heimkommen und war dann doch so völlig anders als Alles was ich erwartet hatte.

Andy von Andys Surf Villa holte mich am Flughafen ab. Die letzten Male war ich immer als Backpacker hier. Ich war nie arm aber hatte mein Geld auf das Nötigste eingeteilt. Jetzt konnte ich einfach genießen und machen was immer ich wollte.

So lud ich Andy erst mal auf ein Bier ein – ist ja kein Problem da ja der Fahrer fährt.  Das ist schon wieder eine ganz andere Welt.

So tauchten wir ein in die Bali Wärme, die Gerüche und die Geräusche und die vielen Menschen dort. Überall wo wir hinschauten waren Autos und Menschen und Müll. So hatte ich meinen Traumplatz nicht in Erinnerung. So war ich entsetzt.

Schnell fuhren wir ins Hotel und ich bezog mein Zimmer. Das gleiche Zimmer wie vor Jahren schon mal.

Diesmal weckten mich nur nicht die sanften Wellen im Pool und die spielenden Kinder, sondern der Presslufthammer aus der Nachbarschaft. Es war spuky und nur der Jetlag sorgte dafür, dass ich trotzdem einige Stunden schlief.

Andy weckte mich um neun und wir gingen zum ersten Balifrühstück an den Beach. Wellen gucken und ohne Ende Obstsalat essen, Bali Kaffee trinken und Gamelan Musik hören.

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Hier war ich wieder in der Welt die ich kannte. Andy wohnt am Ende vom Strand und hier war die Welt noch völlig in Ordnung.

Es folgten balinesisch idyllische Tage an fast leeren Stränden und in einheimischen Lokationen. Ich tauchte wieder ein in die Welt die ich mein zweites zu hause nenne.

Am ersten Tag mietete ich mir einen Scooter. So konnte ich einkaufen, kochen und leben wie man eben lebt.

Ein Besuch am heiß geliebten Batu Bulong durfte auch nicht fehlen. Ich war hingerissen vom Sonnenuntergang und den Surfern die es dort immer noch gibt. Ich hatte so viel Zeit dort verbracht, dass die Bedienungen im Lokal gleich nach meinen Freunden fragten.

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Es war wir heimkommen – unglaublich aber wahr bei den Touristenmassen die mittlerweile unterwegs sind.

So wanderte ich am Strand entlang, genoss den Chocolate Lava Cake im Deus ex machina. Dies ist ein weiterer Wurzelplatz auf der Welt für mich. Eigentlich eine Werkstatt für Surfbretter und Motorräder aber drum rum eine Kunstausstellung, ein Bekleidungsshop, ein Radgeschäft und vor Allem ein wundervolles Restaurant mit herzigen Gästen.

Im strömenden Regen saß ich dort und zog einen Bogen von der Vergangenheit zur Gegenwart. Ich ließ das Heimatgefühl auf mich wirken und verband es mit all meinen Wurzeln die ich jetzt in Bayern habe.

Deus ex machina – mein daheim in der Fremde. Das Loungesofa im Innenhof, mit Freunden dort liegen und den Konzerten zuhören, den Tätowierer beobachten, Bier mit Lime und Eis trinken und Sterne schauen gehört zu den once in a lifetime Momenten meines Lebens.

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Wundervolle Tage verbrachte ich hier und freute mich doch schon auf meine Reise in den Norden.

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