Gefühle die sich mit Gedanken überschlagen oder die fehlende Ruhe vor dem Sturm

Hallo Ihr Lieben,

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so langsam wird es ernst und ich tausche meine neue gegen die alte Heimat. Nach 7 Jahren kehre ich nach Karlsruhe zurück. Ich bin um viele Freunde, unglaubliche Erfahrungen und ein Paar Kenntnisse reicher.

Was habe ich gelernt?

  • Die Dinge sind, wie sie in dem Moment sind und nicht wie ich sie gern hätte…
  • Das Leben ist zu kurz für schlechte Eindrücke…
  • Menschen können sich nicht ändern aber trotzdem tun sie es immer wieder…
  • Ich war mein ganzes Leben immer zur richtigen Zeit am richtigen Ort, um genau das zu lernen was für mich wichtig ist…
  • Ich lerne wirklich immer genau so lange die selbe Lektion, bis ich sie verstanden habe… Das dauert leider manchmal ewig.
  • Nirgends ist es perfekt oder irgendwas fehlt immer :-

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Jetzt grad bin ich in Karlsruhe, fahre nach Baden Baden zur Banksy Ausstellung und bereite mich voller Freude auf meinen neuen Job vor. Ich genieße den Frühling und freue mich über jede Knospe, jedes Blümchen am Weg und das die Sonne auf meiner Haut.

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In meinen Gedanken bin ich aber auch noch in Bayern und vermisse den Schnee und die traumhaft schönen Bergseen, das Gefühl der kalten Luft auf meiner Haut und den klaren Blick.

Mein Leben ist jedoch mal wieder so lustig, dass ich selbst nicht weiß wie das so kommt. Momentan teile ich mir eine Mini WG mit einer koreanischen Geigern, 2 russischen Studentinnen und bald 2 Jungs. So werde ich eine Weile klarkommen, hatte ich mir so gedacht. Bald habe ich eine Wohnung und umziehen mag ich so spät wie möglich, dass ich noch ein wenig Tölzer Wochenenden genießen kann.

Soweit so gut – die koreanische Geigerin ist leider talentfrei. Das wäre bis dahin nicht so schlimm, müsste sie nicht bis Mittwoch für ihre Aufnahmeprüfung an der Musikhochschule üben. Das tut sie eifrig, ständig und mit nicht Enden wollendem Enthusiasmus.

In der Zwischenzeit versuchen wir zu dritt in der Miniküche etwas zu essen zu machen. Da es nur eine Herdplatte gibt, löste ich es mit Pizza während die anderen Mädels sich gegenseitig beim Kochen zuschauten.

Unterbrochen wurden wir nur von einem recht dynamischen Geräusch in der Nachbarschaft. Da übte doch tatsächlich jemand Schlagzeug – wunderbar immer neben dem koreanischen Geigerinnentakt mit der identischen Ausdauer.

Meine Zwischenwohnung ist also ein Traum, eine Gelassenheitsübung und ein lustiger Einstieg nach 6 Jahren Kulturentzug in Oberbayern 🙂

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Bonustage oder wie geht Leben? Heute mal ganz privat…

Jaipur 033Ich werde in diesem Jahr 46. In diesem Alter hat man Kinder oder ist verheiratet, man hat ein Haus gebaut oder sich irgendwie gesettelt.

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Ich habe ziemlich viel Zeit in meinen Job investiert und einige wirklich heiße Situationen gemeistert und ich bin viel gereist. Vieles von der Welt hab ich gesehen und bin neugierig geblieben.

Doch was tue ich nun? Ich bin in einem Alter angekommen, in dem manche Menschen sterben, meine Familie wird großteils über 90 🙂 Werde ich das Tempo fortsetzen oder werde ich uralt? Wie viel Zeit bleibt mir noch und was will ich mit ihr tun?

