Wo ist denn Lucca oder wie reise ich entspannt?

Hallo Ihr Lieben,

ich werde immer und immer wieder gefragt, wie für mich reisen ist. Stresst es oder wie nehme ich es wahr? Viele Menschen machen sich riesige Gedanken vorm Reisen… Im Moment bereite ich mich auf einen Kurztripp nach Lucca vor und ich tue (wie so häufig) nichts. Mein Hotel buche ich zwar einige Wochen vorher und auch der Flug ist schnell gefunden aber dann geht mein ganz normales Leben weiter.

Für mich gehört reisen zum Leben dazu. Es ist ein Teil meines Alltags. Dadurch, dass ich recht schnell packe und nie lange vorbereite, habe ich viel Genuss an jedem Moment. Ich verlagere mein Leben nur für einige Tage an einen anderen Ort.

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Es ist für mich angenehm in einem neuen Bett zu schlafen und an einem neuen Ort aufzuwachen. Ich liebe die Stimmen und Geräusche, die ich nicht kenne und freue mich schon beim Aufwachen auf die neuen Eindrücke.

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Reisen unterbricht mein Leben nicht. Es ist ein Teil des normalen Seins. Die Reise beginnt daher auch nicht am Zielort. Ich bewege mich einfach wie an jedem anderen Tag auch von A nach B. Beim Reisen nur mit dem eindeutigen Vorteil, dass ich nicht arbeiten muss. Ich lege großen Wert auf angenehme Zeitgestaltung beim Reisen. So fliege ich in München gern am Nachmittag ab. So kann ich morgens entspannt aufstehen, gemütlich zum Airport bummeln, einen Kaffee trinken und in der Bahn ein Buch lesen. Es entstehen selten stressige Momente und die Reise beginnt schon in Tölz.

In Lucca, wie auch bei vielen anderen Reisen, wird mich ein Fahrer meines kleinen Hotels am Flughafen Pisa abholen 🙂 Nein, dies muss nicht teuer sein. Ich suche mir häufig sehr kleine Schlafmöglichkeiten mit 3 – 5 Zimmern aus, die noch nicht sehr bekannt sind. Diese bieten einen familiären Service und die Gespräche beginnen quasi am Flughafen. Dieser Service ist nach Lucca z.B. im Hotelpreis drin.

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Der Fahrer bringt mich bis vor die Tür und ist meist auch in andere Aufgaben des Minihotels involviert. So bekomme ich die wirklichen Insidertipps, ohne jeglichen Reiseführer. Auf dem Weg vom Airport wird er mir sicherlich einige tolle Restaurants zeigen und Hinweise zu tollen Plätzen geben. Normalerweise erfahre ich so wo die gefährlichen Ecken sind, was sich hier nicht gehört oder wie man sich nicht verhalten sollte. Ich erfahre aber auch lustige Dinge, Anekdoten, Geschichten über die Stadt und ihre Menschen. So werde ich innerhalb einer halben Stunde oft perfekt vorbereitet.

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Ich lese vorher selten einen Reiseführer. Meist versuche ich auf Reisen zu leben und den Tag anhand von Ideen der Bewohner des Ortes zu gestalten. Ich bin gespannt wie sich Lucca aus der Sicht der Menschen dort anfühlen wird.

Dazu wird es eine Pension ohne Frühstück geben. So gehe ich morgens schon auf die Straße und teile mir meinen Espresso mit den Italienerinnen an der Bar. Dann werde ich schauen wohin mich mein Gefühl trägt.

Mich reizt auf Reisen der Augenblick, die Momentaufnahme und die Unabhängigkeit von allen Plänen. So entdecke ich immer und immer wieder Ecken dieser Welt, die ich nie für möglich gehalten hatte.

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Bonustage oder wie geht Leben? Heute mal ganz privat…

Jaipur 033Ich werde in diesem Jahr 46. In diesem Alter hat man Kinder oder ist verheiratet, man hat ein Haus gebaut oder sich irgendwie gesettelt.

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Ich habe ziemlich viel Zeit in meinen Job investiert und einige wirklich heiße Situationen gemeistert und ich bin viel gereist. Vieles von der Welt hab ich gesehen und bin neugierig geblieben.