Nennt man diese Fragen Midlifecrisis? Wenn ja, finde ich sie außergewöhnlich vernünftig. Mir bleibt entweder keine Zeit mehr oder aber noch mal genauso lange wie gehabt. Ja, nicht mehr so fit und so schnell und auch sicher nicht mehr so sportlich anzusehen. Es bleibt jedoch noch jede Menge Zeit, wenn sie bleibt.

Ab jetzt ist also jeder Tag ein Joker, ein Zugewinn sozusagen. Jeder neue Tag ist ein Bonustag vom System – ein Tag den ich länger bleiben darf. Ich mag es mir gut überlegen, was ich mit meinen Bonustagen anfangen werde.

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Momentan ist meine größte Frage, wo ich leben will. Nach 5 Jahren in Bayern kann ich mit Fug und Recht behaupten, ich hab es versucht. Es fällt mir allerdings schwer, die Menschen zu verstehen und mich ins System zu fügen.

So als lesbische Preußin ist das auch fast ein wenig Selbstkasteiung, wenn ich es tue. Ich habe hier liebe Freunde und Nachbarn, liebe Kolleginnen und ein kleines Netzwerk. Ich habe jedoch auch täglich das Gefühl, dass nur ein Teil von mir hier reinpasst. Dieser Teil ist perfekt angekommen. Der Rest wartet…

Nicht wenige Menschen warten ihr ganzes Leben lang so. Ich habe schon oft komplett gelebt und geliebt, geweint und genossen und habe einige Teile (für Bayern) beiseite lassen müssen. Jetzt könnte man sagen, integrier sie doch 🙂 Dazu gehört jedoch immer auch das Netzwerk… Ich kann nicht allein Hand in Hand mit meiner Liebsten durch die Stadt laufen 😉

Wo wäre jedoch ein guter Platz für eine jung gebliebene Weltenbummlerin die Kultur und Natur liebt, Strand und Museen, Wellen und Theater? Ich bin noch nicht wirklich fündig geworden.

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In andere Länder ziehen ist momentan keine Option. Die Lebensqualität ist zwar oftmals weit über der hiesigen, gemessen an Obst, Sonne, Strand und Genuss. Die Lebenssicherheit dagegen genauso häufig eingeschränkt. Da gibt es hinten raus weniger Bonustage 😉 Andererseits wären die gelebten Bonustage um einiges schöner.

So brüte ich seit einigen Wochen über weitreichenden Entscheidungen und mag mich nicht entscheiden. In Bayern verdiene ich mehr Geld als ich brauche, für Dinge die ich nicht zum Leben brauchen würde.

In anderen Teilen des Landes muss ich da immense Abstriche machen. Freundschaft ist jedoch viel mehr wert als Geld? Wie viel Wert ist jedoch Freundschaft und schön verbrachte Zeit?

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Ihr begleitet mich schon eine Weile auf meiner Lebensreise an viele Orte dieser Welt. Jetzt gilt es mein Innerstes zu bereisen und genau hinzuschauen, was ich wirklich wirklich will. Wie wäre es mit Erziehungsstellenkindern? Wo sind meine Freunde? Ist das Essen aus dem Bioladen besser oder soll es ein Garten sein? Wonach sehnt sich mein Herz und wonach mein Ego?

Wieso kann dieses Ego eigentlich als Einziges den Kontoauszug lesen und interessiert sich nur für die Ersparnisse und nie dafür was ich wirklich will? 😉

Tja, was will ich denn wirklich mit der Bonuszeit die nun bald beginnt? Lachen will ich und in der Sonne sitzen, einen Platz zu dem ich Heimat sage und zu Hause, liebe Kollegen um mich die mich schätzen… Ich mag Dingen beim wachsen zuschauen und Menschen um mich die Kunst und Kultur lieben, ehrlich reden und mich mögen auch wenn…

Ich halte Euch auf dem Laufenden, wenn ich ich mich entschieden habe. Der Blogg bleibt kommt auf jeden Fall mit – egal was ich tue!