Doch was tue ich nun? Ich bin in einem Alter angekommen, in dem manche Menschen sterben, meine Familie wird großteils über 90 🙂 Werde ich das Tempo fortsetzen oder werde ich uralt? Wie viel Zeit bleibt mir noch und was will ich mit ihr tun?

Nennt man diese Fragen Midlifecrisis? Wenn ja, finde ich sie außergewöhnlich vernünftig. Mir bleibt entweder keine Zeit mehr oder aber noch mal genauso lange wie gehabt. Ja, nicht mehr so fit und so schnell und auch sicher nicht mehr so sportlich anzusehen. Es bleibt jedoch noch jede Menge Zeit, wenn sie bleibt.

Ab jetzt ist also jeder Tag ein Joker, ein Zugewinn sozusagen. Jeder neue Tag ist ein Bonustag vom System – ein Tag den ich länger bleiben darf. Ich mag es mir gut überlegen, was ich mit meinen Bonustagen anfangen werde.

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Momentan ist meine größte Frage, wo ich leben will. Nach 5 Jahren in Bayern kann ich mit Fug und Recht behaupten, ich hab es versucht. Es fällt mir allerdings schwer, die Menschen zu verstehen und mich ins System zu fügen.

So als lesbische Preußin ist das auch fast ein wenig Selbstkasteiung, wenn ich es tue. Ich habe hier liebe Freunde und Nachbarn, liebe Kolleginnen und ein kleines Netzwerk. Ich habe jedoch auch täglich das Gefühl, dass nur ein Teil von mir hier reinpasst. Dieser Teil ist perfekt angekommen. Der Rest wartet…

Nicht wenige Menschen warten ihr ganzes Leben lang so. Ich habe schon oft komplett gelebt und geliebt, geweint und genossen und habe einige Teile (für Bayern) beiseite lassen müssen. Jetzt könnte man sagen, integrier sie doch 🙂 Dazu gehört jedoch immer auch das Netzwerk… Ich kann nicht allein Hand in Hand mit meiner Liebsten durch die Stadt laufen 😉

Wo wäre jedoch ein guter Platz für eine jung gebliebene Weltenbummlerin die Kultur und Natur liebt, Strand und Museen, Wellen und Theater? Ich bin noch nicht wirklich fündig geworden.

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In andere Länder ziehen ist momentan keine Option. Die Lebensqualität ist zwar oftmals weit über der hiesigen, gemessen an Obst, Sonne, Strand und Genuss. Die Lebenssicherheit dagegen genauso häufig eingeschränkt. Da gibt es hinten raus weniger Bonustage 😉 Andererseits wären die gelebten Bonustage um einiges schöner.

So brüte ich seit einigen Wochen über weitreichenden Entscheidungen und mag mich nicht entscheiden. In Bayern verdiene ich mehr Geld als ich brauche, für Dinge die ich nicht zum Leben brauchen würde.

In anderen Teilen des Landes muss ich da immense Abstriche machen. Freundschaft ist jedoch viel mehr wert als Geld? Wie viel Wert ist jedoch Freundschaft und schön verbrachte Zeit?

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Ihr begleitet mich schon eine Weile auf meiner Lebensreise an viele Orte dieser Welt. Jetzt gilt es mein Innerstes zu bereisen und genau hinzuschauen, was ich wirklich wirklich will. Wie wäre es mit Erziehungsstellenkindern? Wo sind meine Freunde? Ist das Essen aus dem Bioladen besser oder soll es ein Garten sein? Wonach sehnt sich mein Herz und wonach mein Ego?

Wieso kann dieses Ego eigentlich als Einziges den Kontoauszug lesen und interessiert sich nur für die Ersparnisse und nie dafür was ich wirklich will? 😉

Tja, was will ich denn wirklich mit der Bonuszeit die nun bald beginnt? Lachen will ich und in der Sonne sitzen, einen Platz zu dem ich Heimat sage und zu Hause, liebe Kollegen um mich die mich schätzen… Ich mag Dingen beim wachsen zuschauen und Menschen um mich die Kunst und Kultur lieben, ehrlich reden und mich mögen auch wenn…

Ich halte Euch auf dem Laufenden, wenn ich ich mich entschieden habe. Der Blogg bleibt kommt auf jeden Fall mit – egal was ich tue!