Beuys und Münter

Ich war mal wieder unterwegs. Diesmal wollte ich mir das Lenbachhaus in München anschauen. Am Königsplatz liegt dieses wundervolle Überraschungsei.

Im Kunstbau der unterirdisch liegt, ist die Münterausstellung – Malen ohne Umschweife zu sehen. Gabriele Münter lebte lebte 1877 bis 1962. Sie war Malerin des Expressionismus und eng verbunden mit den Mitgliedern der Blauen Reiter. Als jahrelange Lebensgefährtin von Wassily Kandinsky sicherte sie viele seiner Werke.

Mich beeindruckt an den Werken von Münter vor allem die unglaubliche Vielfältigkeit. In einigen Bildern nähert sie sich mehr und mehr der abstrakten Malerei, in anderen Bildern wirkt die Malerei künstlich bis spielerisch, einige Werke sind so detailliert, dass sie nahezu fotografisch die Welt betrachten. Dann wieder gibt es Bilder die sehr allgemein und fast flächig gestaltet sind.

Allen gemeinsam ist eine gewisse Gabriele Münter Farbwahl. Die Beige-, Grün- und warmen Rottöne wiederholen sich in unterschiedlichen Bilden und bilden die Einheit zwischen Allem.

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Danach widmeten wir uns Joseph Beuys im Lenbachhaus. Er lebte 1921 – 86 und arbeitete in einer gewaltigen Gedankenwelt. Seine Kunst ist nicht nur das was an der Wand zu sehen ist, sondern die Idee dahinter und die Einbindung in Themen wie Politik und Vergangenheit.

»Joseph Beuys hat sein Publikum nicht nur mit seiner Kunst, sondern auch mit seiner Philosophie und den politischen Aktivitäten verwirrt – durch strategisch eingesetzten Humor.« (Simone Dattenberger, Münchner Merkur)

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Mein Lieblingsbild ist dieses – es wirkt verloren und doch voller Eindrücke eines Tages im Atelier. Es weckt den Wunsch seine Erlebnisse und Erfahrungen zu kennen. Ist es Absicht, ist es Zufall oder wie wurde es gestaltet? Wer mehr über Beuys wissen mag, kann gern nachlesen.

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Dieses Bild ist ein „einwandfreies Bild“ – Beuys nutzte Packpapier aus der DDR und beschriftete mit Bleistift. Der Bleistift ist dabei ein für ihn weiches Material was trotz allem einen deutlichen Ausdruck ermöglicht. Auch hier ist wieder die Frage nach Kontext und Hintergrund in meinem Kopf. So gern würde ich fragen, was er dazu sagen würde. Die politische Aussage dieses Bildes ist erdenkbar. Was jedoch hat er gedacht?

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Auch bei dieser Skizze zeigt sich mir nur ungenau der Gedanke dahinter. Ich sehe eine Bleistiftskizze und interpretiere einen unsicheren gar vorsichtigen Menschen. Zart wirkt die Linienführung, fast unscheinbar anmutend das Bild. Das ist Beuys? Die Unterschrift kaum zu entziffern – wurde aus diesem Künstler ein Prof. an der Kunstakademie in Düsseldorf und einer der bekanntesten Künstler der deutschen Nachkriegszeit. Ich bin erstaunt. Einer der wichtigsten Kunsttheoretiker und Aktionskünstler hinterließ in der Zeichnung eine so weiche Spur. Wie war er wohl als Mensch – nicht als öffentlicher Künstler sondern als Mensch hinter den Kulissen?

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Da ich jetzt stolze Besitzerin einer Jahreskarte fürs Lenbachhaus bin, werde ich wohl im Laufe des Jahres noch einige Ausstellungen anschauen.

Ich hoffe Ihr hattet Spaß beim Lesen und Schauen. Die Bilder sind Fotos aus der Beuys Ausstellung.

Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Käufen. Dort könnt Ihr Bücher und Bildbände über die beiden so unterschiedlichen Künstler anschauen.

ART Karlsruhe

Es war mal wieder so weit. Die Kunstmesse ART in Karlsruhe öffnete ihre Pforten und ich musste unbedingt hinfahren.

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Es ist seit Jahren ein Ritual für mich. Einerseits treffe ich liebe Freunde. Andererseits kann ich komplett abschalten und habe meinen Kopf nur noch mit Bildern, Farben und Formen angefüllt.

MU8A6714Die erste Installation flashte mich jedoch völlig und erinnerte mich sehr an meinen Beruf. Bilder mit Kriegsszenen die wir alle aus den Nachrichten kennen, waberten über die vielen Bildschirme. Menschen standen fassungslos davor.

MU8A6718Einige Meter weiter belustigte mich jedoch ein Gespräch. „Da macht man erst das Holz kaputt, dann mit Kleister wieder ganz und dann nennt man es Kunst?“ Nun ja, manchmal bin ich auch nicht ganz sicher welche Aussage da so dahinterstehen könnte. Auf jeden Fall fand ich die Spiegelungen des Lichtes faszinierend und konnte einem Foto nicht wiederstehen.

MU8A6722Stierblut – rot – wie wundervoll. Dies ist mein Sternzeichen und ich mag die Farbe und das Spiel der gehäkelten Wolle auf diesem wunderschönen Kopf. Hoffentlich ist er nicht echt. In der echten Welt mag ich Kühe mit Hörnern (wie in diesem Kalender) ja auch ganz gern aber als Kunst ist es wirklich besonders.

MU8A6731Dies ist mein absoluter Lieblingsmaler im Moment. Christopher Lehmpfuhl. Seine Bilder haben durch die sehr dick aufgetragenen Farbe eine spürbare Plastizität. Man könnte sie fühlen, ertasten und im wahrsten Sinne des Wortes begreifen. Es ist Kunst die ich in den Händen halten und verstehen mag.

MU8A6739Dieses Bild von Christopher Lehmpfuhl erinnert mich an Nachmittage in Paris oder romantische Momente in Rom. Ich kann es fühlen, riechen und den Wind auf meiner Haut spüren. Es erinnert mich an Sonne und lachen, an Hunde die einen Baum suchen und verliebte Pärchen. Traumzauberschön!

MU8A6759Zwischendrin musste auch die eine oder andere Pause sein oder kleine Spaßigkeiten. Da stellte sich mir gelegentlich mal die Frage „Ist das Kunst oder kann das weg?“ Wer es genauer wissen mag, kann in diesem Buch von Dumont ein wenig reinlesen.

MU8A6726Dieses Bild erinnerte mich sehr an Indien. Ich liebe Saris in diesen Farben und orangene Pashminaschals, Tücher und Hosen. Ein Traum an Farben und Formen ist möglich und in Indien jederzeit sichtbar.

mu8a6782.jpgAuch sehr spannend fand ich dieses dreidimensionale Blumengebilde. Wer mag sich das wohl an die Wand hängen oder gar abstauben müssen? Unglaublich – zum Glück ginge das stylisch mit Straußenfedern

MU8A6795Jetzt kommen wir mal kurz weg von der Kunst zu den Farben aus denen es gemacht wird. Die Anreihung der Pigmente hat es mir gänzlich angetan.

MU8A6802Hier diverse andere Materialien aus denen Künstlerfarben gemacht werden. Manche wirken wie Gewürze oder Pflanzen oder Mineralien. Ich mag meine Künstlerfarben lieber fertig vorbereitet.

MU8A6806Auf jeden Fall hat es mir wieder riesigen Spaß gemacht auf der ART zu sein, Freunde zu treffen und mit lieben Menschen den Tag zu verbringen.

Ich freue mich aufs nächste Jahr!!!

Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Käufen. Die Kunst verkauft sich natürlich nur auf der ART 😉